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Gewerbegebiet „Mitteltal“

Pläne für Parkhaus in der Steiner Talaue liegen nach wie vor auf Eis

Einen Parkplatz im Steiner Gewerbegebiet „Mitteltal“ zu finden, ist schwer. Die Lösung des Problems sollte ein Parkhaus in der Talaue sein. Doch wird das überhaupt noch gebaut?

Die Natur darf bleiben: In der Steiner Talaue wird es vorerst kein Parkhaus geben. Das hat der Rat schon 2020 im Umlaufverfahren beschlossen. Und daran wird sich auch erst einmal nichts ändern. Foto: Nico Roller

Immer wieder hatten sich in der Vergangenheit Bürger über den Parkdruck beschwert, der vom Steiner Gewerbegebiet „Mitteltal“ ausgeht. Schon im April 2017 hatte ein Mann in der Bürgerfragestunde des Gemeinderats die Parksituation im Bereich der Bilfinger Straße und der angrenzenden Wohngebiete kritisiert.

Die Lösung des Problems sollte ein Parkhaus sein, das in der Talaue zwischen dem Gewerbegebiet und dem Bilfinger Weg liegen sollte. Doch zum Bau ist es bislang nicht gekommen, denn im Frühling 2020 hat der Gemeinderat entschieden, das entsprechende Bebauungsplanverfahren vorerst auf Eis zu legen. Fast zwei Jahre ist das mittlerweile her und mancher Bürger in Königsbach-Stein fragt sich: Wird überhaupt noch ein Parkhaus kommen?

Dass zumindest ein Teil der Einwohner die Notwendigkeit dafür nach wie vor sieht, zeigt ein Leserbrief, der unsere Redaktion vor Kurzem erreicht hat. Darin heißt es unter anderem, die Autos der Arbeiter würden weiterhin in den Wohngebieten Wannenberg und Königsbacher Berg parken. Die BNN haben bei der Gemeindeverwaltung nachgefragt.

Parkplätze waren von Firmen im Gewerbegebiet geplant

Bürgermeister Heiko Genthner (parteilos) bestätigt, dass es bei den im Gewerbegebiet angesiedelten Firmen „Überlegungen zur Errichtung einer gemeinschaftlichen Parkierungsanlage in unmittelbarer Nähe zu den Betriebsgebäuden“ gab, die von ihnen „als gemeinschaftliche Anlage für ihre Mitarbeiter“ errichtet werden sollte.

Die Gemeinde habe das unterstützen wollen und deswegen 2018 die Entwicklung einer Fläche für ein Parkhaus in oder am Rand des Gebiets geplant. In öffentlicher Ratssitzung sei im Juli 2018 ein Aufstellungsbeschluss gefasst worden. Mit einer „vertieften Machbarkeitsuntersuchung“ sollte laut Genthner die Realisierbarkeit „in einzelnen Teilbereichen“ geprüft werden. Der Rathauschef erklärt, eine der beteiligten Firmen sei „aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklungen“ aus den Gesprächen wieder ausgestiegen.

Nach Ausstieg einer Firma sehen andere Unternehmen keine Realisierung mehr

Die übrigen hätten der Gemeinde Anfang 2020 mitgeteilt, dass sie zwar nach wie vor den Bedarf für ein Parkhaus, aber sich im Hinblick auf die dafür von ihnen zu tragenden Kosten und einer Stagnation der Auftragslage derzeit nicht in der Lage sähen, verbindlich über eine Realisierung in näherer Zukunft zu entscheiden. Es müsse erst die weitere konjunkturelle Entwicklung abgewartet werden. „Aufgrund dieser Mitteilungen war es nicht sinnvoll, das Bebauungsplanverfahren aktiv weiter zu betreiben“, so Genthner.

Es sei „einstweilen zum Ruhen gebracht“ worden – und zwar durch einen Ratsbeschluss im März 2020. Die „Option der Fortführung des Bebauungsplanverfahrens“ bleibe jedoch erhalten, sodass „bei einer Verbesserung der konjunkturellen Situation die großen Betriebe durch Schaffung des Planungsrechts“ unterstützt werden könnten. „Wir dürfen hoffen, dass die wirtschaftliche Entwicklung wieder an die Zeiten vor der Pandemie anknüpfen kann“, erklärt Genthner.

Die Firmen seien nach eigenen Angaben interessiert, die Produktionsstandorte im Gebiet zu erhalten und gegebenenfalls Frei- und Reserveflächen für Modernisierungen und Erweiterungen zu nutzen. „Perspektivisch werden zusätzliche Flächen benötigt.“ Der Parkhaus-Standort in der Steiner Talaue war von Anfang an kritisch gesehen worden. Nicht nur Umweltschützer hatten Alarm geschlagen, sondern auch die Bürgerinitiative Königsbach-Stein (BIKS).

Parkplatzmangel hat sich seit 2014 noch einmal deutlich verschärft

Deren Vorsitzender Rainer Botz betont, ein Parkhaus könne nur innerhalb des bestehenden Gewerbegebiets liegen. Man spreche sich „ganz klar gegen einen weiteren Flächenfraß von bestehenden Grünflächen“ aus. Zudem befürchtet Botz, dass durch den Bau des Parkhauses die Verkehrsbelastung auf dem Bilfinger Weg deutlich zunehmen könnte. Botz sagt, 2014 sei durch einen Beschluss des Gemeinderats der Parkplatzmangel nochmal deutlich verschärft worden.

Denn damals sei ein im Bebauungsplan nur für die Unterbringung von Stellplätzen vorgesehenes, im Gebiet liegendes Grundstück umgewidmet und gewerblich bebaut worden. Zudem verweist Botz auf einen Flyer, in dem die BIKS schon Anfang 2019 zwei Alternativen zum Standort in der Talaue vorgeschlagen hat.

Eine kommt aber inzwischen nicht mehr in Betracht, weil dort gebaut wird. Der Verwaltung wirft er vor, die Veröffentlichung der Machbarkeitsstudie zu verweigern, die bereits Mitte 2018 in Auftrag gegeben worden sei. Die BIKS habe mehrfach angefragt. Aber: „Ergebnisse über den Inhalt liegen der Öffentlichkeit nicht vor.“

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