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Schrauben statt Däumchen drehen

Hausmeister in Königsbach-Stein kennen keine Sommerferien

Morgens ist der Hausmeister Romeo Hinsa immer der Erste im Königsbacher Bildungszentrum – lange, bevor die Lehrer und die Schüler eintreffen. Er und seine Kollegen kümmern sich um alles, was so anfällt. In den Ferien gibt es noch mehr zu tun als im normalen Betrieb.

Immer was zu tun: Die Decken werden im dritten Stock des Bildungszentrums erneuert. Benjamin Birke (links) und Romeo Hinsa schauen sich die Pläne dafür an. Foto: Nico Roller

Von Nico Roller

Wenn Romeo Hinsa um 6.30 Uhr ans Königsbacher Bildungszentrum kommt, herrscht dort noch kein Betrieb. Die Türen sind verriegelt, die Flure verwaist, die Lampen ausgeschaltet. Er und Darko Barisic sind die beiden Hausmeister des Bildungszentrums, komplettiert wird das Team durch Gebäudetechniker Benjamin Birke.

Morgens ist Hinsa immer der Erste vor Ort – lange, bevor die Lehrer und die Schüler eintreffen. Er schließt die Gebäude auf, schaltet die Beleuchtung ein, nimmt die Post und die Zeitungen aus dem Briefkasten. Dann macht er einen Rundgang durch die Turnhalle, läuft über das Schulgelände und schaut, ob alles in Ordnung ist.

Jeden Morgen müssen 13 Pumpen der Heizungsanlage überprüft werden

Die Hausmeister haben jeden Tag zahlreiche Aufgaben zu erledigen. „Mir wird es nie langweilig“, sagt Hinsa. Der gelernte Elektromechaniker kontrolliert im Keller des Hauptgebäudes jeden Morgen, ob die 13 Pumpen der Heizungsanlage richtig arbeiten. In einem großen Kessel wird dort das Wasser erhitzt, ein zweiter ist im Standby-Modus.

An kalten Tagen sind beide voll in Betrieb. Sie versorgen das Hauptgebäude, die Sporthalle, den Neubau und die dem Enzkreis gehörende Comeniusschule mit Wärme. Ein Computerprogramm zeigt übersichtlich alle Lüftungs- und Heizungskreise, die es im Bildungszentrum gibt.

Ist er im Heizungsraum fertig, macht Hinsa noch einen kurzen Kontrollgang durch die Comeniusschule, bevor er um kurz nach sieben das Altpapier aus dem Kopierraum und dem Sekretariat entsorgt.

Inzwischen ist auch sein Kollege Benjamin Birke eingetroffen. Als Gebäudemanager kümmert er sich um die Koordination aller Arbeiten, die in den Gebäuden und auf dem Gelände anfallen. Birke absolvierte eine Schreinerlehre, bildete sich zur Elektrofachkraft und zum Haustechniker weiter.

Jeden Morgen, noch bevor der Unterricht beginnt, tauscht er sich mit Marc Rudolf, dem Konrektor des Gymnasiums, aus. Dabei erfährt er, wo es etwas zu tun gibt, wo Lampen defekt sind, wo eine Türe nicht mehr richtig schließt oder eine Steckdose keinen Strom mehr liefert.

Fremdfirmen kommen nur bei komplizierten Arbeiten

Im Lauf des Tages tauchen oft weitere Arbeiten auf, um die sich Birke und die beiden Hausmeister kümmern – alleine oder zu zweit, je nachdem, wie umfangreich sie sind. „Wir sind immer ansprechbar“, sagt Birke: „Auch in der Mittagspause steht die Türe zur Hausmeistertheke offen.“

Und sein Kollege Romeo Hinsa ergänzt: „Alles, was wir selbst machen können und dürfen, machen wir auch selbst.“ Fremdfirmen werden nur dann beauftragt, wenn die Arbeiten zu groß, zu kompliziert oder von der Gewährleistung erfasst sind.

Zwischen 15 und 16 Uhr gehen Hinsa und Birke in den Feierabend – aber nicht, ohne vorher noch einen Kontrollgang absolviert zu haben. Die Reinigungskräfte bleiben bis um 18 Uhr. Von der Öffentlichkeit vollkommen unbeachtet, sorgen sie im Verborgenen dafür, dass am nächsten Tag alle Mülleimer geleert, alle Böden und sanitären Einrichtungen blitzsauber sind.

Birke, Hinsa und Barisic sind froh, dass es sie gibt: „Diese Frauen leisten Großartiges und machen einen richtig tollen Job.“ Momentan findet am Königsbacher Bildungszentrum kein Unterricht statt. Die Schüler haben Sommerferien – Birke und Hinsa nicht, denn im Hauptgebäude laufen umfangreiche Sanierungsarbeiten, die koordiniert und überwacht werden müssen.

Erneuerung der Deckenverkleidung in drittem Stock

Im dritten Stock wird die Deckenverkleidung mitsamt Lüftung, Elektrik und Wasserleitungen erneuert. Weil die Arbeiter zum Abnehmen der alten Deckenplatten ein mobiles Gerüst einsetzen, mussten Birke und Hinsa alle Stühle, Tische und Regale aus den Zimmern räumen. „Dafür haben wir drei ganze Tage gebraucht.“

Alles wieder zurückzustellen, wird mindestens genauso lange dauern. Die alten Deckenplatten sind schon weg, ebenso die Glaswolle, die man in den 1970er-Jahren als Schall- und Brandschutz verbaut hat. Auch die alten Wasser-, Heizungs- und Lüftungsleitungen sind schon demontiert.

Die seit vielen Jahren nicht mehr genutzte Lüftungsanlage wird in den außenliegenden, mit Fenstern versehenen Räumen komplett entfernt, in den innenliegenden Räumen wird sie durch eine neue ersetzt, die gleichzeitig als Heizung dient. Lehrerzimmer, Sekretariat, Schulleiterbüros und Aula haben zusätzlich eine Klimaanlage.

Im vierten Stock werden Wände der Klassenzimmer neu gestrichen

Birke muss die Arbeitsabläufe abstimmen und dafür sorgen, dass sich der für die neue Beleuchtung zuständige Elektriker, die Firma für die Deckenplatten, die Lüftungsfirma und der für die neuen Wasserleitungen zuständige Sanitärbetrieb nicht in die Quere kommen.

Gar nicht so einfach – vor allem, wenn man bedenkt, dass parallel noch im vierten Stock die Wände der Klassenzimmer neu gestrichen und im Bereich des Gymnasiums auf allen Ebenen die Toiletten saniert werden – und zwar von Grund auf: Alles fliegt raus, bis nur noch der nackte Beton übrig ist.

Moderner und praktischer sollen die Toiletten werden. Zusammen mit einer automatischen Spülarmatur sorgt eine Ringleitung dafür, dass die Hausmeister in den Ferien künftig nicht mehr alle paar Tage durch sämtliche Toiletten laufen und dort alle Spülknöpfe von Hand drücken müssen.

Für uns ist in den Ferien noch mehr zu tun als sonst.
Romeo Hinsa, Hausmeister

Bisher war das notwendig, damit sich im stehenden Wasser keine Legionellen bilden. Eine Erleichterung, auf die sich alle freuen. Momentan sind Birke und Hinsa jeden Tag voll im Einsatz. „Für uns ist in den Ferien noch mehr zu tun als sonst“, sagt Hinsa. Und die nächsten Arbeiten lassen nicht lange auf sich warten: Schon im September soll auch in der Sporthalle die Lüftung erneuert werden.

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