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Diskussionen um Neubau

Neubau der Herrenwaagbrücke in Mühlacker-Dürrmenz: Anwohner befürchten Sperrungen

Der geplante Neubau der maroden Herrenwaagbrücke in Mühlacker-Dürrmenz sorgt kurz vor Beginn der Bauarbeiten weiter für Diskussionen. Bevölkerung und Lokalpolitiker und Bevölkerung befürchten Sperrungen und Umwege.

Mehr Hochwasserschutz: Beim Durchfluss an der Brückenunterkante wird es schnell eng und es drohen Überflutungen. Eine neue Brücke an der Stelle der jetzigen Herrenwaagbrücke in Dürrmenz soll deshalb auch den Hochwasserschutz erhöhen. Hier ein Bild vom Hochwasser im Juni 2013. Foto: Norbert Kollros

Das Regierungspräsidium will ab März die 74 Jahre alte Herrenwaagbrücke in Dürrmenz im Zuge der Landesstraße 1134 zwei Jahre lang erneuern. Das beschädigte Bauwerk steht auf zwei Mittelpfeilern, die den Hochwasserabfluss in der Enz behindern.

Zudem liegt ihr Unterbau im Abflussbereich des Flusses, was vor 27 Jahren dafür sorgte, dass beim „Weihnachtshochwasser“ 1993 Teile von Dürrmenz überflutet waren. Das Nachfolgebauwerk soll als Stabbogenbrücke mit 50 Metern Spannweite und 18 Metern Breite konstruiert werden, die ohne Stützpfeiler im Fluss auskommt. Außerdem sollen zwei Mini-Kreisverkehrsplätze hergestellt und der Fahrbahnbelag auf der Enzstraße und der Straße „Herrenwaag“ auf einer Länge von rund einem Kilometer erneuert werden.

Bauingenieur schlägt Verschiebung der Brücke vor

Erik Schweickert hat mit einer parlamentarischen Anfrage die Landesregierung aufgefordert, zu prüfen, ob die Planung des Regierungspräsidiums nicht doch noch optimiert werden könnte, um so den Dürrmenzern eine verkehrliche Trennung von der Kernstadt Mühlacker zu ersparen.

Der FDP-Landtagsabgeordnete bezog sich dabei auf den Bauingenieur Helmut Bloch. Dieser hatte vorgeschlagen, die Brücke auf der Westseite um zwei- und auf der Ostseite um fünf Meter zu verschieben. So lägen die Baugruben der Brückenfundamente nicht im Bereich der Landesstraße.

Letztlich spielt der Standort der Brücke für die Frage der Vollsperrung nur eine untergeordnete Rolle
Sylvia M. Felder, Regierungspräsidentin

Die Fachabteilung habe den Vorschlag geprüft, so Regierungspräsidentin Felder, aber auch bei den Überlegungen von Herrn Bloch seien Vollsperrungen nicht vermeidbar, da diese für den Bau des östlichen Kreisverkehrsplatzes und zur Sanierung der Enzstraße Voraussetzungen seien. „Letztlich spielt der Standort der Brücke für die Frage der Vollsperrung nur eine untergeordnete Rolle“, schreibt Felder an Günter Bächle, dem Fraktionsvorsitzenden der CDU Mühlacker.

Maßgeblich sei der Bau des Kreisverkehrsplatzes sowie die Sanierung der Enzstraße, die die Vollsperrung erforderlich machten. In diesen drei Monaten könne die alte Brücke noch genutzt und der Verkehr nach Mühlacker über Lomersheim umgeleitet werden, so Felder.

Die Verschiebung der Brücke und die Neuplanung hätte zur Folge, dass sich das Bauprojekt zeitlich weiter verschieben würde und – da die Maßnahme schon an eine Fachfirma vergeben wurde – auch teurer würde, so die Regierungspräsidentin.

Radwege stehen ebenfalls in der Diskussion

Weiteres Diskussionsthema ist die Unterquerung der Brücke mit Radwegen. Der Gemeinderat hatte im September 2019 erneut beschlossen, die Planung nicht weiter zu verfolgen. Philippe A. Singer, Landtagskandidat der CDU im Enzkreis, sieht den Brückenneubau als Möglichkeit, die Führung des Enztalradwegs über die stark frequentierte L1134 zu entschärfen. Alternativen sollten trotz der Ablehnung weiter geprüft werden, so Singer. „Hier muss die Verwaltung flexibler reagieren, wenn sich bei langen Planungsverläufen neue Erkenntnisse ergeben.“ Auch der Vorschlag von Bloch sollte einbezogen werden, findet Singer.

Bei einer digitalen Informationsveranstaltung am 3. Februar informiert das Regierungspräsidium über das Bauprojekt und die Verkehrseinschränkungen. Anmeldungen unter https://eveeno.com/herrenwaagbruecke

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