Skip to main content

Bürgermeisterwahl in Königsbach-Stein

Kandidaten wollen mit Vollgas in die Stichwahl

Enttäuschung auf Seiten des Amtsinhabers und Freude bei den Herausforderern – ganz unterschiedlich haben die drei Kandidaten der Bürgermeisterwahl in Königsbach-Stein den Wahlabend erlebt.

Enttäuschte Mienen unter den Masken: Wilhelm Bräuer (links) gratuliert Heiko Genthner, der im ersten Wahlgang die meisten Stimmen geholt hat. Allerdings hat er die notwendige Mehrheit knapp verfehlt. Foto: Roller Foto: Roller

Nervenaufreibend war es für alle Beteiligten. Nachdem die Wahllokale um 18 Uhr geschlossen hatten, waren die meisten der sechs Wahlbezirke schnell ausgezählt. Die 2.428 Briefwahlunterlagen auszuzählen, sei aber ein „Riesenaufwand“ gewesen, sagt Wilhelm Bräuer, Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses. Die Kuverts mussten geöffnet, die Stimmen sortiert und zusammengezählt werden – „das hat seine Zeit gedauert“.

Briefwahlauszählung „Riesenaufwand”

51 Stimmen waren ungültig, weil die Zettel nicht ausgefüllt waren oder die Unterschriften gefehlt haben. Verzögerungen bei der Auszählung gab es auch, weil manche Wähler Namen von Bürgern oder Gemeinderäten auf den Zettel geschrieben hatten – 40 waren es insgesamt. Das verzögerte die für 19 Uhr geplante Ergebnisverkündung um fast zwei Stunden.

29 Stimmen fehlen Bürgermeister zur Wiederwahl

Bei Bürgermeister Heiko Genthner wechselte die Anspannung in leichte Enttäuschung: Nur 29 Stimmen haben ihm zur Wiederwahl gefehlt. „Ich habe mein Ziel hauchdünn verfehlt, aber einen Etappensieg erreicht. Ich bin dankbar für das Ergebnis, ich habe mit Abstand die meisten Stimmen bekommen“, wertet Genthner das Wahlergebnis. Bis zur Nachwahl will er „mit Vollgas dranbleiben“ und den direkten Kontakt zu den Bürgern suchen. In die Stichwahl gehe er optimistisch: „Ich habe viele positive Rückmeldungen bekommen, aber es gibt noch Bürger, die ich noch nicht überzeugen konnte.“ Insgesamt hofft der 55-Jährige nach der Schlammschlacht der vergangenen Woche, dass alle Beteiligten wieder auf eine sachliche Grundlage zurückfinden.

Ich bin dankbar über das Ergebnis
Bürgermeister Heiko Genthner

Mitbewerber Rolf Engelmann fehlten 172 Stimmen zum Wahlsieg. „Das zeigt, wie hauchdünn das Ergebnis ist. Jetzt ist Musik in der Geschichte“, so Engelmann. Er habe sein Etappenziel erreicht: Den Amtsinhaber in eine Nachwahl zu zwingen. Dass Genthner die Stimmenmehrheit verloren habe, zeige, dass ihm der Rückhalt in der Bevölkerung fehle, wertet Engelmann das Ergebnis. In seinen gewonnenen 1.978 Stimmen (45,4 Prozent) sieht er mehr als ein Achtungserfolg. Genthner und Engelmann lagen in allen Wahlbezirken dicht beieinander, nur in einem (Rathaus Königsbach, Bürgersaal) holte Genthner mit 51,1 Prozent mehr als die absolute Mehrheit. Unterm Strich kam er auf 2.150 Stimmen (49,3 Prozent).

Jetzt ist Musik in der Geschichte
Mitbewerber Rolf Engelmann

Seine Grundstimmung sei gut, in den kommenden zwei Wochen bis zum zweiten Wahlgang am 19. Juli wolle er „richtig Gas“ geben und seinen Haustür-Wahlkampf fortsetzen, sagt Engelmann. Falls er die Wahl verliert, würde er auf jeden Fall Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Gemeinderat bleiben, betont der 54-Jährige, der bei der Wahl genau wie Heiko Genthner parteilos angetreten war. „Meine starke Gegenposition im Gemeinderat würde ich nicht aufgeben, schon allein um Herrn Genthner an seine Positionen zu erinnern“, so der Diplom-Betriebswirt, der in Königsbach wohnt.

Engelmann will Haustür-Wahlkampf fortsetzen

Weitermachen will auch Dieter Zentner. Der 64-jährige Rentner aus Stein hat bei der Wahl wie erwartet keine große Rolle gespielt. Er holte insgesamt 152 Stimmen – das entspricht 3,5 Prozent – und kam in allen Wahlbezirken auf deutlich unter zehn Prozent. Sein Ergebnis bezeichnete er als „gar nicht mal so schlecht“.

Nun genieße ich es, das Zünglein an der Waage zu sein
Dritter Kandidat Dieter Zentner

Sein Ziel, einen zweiten Wahlgang zu erzwingen, habe er erreicht. „Nun genieße ich es, das Zünglein an der Waage zu sein“, sagte er im Gespräch mit dieser Redaktion und appelliert an die jungen Wähler ab 16 Jahren, in zwei Wochen mitzustimmen.

Bis Mittwoch, 18 Uhr, haben neue Kandidaten die Möglichkeit, ihre Bewerbung für den zweiten Wahlgang abzugeben



nach oben Zurück zum Seitenanfang