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Kostenanstieg aufschlüsseln

Erweiterung des Bildungszentrums in Königsbach: Vorsitzender der Architektenkammergruppe lehnt Container ab

Gegen eine Containerlösung und für die weitere Einbindung des bisherigen Architektenbüros spricht sich Hans Göz in der Diskussion um die bauliche Erweiterung des Königsbacher Bildungszentrums aus.

Bleibt ein Zankapfel: Wie die Erweiterung des Königsbacher Bildungszentrums konkret aussehen soll, ist nach wie vor offen. Foto: Nico Roller

Der Vorsitzende der Architektenkammergruppe Pforzheim-Enzkreis meldet sich zu Wort, nachdem sich vermehrt Kollegen und interessierte Bürger wegen der Kostenentwicklung an ihn gewandt haben, wie er in einer an die Presse verschickten Mail erklärt.

Wie es mit der Erweiterung des von den vier Gemeinden Eisingen, Ispringen, Kämpfelbach und Königsbach-Stein getragenen Bildungszentrums weitergeht, ist nach wie vor unklar.

Zwar hatte man in einem Architektenwettbewerb ein Freiburger Büro ausgewählt, dessen Planung bereits weit gediehen war. Aber dann lehnte die Verbandsversammlung im November die Beauftragung der weiteren Leistungsphasen wegen stark gestiegener Kosten mehrheitlich ab.

Im Verwaltungsrat suchte man nach kostengünstigeren Alternativen, die nun weiter ausgearbeitet werden sollen. Genau das will eine von Elternvertretern gestartete Petition verhindern, die stattdessen eine Umsetzung der ursprünglichen Planung fordert.

Wie kontrovers das Thema inzwischen diskutiert wird, zeigt auch die Stellungnahme, die Hans Göz vor kurzem verschickt hat. In ihr schreibt der Vorsitzende der Architektenkammergruppe, eine Erklärung der Kostensteigerung sei für ihn als Außenstehenden „natürlich so nicht ohne weiteres möglich“.

Doch stellten sich ihm Fragen, etwa, wer wann und auf welcher Grundlage welche Kostenermittlung erstellt habe. Oder, ob die Kostenermittlungen von 2018 bis heute mit Blick auf die vorgegebene Aufgabenstellung und die berücksichtigten Leistungen tatsächlich miteinander vergleichbar sind.

Ein weiterer Aspekt sei, ob aufgrund neuer Erkenntnisse nicht doch zusätzliche Anforderungen hinzugekommen seien, die dann einen größeren Leistungsumfang zur Folge hatten. Göz meint: „Erfahrungsgemäß sind sie nicht eins zu eins vergleichbar.“ Trotzdem werde leider einmal mehr in der Öffentlichkeit der Eindruck erweckt, „die Architekten“ hätten die Kostensteigerung zu verantworten.

Für Göz ist das ein Unding. Er spricht von einem pauschalen Vorurteil, das nicht akzeptiert werden könne und dem Berufsstand „in keiner Weise“ gerecht werde. Der Architekt hält eine differenzierte Analyse der aktuellen Kostenermittlung für hilfreich, um die Gründe des Kostenanstiegs transparent zu machen und gegebenenfalls Entscheidungen nochmal zu hinterfragen.

Unabhängig davon sollte man aus seiner Sicht das angestrebte Ziel nicht aus den Augen verlieren. Bei der Suche nach einer tragfähigen Lösung hält er die Einbindung des beim Architektenwettbewerb prämierten Büros für den einzig richtigen Weg. Von einer Containerlösung rät Göz ab.

Für ihn wäre das keine zufriedenstellende Alternative – und zwar nicht nur aus gestalterischer Sicht: Die Rahmenbedingungen für idealen Unterricht über einen längeren Zeitraum seien in provisorischen Räumen nicht gegeben. „Zudem habe ich größte Zweifel, dass eine Containerlösung unterm Strich tatsächlich zur Verbesserung der Kostensituation beitragen kann. Das Gegenteil ist vermutlich eher der Fall.“

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