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Händler sind zufrieden

Verkaufsoffener Sonntag in Stein mit Volksfeststimmung

Ein echter Roboter, ein Kettensägen-Künstler, ein Gewinnspiel, Bratwurst, Haxen, Kaffee, Kuchen, Cocktails und jede Menge Live-Musik: Beim verkaufsoffenen Sonntag ist in Stein einiges geboten.

Der Steiner Musikverein spielt in der Bachgasse. Die Musiker freuen sich, wieder auftreten zu können. Foto: Nico Roller

Nachdem weder das Dorffest noch die meisten Vereinsfeierlichkeiten stattfinden konnten, herrscht Volksfeststimmung. Insgesamt sind mehr als 20 Händler dabei, den Handmade-Markt auf dem Postparkplatz mit eingerechnet. Dort gibt es unter anderem Taschen, Handtücher, Mineralien, Schmuck und Herbstdekoration.

In der Bachgasse dreht sich ein Karussell, es duftet nach Süßigkeiten, eine Hüpfburg lädt zum Toben und handgemachte Blasmusik zum Zuhören ein. Dort feiert Fernseh-Kraus sein 40-jähriges Bestehen.

„Es ist schön, dass so viel los ist“, sagt Inhaberin Melanie Rüppel, als sie in die Runde schaut. Sie wollte zeigen, dass ein verkaufsoffener Sonntag auch in diesen Zeiten möglich ist. Und sie freut sich darüber, dass sich viele andere Händler bereit erklärt haben, mitzumachen. In der Bachgasse ist am frühen Nachmittag auch Bürgermeister Heiko Genthner (parteilos) unterwegs.

Ich denke, der Zuspruch zeigt, dass viele froh sind, dass wieder etwas stattfindet.
Heiko Genthner, Bürgermeister

Er nutzt die Gelegenheit, um Fernseh-Kraus zum Jubiläum zu gratulieren und zu betonen: Das Geschäft sei seit 40 Jahren „ein beständiger Anker in der Ortsmitte“. Genthner freut sich, dass die Händler sich die Mühe gemacht haben, trotz Corona einen verkaufsoffenen Sonntag zu organisieren. „Ich denke, der Zuspruch zeigt, dass viele froh sind, dass wieder etwas stattfindet.“

Auch Jürgen Schlafer vom Autozentrum Stein kann sich nicht beklagen und freut sich über „eine volle Hütte“. Wobei „voll“ nur im übertragenen Sinn gemeint ist, denn genauso wie die anderen Händler hat auch er ein ausgefeiltes Hygienekonzept erstellt, an das sich alle Gäste halten.

Ein Künstler mit der Kettensäge: Andreas Drost sägt Skulpturen aus Eichenstämmen und viele schauen ihm dabei zu. Foto: Nico Roller

Eine Menge Aufwand, der sich aber gelohnt hat: „Solche Events sind wahnsinnig wichtig für die Kundenbindung“, sagt Schlafer.

Nur Positives hört man auch von Sabrina Vogel von SE Immobilien, die vor der Heynlinpassage ihren Stand aufgebaut haben. „Es ist tatsächlich viel los“, sagt sie, als sie auf die Biertisch-Garnituren schaut.

„Ich glaube, die Leute freuen sich, dass sie einfach wieder raus dürfen.“ Ein paar Meter weiter dreht sich bei Manuel Dost alles um seine selbst designte und angefertigte Töpferware. Und um „Rocktails“.

So heißt ein Cocktail, in den unter anderem Rum, Limette und rote Beeren kommen. Und so heißt der fahrbare Cocktailwagen, den man für Veranstaltungen mieten kann, auf Wunsch mitsamt Barkeeper. Mit dem verkaufsoffenen Sonntag und dem Zuspruch der Besucher ist Dost sehr zufrieden.

Musiker können sich wieder zeigen

Und damit nicht allein: In der Bachgasse spielt der Steiner Musikverein unter der Leitung von Uwe Dennig Volks- und Popmusik. Abgesehen von zwei Konzerten im Rahmen von Gottesdiensten, ist es für die rund 20 Musiker der erste Auftritt seit Beginn der Coronakrise.

„Wir finden es schön, dass wir uns wieder zeigen dürfen“, sagt Christian Renner, der den Verein zusammen mit Markus Gantikow leitet. Seit Juli proben die Musiker wieder. „Wir sind zwar noch nicht so gut wie vor Corona, aber es macht sehr viel Spaß.“ Das merken auch die Besucher, die gern stehenbleiben und zuhören.

Auch beim Stand des Steiner CVJM bleiben viele stehen, vor allem Kinder. Denn er bietet Dosenwerfen, Armbrustschießen, Tischkicker und Riesen-Jenga an.

Seit 11.30 Uhr seien immer wieder Kinder vorbeigekommen, erzählt Vorsitzender Adrian Goll: „Uns ist es nicht langweilig geworden.“ Ein paar Meter weiter, neben dem Postparkplatz, wird es laut: Mit seiner Kettensäge lässt Andreas Drost aus Baumstämmen Kunstwerke entstehen, die er anschließend verkauft.

Den Erlös steckt er aber nicht in die eigene Tasche, sondern spendet ihn dem Kinderschutzbund. Einen Pilz und eine Eule hat er schon gesägt – und zwar aus Eichenholz, denn das sei langlebig, witterungsbeständig und gut zu bearbeiten.

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