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Kaum Erstimpfungen

Impfen im Minutentakt: Ehrenamtliche unterstützen Aktionen in Kieselbronn und Königsbach-Stein

In der Königsbacher Festhalle hat erstmals eine große Impfaktion der Gemeinde in Kooperation mit zwei mobilen Impfteams des Enzkreises und dem DRK stattgefunden. Mehr als 200 Spritzen werden im Lauf des Samstags gesetzt.

In einer Umkleidekabine der Kieselbronner Festhalle lässt sich ein Mann von Sabrina Schürer impfen. DRK-Bereitschaftsleiter Marcus Klemm ist auch bei dieser Impfaktion vor Ort. Foto: Nico Roller

Im Minutentakt sind am Wochenende in der Region die Spritzen gesetzt worden. Zahlreiche Menschen haben sich gegen Corona impfen lassen, darunter auch Kinder und Jugendliche.

In der Königsbacher Festhalle hat zum ersten Mal eine große Impfaktion der Gemeinde in Kooperation mit zwei mobilen Impfteams des Enzkreises und dem örtlichen Roten Kreuz stattgefunden.

Mehr als 200 Spritzen werden im Lauf des Samstags verabreicht, die meisten mit dem Vakzin von Moderna und als Booster für Erwachsene. Geplant waren 240, doch einige der Angemeldeten sind einfach nicht erschienen.

Erstimpfungen sind bei Impfaktion in Königsbach-Stein die Ausnahme

Erstimpfungen seien „bedauerlicherweise“ die Ausnahme, sagt Arzt Rolf Beier, der die Impfungen zusammen mit Kollegin Christine Gorgs vornimmt. Was die Nachfrage im Allgemeinen angeht, hat er in der vergangenen Woche bei den Erwachsenen einen leichten Rückgang beobachtet. Aber nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zum Boostern von Jugendlichen zwischen zwölf und 17 geht er davon aus, dass die Anmeldezahlen wieder steigen.

Unterstützt werden die beiden Ärzte in Königsbach vom Bauhof und vom Ortsverein des Roten Kreuzes. Letzterer kümmert sich um Anmeldung und Nachbeobachtung. Vorsitzender Oliver Demel sagt, für den Ortsverein sei es selbstverständlich, bei der Impfaktion mitzuhelfen. „Wir haben schon das Testen unterstützt, dann unterstützen wir jetzt auch das Impfen.“ Für die Organisation der Aktion war Hauptamtsleiterin Cordula Allgaier-Burghardt zusammen mit ihren Kollegen aus der Gemeindeverwaltung verantwortlich.

Es ist wichtig, dass die Menschen das Impfen annehmen.
Thomas Kaucher, Bürgermeister-Stellvertreter

Ihnen sei es ein großes Anliegen, für die Bürger von Königsbach-Stein etwas anzubieten, sagt Allgaier-Burghardt, die davon ausgeht, dass die Impfaktion in der Königsbacher Festhalle nicht die letzte in der Gemeinde gewesen sein wird. „Es ist wichtig, dass die Menschen das Impfen annehmen und, dass wir da weiter kommen“, betont Bürgermeister-Stellvertreter Thomas Kaucher (FWV): Eine Impfung biete Schutz für jeden Einzelnen, für die gesamte Gesellschaft und das Gesundheitssystem.

In Kieselbronn werden 363 Impfdosen verabreicht – an alle Altersklassen

Auch in Kieselbronn wird am Samstag geimpft. 363 Dosen werden verabreicht – und zwar an alle Altersklassen: Nicht nur Erwachsene kommen in die Festhalle, sondern auch Zwölf- bis 17-Jährige und Kinder im Alter von fünf bis elf.

Für letztere hat man eine eigene Kabine mit Stofftieren, Luftballons und Süßigkeiten eingerichtet. Um die Impfungen kümmert sich die Praxis von Peter Engeser und Joshua Glassman. Selma Özer von der Mühlacker Herz-Apotheke stellt direkt vor Ort digitale Impfzertifikate aus. Im Einsatz sind auch rund 20 Ehrenamtliche des Kieselbronner Roten Kreuzes, das bereits zahlreiche Impfaktionen unterstützt hat.

Wie viele es genau waren, kann Bereitschaftsleiter Marcus Klemm spontan nicht sagen. Sicher ist aber, dass ihre Anzahl zweistellig ist und dass dabei in Kieselbronn bereits dreimal so viele Impfungen verabreicht worden sind wie die Gemeinde Einwohner hat.

Klemm betont: Bei mehr als 9.000 Spritzen habe es während der Nachbeobachtung keine einzige allergische Reaktion gegeben. Wie wichtig das Impfen ist, weiß man beim Kieselbronner Roten Kreuz aus erster Hand, denn viele der Ehrenamtlichen sind beruflich im Rettungsdienst oder im medizinischen Bereich tätig.

Wir sehen die Corona-Patienten und die Folgen der Erkrankung.
Heiko Faber, Bürgermeister

„Wir sehen die Corona-Patienten und die Folgen der Erkrankung.“ Bürgermeister Heiko Faber (parteilos) hat bemerkt, dass die Impfaktionen in Kieselbronn inzwischen über den Ort hinaus einen guten Ruf genießen. Er lobt das Engagement der Ehrenamtlichen und den außergewöhnlichen Zusammenhalt in der Gemeinde.

Aber er schlägt auch kritische Töne an, vor allem Richtung Land: Nach der Schließung der Impfzentren sei das Chaos ausgebrochen, das nur durch Initiativen in den Gemeinden und Ehrenamtliche habe beseitigt werden können. Aus seiner Sicht muss das Land jetzt eine Strategie entwickeln, wie die Bevölkerung in Zukunft über das Angebot der Hausärzte hinaus mit Impfungen versorgt werden kann. „Gerade die Ehrenamtlichen brauchen Planungssicherheit.“

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