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Tannen und Fichten aus Maulbronn

Blasmusiker aus Mühlacker verkaufen 120 Weihnachtsbäume

Trotz Corona haben die Musiker aus Mühlacker an ihrer Tradition festgehalten und Weihnachtsbäume verkauft. Allerdings war es ein stilles Verkaufen, denn auf das Wichtigsten mussten die Jagdhornbläser verzichten.

„Unser Baum ist der schönste“ sind sich Paul, Klara und Felix einig. Papa Björn Sämann (rechts) stimmt der Wahl zu Foto: Eva Filitz

Ihre treuen Kunden wollte die Jagdhornbläsergruppe Mühlacker auch in diesem Jahr nicht enttäuschen und hatte am Samstag zum traditionellen Weihnachtsbaumverkauf am gewohnten Platz bei der Hamberger Hütte im Maulbronner Forst eingeladen. Fast 120 Weihnachtsbäume fanden einen reißenden Absatz. Die Käufer kamen aus dem Ort, der Umgebung, sogar aus Pforzheim, Ludwigsburg und Leonberg.

Keine Musik, dafür Regen

Selbstverständlich war für die Organisatoren die strikte Beachtung der Corona-Auflagen: Von Personalien erfassen am Platzeingang, kein Bläserkonzert, keine Bewirtung, Maskenpflicht, Abstandregeln einhalten bis hin zu zwei Plastikdosen als Kassenersatz zur Vermeidung direkter Kontakte reichte die Palette. Dazu gab’s noch dunkle Regenwolken am Himmel. Aber auch die konnten die rundum spürbar frohe Stimmung nicht trüben, denn sattes Grün erfreute die Herzen. Ohne ihre Jagdhörner waren nun rund zehn Bläser im Einsatz und verkauften die prächtig anzusehenden Bäume fast im Minutentakt ohne Pause.

Wie vom Kunden gewünscht, präsentierten sie zunächst eine engere Auswahl und trugen dann den Wunschbaum in die Hütte, wo Bläser Gerhard Ruhl und seine Kollegen das Prachtexemplar ruck-zuck einnetzten. Der Käufer konnte sein Prachtstück sicher zum Auto transportieren. Niemand drängte oder forderte zur Eile auf. Fröhliches Lachen war während der „Verkaufsgespräche“ zu hören. Dennoch ging der Verkauf ungemein zügig voran.

Nach zwei Stunden waren nur noch 25 Bäume übrig

Zwei Stunden nach offiziellem Verkaufsbeginn ab 8 Uhr standen nur noch rund 25 Bäume zur Auswahl. Martin Neher aus Maulbronn oder das Ehepaar Lehner aus Zaisersweiher teilten die Meinung vieler Käufer: „Seit Jahren holen wir nur hier unseren Baum, er gehört zum Weihnachtsfest dazu“, sagten sie. „Der hier ist der schönste Baum“, waren sich die Geschwister Klara, Paul und Felix schnell einig. Ihr Papa Björn Sämann hatte ihnen freie Wahl erlaubt.

Auch der frühere Leiter des Enzkreis-Forstamtes Frieder Kurtz, seit einigen Monaten in Stuttgart im Ministerium Ländlicher Raum und Verbraucherschutz tätig und wohnhaft in Leonberg, kehrte zum Weihnachtsbaumkauf in den einst heimischen Wald zurück. „Meine Forst-Jahre im Enzkreis bleiben mir in sehr guter Erinnerung“, erzählte er.

Erfahrungsgemäß kommen die ersten Käufer schon ab sieben Uhr.
Peter Pfitzer, früherer Revierleiter des Maulbronner Forsts.

„Erfahrungsgemäß kommen die ersten Käufer schon ab sieben Uhr“, berichtete Peter Pfitzer, Ex-Revierleiter des Maulbronner Forstes. Daher war er sehr zeitig auf dem Platz und führte beim Verkauf „Regie“. Gern beantwortete er auch Fragen. „Woher kommen die Bäume? Doch nicht importiert?“, wollte eine Kundin wissen. „Alle frisch geschlagen, 20 Blaufichten aus dem Maulbronner Forst und Umgebung und 100 Nordmannstannen aus Oberkirch, wo sich ein Forstkollege auf deren schwierige Aufzucht spezialisiert hat. Diese Baumart braucht viel Pflege, muss auch regelmäßig geschnitten werden, um sich voll zu entwickeln“ erklärte Pfitzer. Einem anderen Kunden, der seinen Baum gewässert draußen auf der Terrasse aufstelle, damit er lange halte, riet der Baumfachmann: „Noch ein Löffelchen Salz ins Wasser, den Stamm etwas anspitzen, dann hält er noch länger.“ Eventuell nicht verkaufte Bäume spenden die Jagdhornbläser wie schon im vergangenen Jahr der Mühlacker Tafel. Und Peter Pfitzer, auch Imker, packt noch einige Gläser Honig aus der eigenen Produktion bei.



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