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Prozess wird Freitag fortgesetzt

Angeklagter aus dem Enzkreis gesteht Verbreitung von Kinderpornografie ein

Wegen mehrerer sehr unterschiedlicher Tatvorwürfe muss sich ein Mann aus dem östlichen Enzkreis vor der Pforzheimer Außenkammer des Landgerichts Karlsruhe verantworten.

Vemeintliche Anonymität im Internet: Über seine IP-Adresse kamen die Behörden dem Angeklagten auf die Spur, der kinderpornografische Dateien im Internet verbreitete. Foto: Karl-Josef Hildenbrand picture alliance/dpa

Hauptvorwurf von Staatsanwalt Christian Schwab sind der Besitz und die Verbreitung von kinderpornografischem Material: Rund 1.500 Bild-Dateien und 50 Videos habe der 40-Jährige, der in der Wohnung seiner Mutter lebt, auf seinem Rechner gespeichert und auch Interessenten angeboten.

Auf die Spur gekommen waren dem Angeklagten US-amerikanische Internet-Provider. Sie seien per Gesetz verpflichtet, den Datenfluss ihrer Kunden durchgehend auf kinderpornografische Inhalte zu überprüfen, informierte ein auf dieses Gebiet spezialisierter Karlsruher Kriminalhauptkommissar als Zeuge.

Entdecken die Provider entsprechende Fotos und Videos, müssen sie das einer halbstaatlichen Behörde melden. Fündig wurden sie im Herbst 2018 unter einer IP, die eindeutig einem Nutzer im östlichen Enzkreis zuzuordnen war. Über das Bundeskriminalamt landete der Vorfall beim Kriminalkommissariat Karlsruhe. Dieses erwirkte bei der Pforzheimer Staatsanwaltschaft einen Durchsuchungsbeschluss.

Handy und Festplatten bei Durchsuchung sichergestellt

Bei der folgenden Durchsuchung am 28. September 2018 habe man Handy und mehrere Festplatten sichergestellt, auf denen Vorgänge übelster Sorte zu sehen waren. Die Opfer waren ausschließlich kleine Jungen.

Auf das genaue Alter mochte sich der Kriminalkommissar allerdings nicht festlegen, selbst auf Nachfrage von Staatsanwalt Schwab nicht. Kinder seien es auf jeden Fall gewesen, bei Anal- und Oralverkehr und Masturbation.

Bei dem Angeklagten sei aber nicht nur kinderpornografisches Material gefunden, ergänzte ein Kollege aus dem Pforzheimer Polizeipräsidium. In einem Schrank der Kellerwohnung hatte der Beschuldigte 230 Gramm vakuumiertes Marihuana versteckt, die Ernte einer kleinen Plantage, die er im Wald angelegt hatte.

Machete und mehrere Messer beschlagnahmt

Außerdem wurde eine Reihe von Messern, darunter auch eine Machete, beschlagnahmt. Diese wurden von Experten des Landeskriminalamtes als Waffen und nicht als Dekoration klassifiziert, weil sie geschärft worden waren.

Der Angeklagte hingegen bezeichnete sie lediglich als Kinderspielzeug aus seiner Jugend, das er schon seit Jahrzehnten nicht mehr angefasst habe.

Der 40-jährige war in den Hauptpunkten allerdings nahezu voll umfänglich geständig, wie sein Verteidiger Stefan Rothenstein in einer Erklärung verlas. Einzig den Vorwurf des Handels mit Betäubungsmitteln, den ihm der Staatsanwalt vorgeworfen hatte, bestritt er. Er habe Marihuana ausschließlich für den eigenen Verbrauch angebaut, nie jedoch damit Handel getrieben.

Der Prozess wird fortgesetzt am kommenden Freitag um 9 Uhr vor dem Amtsgericht Pforzheim. Gehört wird dann zunächst noch der sachverständige Psychologe. Es folgen die Plädoyers von Verteidiger Stefan Rothenstein und Staatsanwalt Christian Schwab und die abschließende Urteilsverkündung durch Richter Andreas Heidrich.

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