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Weitere Spenden erwünscht

Fußballer aus Waldrennach spenden Trikots nach Afrika

Mehr als ein Stück Stoff: Fußballtrikots haben häufig einen hohen symbolischen Wert. Besonders wenn sie gespendet werden. Der SV Waldrennach hat nun zahlreiche Shirts zusammengepackt und spendet diese nun nach Gambia.

Große Spendenbereitschaft: Unzählige Kisten, Kartons und Koffer voller Trikots lagern beim SV Waldrennach. Raoul Thome (links) und Rolf Geckle kümmern sich darum, dass sie nach Afrika transportiert werden. Foto: Nico Roller

Eine Kiste nach der anderen hievt Rolf Geckle in den Kofferraum seines Autos. Ihr Inhalt: Trikots, die sich bald auf den Weg nach Afrika machen. Dort werden sie an örtliche Fußballvereine verteilt, die damit ihre Frauen-, Herren- und Jugendmannschaften ausstatten. „Die Freude ist immer riesig“, sagt Geckle und zeigt auf seinem Handy ein Video, in dem die Menschen jubeln, die Hände in die Luft strecken und die gespendeten Trikots in die Höhe werfen. Er ist der Vorsitzende des Sportvereins Waldrennach, der die Aktion bereits vor ein paar Monaten ins Leben gerufen hat.

Angefangen hat alles mit den Erfahrungen, die Sven Stadtrecher in Gambia gemacht hat: Seit September hält der Polizeibeamte im Rahmen eines polizeilichen Aufbauhilfeprojekts Schulungen in dem afrikanischen Land. Nebenbei trainiert er ehrenamtlich einen Fußballverein in Banjul, der Hauptstadt Gambias.

Dabei ist ihm aufgefallen, dass die Vereine dort unzureichend ausgestattet sind: Richtige Trikots gibt es nur selten – und wenn, dann keine einheitlichen für die ganze Mannschaft. Stadtrecher nahm Kontakt zum Sportverein Waldrennach auf: Geckle und er kannten sich, weil er früher die Jugendmannschaft von Astoria Walldorf trainierte, in der damals auch Geckles Sohn spielte.

Zu schade zum Wegschmeißen

Zusammen kamen sie auf eine Idee: Bei vielen Vereinen in der Region müssten noch Trikots herumliegen, die schon seit Jahren nicht mehr benutzt werden. Denn viele bekommen alle paar Jahre neue Klamotten und lagern die alten dann ein. „Zum Wegschmeißen sind sie ja auch viel zu schade“, sagt Geckle: „Es ist erstaunlich, wie gut die oft noch in Schuss sind.“ Im Oktober startete er einen öffentlichen Aufruf – und bekam schon wenige Tage später eine Flut positiver Rückmeldungen. „Die Resonanz war überragend“, erzählt er: „Wie waren begeistert, wie viele Fußballkollegen sich gemeldet haben.“ Vereine aus der gesamten Region waren dabei, ein Privatmann kaufte für die Aktion sogar drei nagelneue Trikotsätze.

Leuchtende Augen: In Gambia freuen sich die Fußballspieler über die gespendeten Trikots. Auch in dem afrikanischen Land finden regelmäßig Turniere statt, es gibt Vereine und einen Liga-Betrieb. Foto: SV Waldrennach

Schon zwei Wochen nach dem öffentlichen Aufruf machten sich die ersten vier Trikotsätze auf den Weg nach Gambia. Am 15. Januar folgte die zweite Lieferung mit acht Trikotsätzen. Und es wird weitere geben. Denn im Vereinsraum des SV Waldrennach stehen noch unzählige Kartons, Kisten, Koffer und Plastiksäcke. Sie sind prall gefüllt mit Trikots in allen Farben und Formen, für Erwachsene und für Jugendliche. Immer noch erhält Geckle Anrufe von Vereinen, die die Aktion unterstützen wollen. Über eine WhatsApp-Gruppe organisieren er und 15 weitere ehrenamtliche Helfer die Abholung.

Auch Vincent Onyango meldete sich bei ihm. Onyango wurde durch seine Stände mit kenianischem Kunsthandwerk auf verschiedenen Märkten in Nordrhein-Westfalen bekannt und hat sich bereits bei mehreren Aktionen für sein Heimatland Kenia engagiert. Über persönliche Kontakte kann er die Trikots dorthin bringen. „Ob die Trikots nach Gambia oder Kenia gehen, ist uns egal“, sagt Geckle: „Hauptsache, die Leute freuen sich.“

Nicht die erste gemeinnützige Aktion des SVW

Es ist nicht die erste gemeinnützige Aktion, die der SV Waldrennach organisiert. Nachdem der aktive Spielbetrieb schon Jahre zuvor zum Erliegen gekommen war, hatte man 2015 begonnen, sich zu überlegen, wie man sich als Verein sozial engagieren kann. Seither haben die Vereinsmitglieder nicht nur in der Flüchtlingshilfe viel getan, sondern auch zahlreiche soziale Einrichtungen in der Region unterstützt, etwa den Karlsruher Kindertisch.

2020 hätte es anlässlich des 100-jährigen Vereinsbestehens eigentlich eine Benefizveranstaltung mit „Scharinger and Friends“ geben sollen. Weil das wegen Corona nicht möglich war, hofft man nun, das Ganze im Sommer nachholen zu können. „Als Verein wollen wir die unterstützen, denen es nicht so gut geht und zeigen, was man über den Sport alles bewegen kann“, erklärt Geckle. Deswegen wird man auch die Trikot-Aktion noch so lange fortsetzen, wie neue Spenden eintreffen und Stadtrecher in Gambia ist.

Kontakt

Wer die Aktion unterstützen möchte, kann sich bei Geckle telefonisch (0174-1463368) oder per Mail (rolf.geckle@t-online.de) melden.

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