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Schulsozialarbeit

Eine Stellenausschreibung sorgt in Königsbach-Stein für Verwirrung

Die Gemeinde Königsbach-Stein sucht per Stellenausschreibung auf ihrer Internetseite zwei Schulsozialarbeiter. Die Hintergründe sind unklar, denn die Stellen wurden erst vor einem Jahr besetzt.

Findet Schulsozialarbeit statt? Falls ja, dann nicht in den Räumen der Heynlinschule. Das teilt das Rektorat auf Nachfrage mit. Foto: Nico Roller

Wer in den vergangenen Wochen aufmerksam die Internetseite der Gemeindeverwaltung studiert hatte, dem fiel eine Stellenausschreibung auf, in der „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ zwei Schulsozialarbeiter „in Teilzeit mit je 19,5 Wochenstunden“ gesucht wurden.

Darüber kann man sich schon wundern, wenn man weiß, dass der Gemeinderat nach einem gemeinsamen Antrag von Grünen und FDP erst im Februar 2020 die Schaffung einer zweiten Teilzeitstelle für die Schulsozialarbeit an Heynlin- und Johannes-Schoch-Schule beschlossen hatte.

Anschließend waren beide Stellen auch besetzt – zumindest laut Internetseite der Gemeinde, auf der sich im Mitarbeiterverzeichnis unter der Rubrik „Bauamt – Abteilung Bauverwaltung“ bis vor wenigen Tagen noch zwei Personen fanden, die als „Schulsozialarbeit“ bezeichnet wurden.

Findet derzeit überhaupt Schulsozialarbeit statt?

Da stellt sich die Frage: Warum werden jetzt, gerade einmal ein Jahr nach dem Gemeinderatsbeschluss zur Schaffung der zweiten Stelle, per Stellenausschreibung schon zwei neue Bewerber gesucht? Sind Bewerbungen eingegangen? Was passiert, wenn keine geeigneten Bewerber gefunden werden? Und findet aktuell überhaupt Schulsozialarbeit statt? Fragen, die diese Zeitung der Gemeindeverwaltung gestellt hat.

Bürgermeister Heiko Genthner teilt mit, aus personalrechtlichen Gründen sei es nicht möglich, alle Fragen umfassend zu beantworten. Es sei sicher nachvollziehbar, dass sich auf den persönlichen Bereich beziehende Hintergründe zum Schutz der Mitarbeiter nicht in der Öffentlichkeit diskutiert werden könnten.

Eine Aussage, die Genthner auch auf die Frage zu möglichen Bewerbungen bezieht: Diese Informationen könnten potenziellen Bewerbern im Vorfeld einen Vorteil verschaffen.

Schnelle Besetzung angestrebt

Genthner hält es für vordringlich, dass Schulsozialarbeit in Corona-Zeiten und danach „ein niederschwelliges Angebot für Schulkinder und deren Eltern macht“. Schließlich habe sich durch die Pandemie und die seit Mitte März 2020 dauernden Schulschließungen Vieles im familiären Umfeld verändert.

„Isolation im häuslichen Umfeld, beengte und in dieser Form ungewohnte bis überfordernde Lernbedingungen und das Wegbrechen der Freundes-, Spiel-, Sport- oder Kulturkontakte sind belastende Bedingungen.“

Weil dies Konfliktpotenziale begünstige, sei es ihm sehr wichtig, dass die beiden Stellen für die Schulsozialarbeit schnellstmöglich wieder besetzt werden. Eine der beiden Stellen dient laut Ausschreibung zur Elternzeitvertretung und ist befristet.

Ob aktuell Schulsozialarbeit stattfindet, sagt Genthner in seiner Stellungnahme nicht. Wer allerdings auf der Internetseite der Johannes-Schoch-Schule auf den Menüpunkt „Schulsozialarbeit“ klickt, blickt anschließend auf eine leere Seite. Bei der Heynlinschule findet man unter derselben Rubrik zwar die Kontaktdaten einer Schulsozialarbeiterin. Auf Nachfrage heißt es allerdings aus dem Rektorat, aktuell finde keine Schulsozialarbeit in den Räumlichkeiten der Schule statt.

Am Tag, nachdem diese Zeitung ihre Fragen an die Gemeindeverwaltung geschickt hat, ist auf deren Internetseite nur noch eine Schulsozialarbeiterin aufgelistet. Der ursprünglich vorhandene zweite Eintrag fehlt nun.

Dass es inzwischen zwei Teilzeitstellen für die Schulsozialarbeit gibt, liegt an einem Beschluss des Gemeinderats: Der hat in seiner Sitzung Ende Februar 2020 dafür gestimmt, den Stellenumfang von 50 auf 100 Prozent zu erhöhen. Die Räte sprachen sich damals dafür aus, mit dieser Ausweitung nicht zu warten, bis eine Bedarfserhebung vorliegt, wie es die Verwaltung in der Sitzungsvorlage ursprünglich vorgeschlagen hatte.

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