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Kozel steht am Pranger

Shitstorm für Knittlinger Bürgermeister nach Teilnahme an Treibjagd mit seinen Kindern

Mehr als 200 Menschen kommentieren die Teilnahme von Knittlingens Bürgermeister Alexander Kozel an einer Treibjagd zusammen mit seinem Sohn und seiner Tochter. Kritik kommt aus ganz Deutschland.

Zusammen mit seinen beiden Kindern ist Bürgermeister Alexander Kozel bei einer Treibjagd wie auf diesem Symbolfoto dabei. Im Internet hagelt es dafür Kritik.
Zusammen mit seinen beiden Kindern ist Bürgermeister Alexander Kozel bei einer Treibjagd wie auf diesem Symbolfoto dabei. Im Internet hagelt es dafür Kritik. Foto: Jens Büttner picture alliance/dpa

Aus Knittlingen und Umgebung hat er noch überwiegend positive Rückmeldung bekommen. Deutschlandweit dagegen hagelte es Kritik an Knittlingens Bürgermeister Alexander Kozel (Grüne). Am Samstag, 19. November, war Kozel zusammen mit seinen acht und zehn Jahre alten Kindern auf Treibjagd. Ein Bild, auf dem seine Tochter einen Rehfuß in die Kamera hält, lud er anschließend auf Facebook hoch.

Daraufhin schrieben mehr als 200 Nutzer in den sozialen Medien, was sie davon halten. Und das ist anscheinend nicht viel.

Die Menge und die Heftigkeit der Kommentare überraschen Kozel. „Ich respektiere jeden, der sich grundsätzlich gegen die Jagd ausspricht“, sagt er. „Aber meine Versuche, am Anfang noch sachlich darüber zu argumentieren, haben leider nicht gefruchtet.“

Für uns als Eltern war das so in Ordnung.
Alexander Kozel, Bürgermeister

Den Facebook-Eintrag mitsamt den Kommentaren hat der Bürgermeister inzwischen gelöscht. Mit seinen Kindern hat er über die Kommentare gesprochen, sagt er, genauso wie er vor der Jagd mit ihnen gesprochen habe. Kozel betont, dass die Kinder aus eigenem Interesse mitgekommen und hochinteressiert gewesen seien. Genauso wie andere Kinder, die mit auf Jagd gegangen seien. „Für uns als Eltern war das so in Ordnung.“

Nach Treibjagd in Knittlingen: Rehfuß kommt in den Biologie-Unterricht

Seine Kinder sollten lernen, „dass das Fleisch nicht aus Plastik-Packungen vom Supermarkt kommt, sondern von Tieren“. Tiere seien fühlende Lebewesen, mit denen wir respektvoll umgehen müssten, sagt Kozel. Und die Jagd in Knittlingen sei verantwortungsvoll und nachhaltig. Zudem sei das Töten von Tieren gesellschaftlich und gesetzlich akzeptiert. Als Beispiele nennt er die Lebensmittelherstellung, die Schädlingsbekämpfung und die Tierfutterherstellung.

Kozel selbst ist kein Jäger. Die Jagd auf Tiere wie Schwarzwild halte er jedoch aus ökologischer, forst- und landwirtschaftlicher Sicht für eine sinnvolle Maßnahme. „Ich respektiere aber jeden, der eine andere Meinung hat“, versichert der Knittlinger Rathauschef.

Der Rehfuß von der Treibjagd kommt übrigens an diesem Donnerstag, 24. November, wie geplant zum Einsatz. Kozels Tochter will sie dann mit in den Biologie-Unterricht nehmen.

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