Skip to main content

Piks für ein Stück Freiheit

Bei Impfaktionen rund um Pforzheim wurden Brezeln und süße Stückle verteilt

Über 200 Menschen haben sich bei Impfaktionen des Landratsamtes rund um Pforzheim ihre Spritze abgeholt. Mancher hatte noch Zweifel, aber die Sehnsucht nach Normalität ist groß.

Brezel nach der Impfung: Elvira Boht (links) hat den Piks hinter sich gebracht, Landrat Bastian Rosenau und Erste Landesbeamtin Hilde Neidhardt warten auf sie mit einer kleinen Stärkung. Foto: Nico Roller

Schon um kurz nach neun Uhr hat sich am Samstagmorgen quer über den Parkplatz vor dem Neuenbürger Edeka-Markt auf der Wilhelmshöhe eine lange Schlange gebildet. Grob geschätzt, dürften es um die 50 Menschen sein, die alle anstehen, um sich impfen zu lassen.

Bastian Rosenau staunt. Der Landrat ist positiv überrascht: Man habe natürlich auf ein großes Interesse gehofft, denn man mache die Aktion ja nicht aus Spaß an der Freude. „Aber, dass sich gleich Schlangen bilden, haben wir nicht erwartet.“

Zusammen mit der Ersten Landesbeamtin Hilde Neidhardt steht Rosenau am Samstagmorgen in einem kleinen Zelt und verteilt Butterbrezeln und süße Stückle an die, die den Piks hinter sich gebracht haben. Damit die auch für alle reichen, hat er spontan noch eine Ladung nachbestellt.

216 Menschen geimpft

„Impfen mit Mehrwert und Nährwert“ hat der Enzkreis die Aktion genannt, die später am Tag auch noch in Mühlacker und Königsbach-Stein stattfinden wird. Insgesamt werden bis zum Abend 216 Menschen geimpft, 93 mit dem Präparat von Biontech, der Rest mit Johnson & Johnson.

Als Rosenau sich auf dem Neuenbürger Edeka-Parkplatz umschaut, zeigt er sich sehr zufrieden: Es sei genau die Altersgruppe gekommen, die man habe erreichen wollen: Menschen im mittleren Alter und junge Erwachsene. „Das zeigt, dass es etwas bringt, in die Fläche zu gehen.“

Ich will einfach wieder meine Freiheit haben, ohne mich immer testen lassen zu müssen.
Elvira Boht, Impfaktion in Neuenbürg

Auch Elvira Boht hat sich impfen lassen. Sie sagt, sie sei skeptisch gewesen, weil die Impfstoffe noch nicht ausreichend erprobt seien. Aber: „Ich will einfach wieder meine Freiheit haben und überall hingehen können, ohne mich immer testen lassen zu müssen.“

Auch Tanja (45) hat den Piks hinter sich gebracht, genauso wie ihre beiden Kinder. Auch sie war eigentlich skeptisch, was das Impfen angeht.

Ausführlich hat sie sich über das Für und Wider informiert. Mit ausschlaggebend seien für sie die möglichen Einschränkungen für Ungeimpfte gewesen, sagt sie, als sie nach der Impfung noch 15 Minuten zur Beobachtung sitzen bleibt.

Lange Schlangen auf Parkplätzen

Wenig später sitzt dort auch Barbara Casper mit ihrer Enkelin Larissa. Die Zwölfjährige hat sich impfen lassen: Das mache Vieles einfacher, sagt sie und nennt als Beispiel, dass dann das Testen in der Schule wegfalle.

Casper sagt: „Ich finde es toll, dass die Aktion gemacht wird.“ Um Corona in den Griff zu bekommen, braucht es aus ihrer Sicht so schnell wie möglich eine Herdenimmunität.

Als sie und ihre Enkelin wieder gehen, steht immer noch eine lange Schlange auf dem Parkplatz, der inzwischen nicht mehr im Schatten liegt. Viele der Wartenden stehen jetzt in der Sonne.

Landrat Bastian Rosenau und Erste Landesbeamtin Hilde Neidhardt verteilen kleine Wasserflaschen. Mit den Impfungen geht es unterdessen in hohem Tempo weiter.

Rettungskräfte hoffe auf viele Geimpfte

Medizinische Fachkräfte kümmern sich in einem von außen nicht einsehbaren Zelt um die Impfung, Mitarbeiter des Landratsamts davor um die organisatorischen Angelegenheiten.

Rosenau freut sich, dass die Supermärkte für die Aktion gewonnen werden konnten. Unterstützung kommt in Neuenbürg auch von der örtlichen Feuerwehr, vom Roten Kreuz und von der DLRG aus Birkenfeld. Insgesamt ist rund ein Dutzend ehrenamtlicher Helfer vor Ort.

„Die Zusammenarbeit klappt einwandfrei“, sagt der Neuenbürger Feuerwehr-Kommandant Manfred Wankmüller: „Uns als Blaulicht-Organisationen ist es wichtig, dass möglichst alle geimpft sind, weil unsere Einsatzkräfte viel mit Menschen in Kontakt sind.“

Wenn man nicht wisse, ob eine Person geimpft sei, fahre man mit einem sehr mulmigen Gefühl zum Einsatz. Wankmüller ist überzeugt: „Die Impfung ist der einzige Weg zurück zur Normalität.“

nach oben Zurück zum Seitenanfang