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Planschen neben Kulturerbe

Einziger Badesee im Enzkreis: Der Tiefe See beim Maulbronner Kloster

Der Tiefe See hinter dem Maulbronner Kloster ist der einzige Badesee im Enzkreis. Die Stadt hat weitere bauliche Maßnahmen geplant, um den See attraktiver zu machen.

Der Tiefe See direkt beim Zisterzienserkloster Maulbronn gelegen ist ein öffentlicher Badesee.
Der Tiefe See direkt beim Zisterzienserkloster Maulbronn gelegen ist ein öffentlicher Badesee. Foto: Angela Wiedemann

In den meisten Gewässern im Land kann bedenkenlos gebadet werden, teilte das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration kürzlich mit. Das geht aus der aktuellen Badegewässerkarte hervor, die einen Überblick über die mehr als 300 überwachten Badestellen im Land gibt.

Das gilt auch für den Tiefen See in Maulbronn, dem einzigen Badesee im Enzkreis, der nach Vorgaben der Europäischen Union überwacht wird. Das Gesundheitsamt habe die Wasserqualität getestet und die Befunde seien unauffällig gewesen, sagte Sabine Burkard von der Pressestelle des Landratsamts auf Nachfrage.

Es kann also bedenkenlos geplanscht werden. Und das bei freiem Eintritt. Viele Besucher haben das gerade in Corona-Zeiten auch gemacht, berichtet der Leiter des städtischen Bauamts, Timo Steinhilper. 2020 wurde der Weg vom Parkplatz zum See umgebaut und mit Lampen versehen.

Badesee statt Naturfreibad

Zuvor war die Organisation des Badebetriebs nach vielen Diskussionen in der Bevölkerung und dem Gemeinderat verändert worden: Der Tiefe See ist kein Naturfreibad mehr, sondern ein öffentlicher Badesee.

Der Betrieb des Freibads wäre mit Aufsichtspflichten und möglichen Haftungen verbunden gewesen – wie der See bis dato von der Stadt betrieben wurde, sei laut einem Gutachten der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen rechtlich nicht mehr zulässig gewesen, erklärt Steinhilper.

Zwar schauen Bauhofmitarbeiter trotzdem einmal am Tag vorbei, Attraktionen wie die Badeinsel und der Sprungturm mussten danach aber zurückgebaut werden. Sicherheitsvorkehrungen wie Zugänge, Geländer und Umwehrungen wurden angelegt, Handläufe eingebaut und die Betoneinbauten im See abgeschrägt.

Auch Hangsofas wurden aufgestellt und einige Schönheitsreparaturen vorgenommen. 115.000 Euro haben die Umbauten insgesamt gekostet, so der städtische Bauamtsleiter. Toiletten und Umkleiden würden von der Stadt freiwillig vorgehalten.

Bauliche Maßnahmen für nächstes Jahr geplant

Weitere Maßnahmen sind für nächstes Jahr geplant: Der Spielplatzbereich soll verschönert und der Eingangsbereich mit dem Kiosk neu gestaltet werden. Hier sei die Stadt im Gespräch mit einem Architekturbüro, sagt der städtische Bauamtsleiter. Da der See aber zum Weltkulturerbe zähle, müssen die Maßnahmen aber erst noch mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgeklärt werden.

Grundsätzlich werde das Wasser alle drei Wochen vom Gesundheitsamt getestet und habe eine hohe Qualität, so Steinhilper. Manchmal gebe es Probleme mit Algen und manchmal kippe das Wasser trotzdem – wenn es lange nicht regnet und durch die Hinterlassenschaften des Geflügels am See.

Im Juli 2021 beispielsweise musste der Badesee nach einem Problem mit Colibakterien für Tage gesperrt werden. Das Problem könne unter anderem mit Wasser, das über einen Brunnen zugeleitet wird, behoben werden, sagt Steinhilper.

See wird seit 1898 als Badesee genutzt

Der 2,2 Hektar große und an der tiefsten Stelle 3,5 Meter tiefe See wird seit 1898 als öffentlicher Badesee genutzt. Er wird von der Salzach, die nordöstlich von Maulbronn entspringt, gespeist.

Das Gewässer wurde von den Zisterziensermönchen vermutlich schon beim Bau des Klosters in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts angelegt. Er diente nicht nur als Wasserreservoir, sondern auch zur Fischzucht.

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