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Seit hundert Tagen im Amt

Neuhausens Bürgermeisterin: „In der Gemeinde habe ich meinen absoluten Traumjob gefunden“

Im Dezember trat Sabine Wagner ihr neues Amt als Bürgermeisterin in Neuhausen an. In ihr Aufgabengebiet hat sie sich inzwischen eingefuchst, aber die Reihe neue Herausforderungen reißt nicht ab.

Seit 100 Tagen als Bürgermeisterin in Neuhausen im Amt: Sabine Wagner. Foto: Heinz Richter

Die ersten 100 Tage hat Sabine Wagner (parteilos) als Bürgermeisterin von Neuhausen geschafft. „Gefühlt waren es 300 Tage“, erzählt sie und wirkt dabei weiter quirlig und voller Arbeitseifer. Einiges hat sie schon auf den Weg gebracht, andere Themen sind in Vorbereitung.

Ihr größtes Projekt hat sie in den Gremien in einer Powerpoint-Präsentation bereits vorgestellt: den Bildungscampus. Der soll aus der Verbandsschule im Biet werden. Und ihr Fazit nach 100 Tagen im Amt? Trotz langer Arbeitstage sagt Sabine Wagner: „In der Gemeinde habe ich meinen absoluten Traumjob gefunden.“

In der Gemeinde habe ich meinen absoluten Traumjob gefunden.
Sabine Wagner, Bürgermeisterin von Neuhausen

Oft sind es die kleinen Dinge am Rande, die viel Freude bereiten, sagt Sabine Wagner. Auf dem Besprechungstisch im Arbeitszimmer der Bürgermeisterin steht ein großer Blumenstrauß. Den hat sie geschenkt bekommen.

Eine Witwe musste eineinhalb Jahre warten, bis sie die Urne ihres Mannes endlich auf dem Friedhof beisetzen konnte. Davor fehlte für die neugeschaffenen Bestattungsmöglichkeiten schlicht und einfach die formell notwendige Satzung und die Urne lag beim Bestatter. Die Frau war so dankbar, dass sie nach dem Friedhofsbesuch im Rathaus einen Blumenstrauß vorbeibrachte.

Mann und Tochter sieht Sabine Wagner momentan selten

Sabine Wagners Töchterchen Emilia (fünf Jahre) und ihr Ehemann haben hingegen momentan wenig von ihr: „Ich versuche wenigstens zum gemeinsamen Abendessen daheim zu sein“, erzählt die Bürgermeisterin. Aber bei den vielen abendlichen Sitzungen werde auch das manchmal schwierig.

Schöne Erinnerungen hat sie noch an ihren ersten Arbeitstag kurz vor Weihnachten. Blumen gab es vom Rathausteam für sie. Wichtig war es ihr die Zukunft der Gemeinde abzustecken. Deshalb gab es im Januar eine Strategietagung ein Stückchen weg von Neuhausen über das Wochenende. Mit dabei: die Gemeinderäte, Hauptamtsleiter und Kämmerer. „Wo soll die Gemeinde in acht bis zehn Jahren stehen?“, lautete die Frage. Prioritäten wurden gesetzt und eine mittelfristige Finanzplanung zusammengestellt.

Ich versuche wenigstens zum gemeinsamen Abendessen daheim zu sein.
Bürgermeisterin Sabine Wagner

In den ersten hundert Tagen haben viele nach dem Motto „neue Besen kehren gut“ ihre Wünsche direkt bei einem Gespräch mit der Bürgermeisterin vorgebracht. „Da ging es um zu viel Lärm, ein Zebrastreifen wurde gefordert, ebenso wie Verbesserungen beim Busverkehr als dringend angemahnt wurden“, sagt Sabine Wagner.

Das größte Projekt hat die Bürgermeisterin in ihren Wochen bereits im Gemeinderat und Schulverband vorgestellt: Den Bildungscampus. Alles in allem reichen vermutlich zehn Millionen Euro nicht aus. In Kooperation soll es dann sogar möglich sein in der Verbandsschule auf das Abitur vorbereitet zu werden und ein neuer großer Kindergarten soll in das Schulzentrum integriert werden.

Die Zahl der Kindergartenkinder nimmt in Neuhausen zu. Noch gibt es keine Warteliste. Aber im neuen Kindergartenjahr ab September fehlen zehn Plätze. Deshalb wurden im Hamberger Kindergarten schon zusätzliche Plätze geschaffen. Künftig sollen Eltern ihre Kinder schon kurz nach der Geburt für einen Platz in einem Kindergarten anmelden können. Die Zusage gibt es dann ein halbes Jahr vor dem Kindergarteneintritt.

Neuhausener Rathaus soll digitaler werden

Am 1. April fängt ein stellvertretender Kämmerer bei der Gemeindeverwaltung an, ebenso ein Digitalisierungsbeauftragter. Zukünftig soll mehr digital bei der Gemeinde erledigt werden können.

Drei Baugebiete gibt es in Neuhausen in Wartestellung, teilweise seit Jahren. „Ettern“ in Hamberg soll in zwei Bauabschnitte geteilt werden, „Herzbonengarten“ um einen Seniorenpark erweitert werden und „Im Falter“ ist ein Planungswettbewerb angedacht. Auf jeden Fall gehe es vordringlich um eine baldige Erschließung, so Sabine Wagner. Die Grundstücke im neuen Gewerbegebiet West seien stark nachgefragt, es habe auch schon Absagen von der Gemeinde gegeben.

Gewünscht wird in Neuhausen ein Drogeriemarkt und den könnte es schon bald geben. Die Bürgermeisterin führt nicht nur Gespräche mit Grundstückseigentümern. Was fehlt, seien aber vor allem die vielen kleinen und großen Dorffeste seit Corona, sagt die Bürgermeisterin.

Doch es gibt auch ganz neue Aufgaben: Für die Ukraine-Flüchtlinge wird das alte Sankt-Josefsheim in Steinegg wieder belegt. Neuhausen rechnet in den nächsten Wochen mit der Unterbringung von 13 Flüchtlingen. Aber auch das Angebot privater Wohnungen sei groß, berichtet Sabine Wagner. So lange es geht möchte sie eine dezentrale Unterbringung organisieren. „So wollen wir um die Belegung von Hallen herumkommen. Die Vereine sind durch Corona schon gebeutelt genug“, erklärt sie.

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