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Gemeinderäte lehnen Alternative ab

Bildungszentrums-Erweiterung: Königsbach-Stein will weitermachen wie bisher

Es dürfte selten vorgekommen sein, dass sich der Königsbach-Steiner Gemeinderat so einig war wie bei seiner Sitzung am Dienstagabend.

Königsbach-Stein hat sich positioniert: Der Gemeinderat will an den bisherigen Plänen festhalten. Viele Ratsmitglieder hegten große Zweifel, dass die vermeintliche Alternative unterm Strich tatsächlich günstiger wird. Foto: Nico Roller

Einhellig stimmte das Gremium dafür, bei der Erweiterung des Königsbacher Bildungszentrums den eingeschlagenen Weg mit dem bisherigen Planer fortzusetzen.

Damit positionierte sich Königsbach-Stein ganz anders als der Kämpfelbacher Gemeinderat, der sich am Vortag bei drei Gegenstimmen für eine ordentliche Kündigung aller Vertragspartner samt Zahlung für die bisher erbrachten Leistungen und eine Neuausschreibung der Planungsleistungen entschieden hatte.

Für die Räte in Königsbach-Stein war das keine Option. Dominique Schünhof (FWV) verwies auf den guten Ruf der Willy-Brandt-Realschule und des Lise-Meitner-Gymnasiums und sagte, ihre Fraktion habe ein großes Interesse daran, dass der Unterricht dort dem Bildungsplan entspreche. Und das gehe aus ihrer Sicht in absehbarer Zeit nur mit der bisherigen Planung.

Es ist für die Schüler eine kaum zumutbare Situation, ständig in der Warteschleife zu sein.
Dominique Schünhof (FWV)

„Es ist für die Schüler eine kaum zumutbare Situation, ständig in der Warteschleife zu sein“, sagte Schünhof und kritisierte die Alternativplanung scharf: Diese habe nicht die gleiche Qualität, die Kosten seien nicht kalkulierbar. Würde man sich für diese entscheiden, schmeiße man eine Million Euro zum Fenster hinaus.

Tatsächlich hatte Schulverbands-Geschäftsführerin Yvonne Hassmann kurz zuvor erläutert, dass für die Planung des Erweiterungsbaus bisher bereits Kosten von rund 810.000 Euro angefallen sind. Bei einer Kündigung des Architekten und der Fachplaner könnten „vorsichtig geschätzt“ weitere 250.000 Euro dazukommen.

„Das ist nicht zu ertragen“, sagte Sascha Leonhard (FDP): Am Ende des Architektenwettbewerbs hätten sich alle Beteiligten auf die Schulter geklopft.

Was der Kämpfelbacher Gemeinderat am Montag beschlossen hatte, bezeichnete Leonhard als „Himmelfahrtskommando“ und sagte: Nicht nach Bildungsplan unterrichten zu können, sei „ein riesengroßes Fiasko“. Auch Pia Bräuer (SPD) sah in der Alternativplanung keinerlei Vorteile – „weder in finanzieller noch in zeitlicher Hinsicht“. Sie kritisierte eine „destruktive Kommunikation“ und sagte: „Vom Verwaltungsverband und der beteiligten Bürgermeister-Riege hätte ich etwas mehr erwartet.“

Alternativplanung könnte so viel kosten, wie bisherige Planung

Rolf Engelmann (Grüne) befürchtete, dass die Alternativplanung am Ende genauso viel kosten könnte wie die bisherige Planung, die bekanntermaßen wegen gestiegener Kosten mit den Stimmen aus Kämpfelbach, Eisingen und Ispringen zunächst auf Eis gelegt worden war.

Er warf den anderen drei zum Schulverband gehörenden Gemeinden vor, Druck auf Königsbach-Stein auszuüben. Norbert Peichl (CDU) warnte eindringlich, man werde „mindestens ein weiteres Jahr“ verlieren, wenn man die Planung nun neu aufrolle.

Eine konkrete Aussage zum zeitlichen Ablauf konnte Schulverbands-Geschäftsführerin Hassmann in der Sitzung zwar nicht treffen. Aber sie schätzte, dass bei einer Entscheidung für die Alternativplanung vom Beschluss der Verbandsversammlung bis zur Beauftragung eines Architekten ein Jahr vergehen und das Bauende nach weiteren drei Jahren möglich sein könnte.

Die Kosten für die bisherige Planung werden vom Schulverband auf 9,6 Millionen Euro beziffert, die der Alternativplanung auf rund 7,4 Millionen. Allerdings ist letztere noch nicht so weit gediehen.

Zu Beginn der Sitzung hatte sich in der Bürgerfragestunde Thomas Adam zu Wort gemeldet. Der Elternbeiratsvorsitzende der Willy-Brandt-Realschule warnte, mit der Alternativplanung gehe „extrem viel Zeit“ verloren – mit der Folge, dass der Fachunterricht weiterhin nicht bildungsplankonform erfolgen könne. „Wir betrachten das mit großer Sorge.“

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