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25 Meter hohe Thuja war krank

Höher als der Kirchturm: Gemeinde Neuhausen fällt prägenden Baum im Ort

Der 25 Meter hohe Baum neben der Sankt Sebastianskirche prägte das Ortsbild von Neuhausen. Eigentlich wollte man den neuen barrierefreien Zugang zur Kirche um ihn herum planen. Doch der gesundheitliche Zustand der Thuja ließ das nicht zu.

Die hohe Thuja neben der Sankt Sebastianskirche in Neuhausen wurde gefällt. Foto: Heinz Richter

Man kann schon sagen, dieser vermutlich weit über hundert Jahre alte Baum war in Neuhausen ortsbildprägend. Aber er war auch krank.

Jetzt wurde direkt neben der Sankt Sebastianskirche eine 25 Meter hohe Thuja gefällt. Der Baum war höher als der Kirchturm der Sebastianskirche und fast so hoch wie der Turm der Pfarrkirche Sankt Urban und Vitus.

„Wir hätten den Baum auch erhalten und drumherum geplant“, erklärt Stephan Banschbach vom Ordnungsamt der Gemeinde Neuhausen. Doch der gesundheitliche Zustand des Baumes ließ das nicht zu.

Baum war hohl und sah nicht mehr gut aus

Für die Sankt Sebastianskirche ist ein barrierefreier Zugang geplant. Die Kirche ist im Besitz der weltlichen Gemeinde. Das hängt damit zusammen, dass früher dort der Gemeindefriedhof war. In der kleinen Kirche finden Gottesdienst statt, aber auch kulturelle Veranstaltungen.

In regelmäßigen Abständen werden die Alt- und Schadbäume im Innenbereich der Gemeinde kontrolliert. Die Thuja fiel bei einer Kontrolle auf. Als der Baumspezialist mit einem Schonhammer gegen die Rinde des Stammes schlug, stellte er fest: Das klingt hohl.

Das Fällen fällt uns nicht leicht.
Stephan Banschbach, Ordungsamt Neuhausen

Auch der visuelle Eindruck war von diesem Baum nicht der Beste. Man hätte nun umfangreich mit dem Bohrer prüfen oder ein Gutachten erstellen können. Darauf hat man verzichtet. Auch wenn Stephan Banschbach versichert: „Das Fällen fällt uns nicht leicht.“

Den Baum zu kappen wäre auch eine Möglichkeit des Erhaltes auf Zeit gewesen. Aber ein Baum sieht dann meist nicht mehr gut aus. Die Gemeinde möchte dann schon lieber einen neuen Baum pflanzen.

Thuja prägte das Ortsbild von Neuhausen

So rückten Philipp Häberle von der Firma Lohn+Forst aus Simmozheim und Manuel Schweitzer aus Leonberg an und trennten zunächst in der Krone die Äste ab und sägten danach in kleinen Stücken etwa sieben Meter von oben den Stamm ab.

Danach konnte der Baum gefällt werden und fiel wie geplant neben der Hecke mit einem dumpfen Knall zu Boden. An die Krone zu gelangen war mit dem mitgebrachten hydraulischen Korb gerade noch so möglich. Bis zu 27 Meter reicht die Korbhöhe.

Thujen werden bis zu 180 Jahren alt. Die jetzt gefällte Thuja war aus Richtung Schellbronn schon von weitem zu erkennen. Weil der etwa 30 Meter hohe Turm der Sankt Urban und Vitus-Pfarrkirche tiefer liegt, war der hohe einzelstehende Baum ortsbildprägend.

Bislang ist der Zugang zur Sankt Sebastianskirche ein Kopfsteinpflaster. Bei ersten Beratungen im Gemeinderat über den barrierefreien Weg in die Kirche wollten einige Gemeinderäte das Kopfsteinpflaster gerne erhalten.

Nun soll ein rollstuhlgerechter Weg geplant werden und das Kopfsteinpflaster wenn möglich im Randbereich erhalten bleiben.

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