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Öffnung bleibt inzidenzabhängig

Kloster Maulbronn empfängt wieder Besucher

Das Kloster Maulbronn hat seit dem vergangenen Wochenende wieder für Besucher geöffnet. Steigt die Inzidenz über 100, droht allerdings die erneute Schließung.

Alexandra Müller (links) und Petra Mohr sind erleichtert, dass das Kloster in Maulbronn wieder für Besucher öffnen kann. Foto: Stefan Friedrich

Stürme und Regenschauer haben die Mauern des Klosters in Maulbronn schon viele erlebt, auch an diesem Samstag wieder. Und doch schien dieses Mal alles etwas anders, weil das Kloster am Wochenende seine Tore wieder für den Besucherverkehr geöffnet hatte.

Wenn es nach Alexandra Müller und Petra Mohr von der Klosterverwaltung geht, am liebsten dauerhaft. Darüber entscheiden wird jedoch die Inzidenz: Sollte sie auf über 100 steigen, wird erneut geschlossen.

Auf diesen Moment haben wir alle seit Wochen und Monaten hingefiebert.
Petra Mohr, stellvertretende Klosterleitung

Wenn man Müller und Mohr nach ihren Gefühlen fragt, als am Freitagmorgen die ersten Besucher nach langer Zwangspause wieder vorbeikamen und ins Kloster wollten, dann sind sie sich beide schnell einig: Sie sind einfach nur erleichtert gewesen. „Auf diesen Moment haben wir alle seit Wochen und Monaten hingefiebert“, verrät Petra Mohr, stellvertretende Leiterin der Klosterverwaltung.

Besucher des Klosters Maulbronn haben Bedürfnis nach Kultur

Damit waren sie offenkundig nicht alleine. Sie schildert eine Begegnung vom Freitagmorgen, die sie auch tags darauf noch berührt: Unter den ersten Besuchern war eine Familie. Der Vater habe ihr gesagt: das Ticket in den Händen halten zu können, das sei für ihn ein ganz besonderer Moment.

„Das geht so tief ins Herz, die Erleichterung der Menschen zu spüren, das Bedürfnis nach Kultur“, bestätigt Mohr. Im Kloster kann genau dieses Bedürfnis momentan wieder befriedigt werden.

Zu öffnen, sobald die Inzidenz unter 35 fällt, das sei ohnehin immer das große Ziel gewesen, bemerkt Alexandra Müller, die vor kurzem erst die Leitung der Klosterverwaltung übernommen hat. Diese Schwelle wurde in den letzten Tagen erreicht, auch wenn die Werte inzwischen wieder steigen.

Momentan hat das aber lediglich Auswirkungen auf die Besucherzahl. Bei einer Inzidenz unter 35 seien natürlich mehr Menschen im Kloster erlaubt, als zwischen 50 und 100, bemerkt Müller. Desinfektionsmittel stehen ohnehin zur Verfügung und medizinische Masken sind Pflicht.

Sind noch genügend Kapazitäten zur Verfügung, dürfen sie rein.
Alexandra Müller, Klosterverwaltung

Denn auch wenn die Anlage viel Platz biete, gilt eines weiterhin: „Sicherheit geht vor.“ Das bedeutet laut Müller eben auch: sobald die Inzidenz wieder über 100 liegt, müsste das Kloster schließen, zumindest für die Besucher. Wer an einem der Gottesdienste teilnehmen möchte, die größtenteils wieder in der Klosterkirche stattfinden, für den gelten andere Regeln.

Wer in diesen Tagen als Besucher ins Kloster will, muss sich nicht zwingend vorab anmelden. Man kann auch spontan vorbeikommen. „Sind noch genügend Kapazitäten zur Verfügung, dürfen sie rein“, verspricht Müller.

Viele sind es am Samstagmittag nicht, die sich auf dem Platz aufhalten. Im Kloster drinnen ist es sogar leer, als Müller und Mohr den Magnolienbaum aufsuchen, gewissermaßen das Herzstück des Kreuzgartens. Er ist bei den Besuchern beliebt, weiß Mohr. Nicht zuletzt dann, wenn er zu blühen beginnt. „Dann ist er wunderschön.“

Bei den Besuchern ist der Magnolienbaum beliebt. Petra Mohr (links) und Alexandra Müller hoffen, dass die Besucher dieses Jahr wieder vor Ort erleben können, wie sich dessen ganze Blütenpracht entfaltet Foto: Stefan Friedrich

Letztes Jahr geschah das pandemiebedingt unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Das hat viele enttäuscht. Auch deshalb fände Mohr es „schön, wenn die Leute sich die Magnolie jetzt wieder anschauen können.“

Die ersten Knospen sind bereits da. Über Ostern dürften sie ihre ganze Pracht entfalten. „Unser Ziel ist, dass wir dann auch Besucher empfangen können“, sagt Müller.

In den Mauern scheint die Zeit stehengeblieben zu sein

Sie weiß, dass das Kloster auf die Besucher „einen beruhigenden Einfluss“ hat – wenn nicht so viele Menschen drin sind, vielleicht sogar noch mehr als sonst. Hier drin könne man Kraft tanken und sich auf sich selbst besinnen, erzählt Müller.

Das könne für manchen Besucher hilfreich sein, nachdem die Pandemie in den zurückliegenden Monaten doch vielen Menschen sehr viel Kraft abverlangt hat.

Tatsächlich scheint die Zeit innerhalb der Mauern stehengeblieben zu sein, als hätten die Klostermauern von dem Virus noch gar nichts mitbekommen; besser gesagt: als warte das Kloster einfach in stoischer Ruhe das Ende einer Pandemie ab, die letztlich nur eine kleine Episode in seiner Jahrhunderte lagen Geschichte gewesen sein wird. In der Stille des Kreuzgangs ist das ein geradezu tröstlicher Gedanke.

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