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Reaktivierung der Stichstrecke?

Gemeinderat Maulbronn will Bahnanbindung des Stadtbahnhofs untersuchen lassen

Wie viele Fahrgäste wären am Tag auf der Schienenstrecke vom Stadtbahnhof zum Westbahnhof in Maulbronn zu erwarten? Das will der Gemeinderat jetzt analysieren lassen.

Am Ende stand die Mehrheit: Der Gemeinderat stimmte für eine Potenzial-Analyse der Stichstrecke in Maulbronn. Die Debatte hatten zahlreiche Bürger verfolgt Foto: Stefan Friedrich

Nach langer Diskussion hat sich der Maulbronner Gemeinderat am Mittwochabend dazu entschieden, eine Potenzialanalyse in Auftrag geben zu lassen, die untersuchen soll, wie viele Fahrgäste eine Reaktivierung der Stichstrecke zum Stadtbahnhof mit sich bringen würde.

Zuvor hatte sich das Gremium dafür ausgesprochen, die Stichstrecke vorerst nicht zu entwidmen und betonte ausdrücklich den „hohen Wert zukunftsorientierter und nachhaltiger Verkehrspolitik“.

Eigentlich hatten die Räte bereits im Juni darüber diskutiert, ob sie eine Machbarkeitsstudie unterstützen, nachdem eine Analyse des Landes für eine Reaktivierung der Stichstrecke bis zum Stadtbahnhof zunächst eine zu geringe Zahl an potenziellen Fahrgästen pro Tag ermittelt hatte.

Analyse der Bahnanbindung in Maulbronn würde 15.000 Euro kosten

Das Gremium hatte sich damals dagegen ausgesprochen, das mit einer eigenen Untersuchung überprüfen zu lassen, sich in einem weiteren Beschlussvorschlag – durch einen Fehler in der Formulierung – versehentlich aber selbst revidiert.

Insofern musste das Thema am Mittwochabend erneut aufgerufen und abgestimmt werden, dieses Mal allerdings auch unter leicht anderen Vorzeichen.

Die Kosten für eine Potenzial-Analyse als Alternative zu einer bislang im Raum stehenden, wesentlich umfangreicheren Machbarkeitsstudie belaufen sich lediglich auf etwa 15.000 Euro.

Räte hatten mit dreifacher Summe für Untersuchung in Maulbronn gerechnet

Zuletzt waren die Räte davon ausgegangen, dass die Stadt etwa die dreifache Summe für eine Untersuchung hätte aufbringen müssen.

Zugleich würde diese Analyse aus Sicht der Verwaltung eine verlässliche Grundlage für eine weitere Diskussion darüber bieten, ob man sich tatsächlich tiefergehend mit der Reaktivierung der Stichstrecke befassen will, betonte Bürgermeister Andreas Felchle (CDU).

Sollte die Potenzial-Untersuchung ergeben, dass mehr als 500 Fahrgäste pro Tag auf der Strecke zwischen Stadtbahnhof und Westbahnhof zu erwarten sind, dann würde das Land auch 75 Prozent der auf 50.000 Euro geschätzten Kosten einer Machbarkeitsstudie übernehmen, so Felchle.

Es gibt einige Institutionen, die sich dafür aussprechen, dass diese Strecke untersucht wird, bloß zahlen tun sie dafür nichts.
Andreas Felchle, Bürgermeister von Maulbronn (CDU)

Diese würde dann gemeinsam mit dem Enzkreis in Auftrag gegeben, der „als für den ÖPNV zuständige Institution möglichst weitgehend auch in Untersuchungen und Zukunftsplanungen für das Stichgleis einzubinden“ sei.

Ein Gesamtkonzept für den Enzkreis-Takt auf der Schiene sei im Falle einer Reaktivierung der Strecke – mit Blick auf den Nahverkehrsplan – ohnehin sinnvoll.

Regionalverband will sich nicht an Kosten für Analyse in Maulbronn beteiligen

Ergänzend dazu lag zur Sitzung am Mittwochabend eine Bitte des Regionalverbands Nordschwarzwald vor, dass der Gemeinderat eine Potenzial-Analyse auf jeden Fall in Auftrag geben möge.

Finanziell daran beteiligen will sich der Verband allerdings nicht, ähnlich wie der VCD, der ebenfalls gefordert hatte, das Potenzial auszuloten.

„Es gibt einige Institutionen, die sich sehr dafür aussprechen, dass diese Strecke untersucht wird, bloß zahlen tun sie dafür nichts“, kritisierte das Stadtoberhaupt.

Die Kosten wird mit Beschluss des Gremiums nun die Stadt selbst übernehmen. Ob man darüber hinaus den Zuschuss an die Albtal-Verkehrsgesellschaft für den Unterhalt der Strecke weiter bezahlt, das soll allerdings erst entschieden werden, wenn die Ergebnisse der Potenzial-Analyse vorliegen.

Voraussichtlich wird das im Herbst sein. Dass diese Entscheidung entgegen der Beschlussvorlage abgekoppelt werden soll, war aus dem Gremium heraus angeregt worden.

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