Skip to main content

Käufer wollen selbst sägen

Konstante Nachfrage: Enzkreis verkauft 16.000 Festmeter Brennholz im vergangenen Jahr

Knapp 30 Prozent der eingeschlagenen Holzmenge verkauft der Enzkreis als Brennholz. Revierförster Hans-Dieter Schäffer kommt in Neuenbürg auf 800 Festmeter im vergangenen Jahr. Am beliebtesten: Stämme, die Käufer selbst im Wald zusägen können.

Langes Brennholz zum selber sägen ist im Enzkreis um einiges gefragter, als Schlagraum-Parzellen. Jährlich verkauft der Neuenbürger Revierförster Hans-Dieter Schäffer Hunderte Festermeter. Foto: Felix Doll

Das Geräusch einer Kettensäge ertönt im Wald, oberhalb der Schwanner Warte in Straubenhardt. Zunächst leise, dann immer lauter, bis Hans-Dieter Schäffer sein Handy aus der Hosentasche nimmt. Der knatternde Klingelton verstummt, als der Neuenbürger Revierförster den ankommenden Anruf entgegennimmt. Am anderen Ende der Leitung ist ein Käufer, der sich für Holzstämme interessiert.

Als Revierförster ist es unter anderem Schäffers Aufgabe, sich um den Verkauf von Holz aus dem Forst zu kümmern. „Zunächst wird nach dem Verkauf für die physische Nutzung geschaut, anschließend für den thermischen Gebrauch“, erzählt Martin Fischer, Verwaltungsleiter Forsten und Jagd im Enzkreis.

Als erstes verkaufen die Förster also Stammholz, welches sich zur Weiterverarbeitung beispielsweise im Sägewerk eignet. Das übrige Holz wird teilweise als Brennholz angeboten.

Das Heizen mit Holz ist aktuell beliebt, die Nachfrage im Enzkreis groß

„Beim aktuell ansteigenden Ölpreis wird Holz zum Heizen wieder beliebter“, so Fischer. Ein Festmeter Buchenholz kann beispielsweise je nach Feuchtigkeit bis zu 230 Litern Heizöl entsprechen. Die Nachfrage nach Brennholz bezeichnet er bisher aber als konstant. „Etwa 30 Prozent der eingeschlagenen Holzmenge aus den Kommunalwäldern werden als Brennholz verkauft“. Im vergangenen Jahr verkaufte das Forstamt so 16.000 Festmeter. Bei einem Festmeter handelt es sich um einen Kubikmeter reines Holz.

In Neuenbürg kommt Schäffer mittlerweile jährlich auf knapp 800 Festmeter. „Als wir damit angefangen haben, nach dem Sturm Lothar, waren wir bei 30“, fügt er hinzu. Beliebt sei vor allem langes Brennholz. Hierzu legen die Forstmitarbeiter gefällte Bäume an den Rand der Waldwege.

Käufer können die Stämme anschließend selbst auf die gewünschte Länge zusägen. Voraussetzung ist eine vorherige Teilnahme an einem Motorsägen-Grundlehrgang.

Nachfrage nach Flächenlosen ist im Enzkreis und in Pforzheim stark zurück gegangen

Rückläufig sei allerdings die Suche nach Flächenlosen, auch Schlagraum genannt. Zeitweise bekommen Käufer dazu eine bestimmte Parzelle im Wald zugewiesen, in welcher sie Holz selbst aufarbeiten können. Je nach Gemeinde vergeben die Forstreviere stehendes Holz, sprich markierte Bäume, die Käufer selbst fällen dürfen, oder liegendes Holz, welches bereits vorbearbeitet wurde.

Welche Art angeboten wird, entscheiden die einzelnen Gemeinden, so Fischer. Hans-Dieter Schäffer schreibt in seinem Gebiet beispielsweise nur liegend aus. Preise für Holz aus Flächenlosen sind abhängig von der Lage und Geografie der Parzellen. Diese unterschieden sich zudem in ihrer Größe. Knapp 60 Prozent davon seien am Steilhang und schlecht zugänglich, weshalb sich immer weniger Leute dafür interessierten.

Auch die Stadt Pforzheim bezeichnet die Nachfrage von Flächenlosen als rückläufig. „Da wir seit circa drei Jahren größtenteils nur durch Trockenheit oder Borkenkäferbefall abgestorbene Bäume ernten, ist dies auch gut so“, sagt Pressesprecher Stefan Baust. Pro Jahr werden in Pforzheim bis zu 8.500 Festmeter Holz eingeschlagen.

Von den 1.700 Hektar Stadtwald vergibt die Stadt jährlich zwischen 35 und 40 Hektar als Schlagraum. „Dieses Jahr wurden bereits 36 Kunden bedient und fünf Bestellungen sind noch offen“, so Stefan Baust. Flächenlose seien mittlerweile eher eine Dienstleistung für die Bürger ­– die Einnahmen hierdurch gering. Ähnliches erzählt Martin Fischer über den Enzkreis.

Motorsägen und Schutzkleidung sind in Birkenfeld beliebt

Weiter hoch ist dagegen die Nachfrage für Motorsägen und Schutzkleidung zur Holzbearbeitung, wie Bernhard Hölzle vom Fachhandel Hölzle GmbH in Birkenfeld sagt. „Bei bald allen Artikeln übersteigt die Nachfrage die aktuelle Liefersituation“. Knapp 85 Prozent der Kunden entschieden sich weiterhin für benzinbetriebene Sägen, die restliche Nachfrage besteht aus Akku oder per Kabel betriebenen Sägen.

Für Schäffer ist das keine Überraschung. „Wenn die Leute einen Sägeschein machen, wollen sie diesen auch benutzen“, und die Anschaffung der Ausrüstung bedeute schließlich auch eine Professionalisierung.

nach oben Zurück zum Seitenanfang