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Mühlacker investiert in Busse und Radwegenetz

Die Stadt Mühlacker investiert in den Verkehr der Zukunft: Die Radwege werden ausgebaut, außerdem sollen die Bushaltestellen barrierefrei umgebaut werden.

Busse sollen die 84 Bushaltestellen in Mühlacker zukünftig barrierefrei anfahren können, verspricht Bürgermeister Winfried Abicht (links). Foto: Stefan Friedrich

Von Stefan Friedrich

Die Stadt Mühlacker verfügt jetzt über zwei RadNetz-Wege, die Teil eines 2016 vom baden-württembergischen Verkehrsministerium aufgelegten Konzepts sind. Außerdem werden die Bushaltestellen in der Stadt sukzessive barrierefrei ausgebaut. Beide Vorhaben stellte Bürgermeister Winfried Abicht am Mittwoch bei einem Pressegespräch vor.

Eine sichere und komfortable Streckenführung ist das Ziel des RadNetzes Baden-Württemberg. „Das Land versucht damit, eine Alternative im Nahverkehr aufzubauen“, erklärte Abicht. In der Fläche sollen vor allem Verbindungen zwischen den Kommunen aufgewertet und für Radfahrer attraktiver gemacht werden, insbesondere auch für Pendler mit kürzeren Fahrstrecken. Ein Vorhaben, das insbesondere seit der Einführung der E-Bikes an Popularität gewonnen hat, weiß Abicht.

Mit technischer Hilfe seien inzwischen auch Strecken mit mehr oder minder steilen Anstiegen kein echtes Problem mehr. Deshalb hat sich auch Mühlacker um Fördermittel für die rund 125.000 Euro teure Maßnahme beworben. 42.000 Euro wurden bewilligt. Trotz Corona habe der Gemeinderat Anfang April, quasi mitten in der Hochphase der ersten Welle, grünes Licht gegeben, dass zwei RadNetz-Wege sofort in Angriff genommen werden sollen.

Konkret handelt es sich um eine Strecke, die aus Pforzheim kommend über die Waldäcker bis nach Illingen führt. Eine zweite Strecke verbindet Ötisheim mit der Innenstadt von Mühlacker. Abgeschlossen wurden beide Maßnahmen vor wenigen Tagen. Im Rahmen der Arbeiten wurden die vorhandenen Radwege „ertüchtigt“, so Jörg Soulier vom Umwelt- und Tiefbauamt der Stadt, das bedeutet: es seien nicht nur viele Schäden beseitigt worden; auch Bordsteine wurden abgesenkt oder Asphalt aufgetragen. Markierungen sind ebenfalls vorgesehen und sollen in den nächsten drei Wochen noch folgen.

Was ein solches Upgrade in der Praxis heißt, zeigt sich beispielsweise gegenüber der alten Kelter: Hier war der Radweg ursprünglich nur 1,50 Meter breit. „Wir haben uns dem angenommen und ihn deutlich verbreitert“, hob Stadtoberhaupt Abicht hervor.

Bushaltestellen sollen barrierefrei werden

Ein zweites großes Thema ist der Ausbau der Bushaltestellen im Hinblick auf die Barrierefreiheit. Nicht nur Rollstuhlfahrer, sondern beispielsweise auch Eltern mit Kinderwagen sollen dadurch leichter in den Bus einsteigen können. „Auch hier gab es im Gemeinderat überhaupt keine Diskussion“, resümierte Abicht.

„Da war eher die Frage, ob wir nicht sofort alle machen sollen.“ Die Kosten allerdings sind hier weit höher als beim Radwegenetz: Mit rund 20.000 Euro ist im Durchschnitt pro Haltestelle zu rechnen. 84 solcher Haltestellen finden sich im Stadtgebiet und in den Teilorten. Zehn davon sollen in einem ersten Schritt bis Ende Oktober angegangen werden.

Die neuen Haltestellen sollen eine Höhe von 18 Zentimetern haben, ein Kompromiss, der angesichts verschiedener Bushöhen unter anderem mit dem VPE abgestimmt wurde, informierte Abicht. Wichtig sei dabei aber, dass sich Autofahrer an die ausgeschilderten Parkverbote im Bereich der Bushaltestellen halten. Die Busse brauchen nämlich den Platz, weil sie die Haltestellen ansonsten nicht adäquat anfahren können und damit auch ein barrierefreies Einsteigen aufgrund der Abstände nicht mehr möglich wäre. „Dann nützen unsere ganzen Maßnahmen nichts“, gab der Bürgermeister zu bedenken.

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