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Gewerbegebietsplanung gab den Anstoß

Neu gegründete Liste Mensch und Umwelt hat bei der Kommunalwahl in Neulingen viel vor

Im Gespräch mit dieser Redaktion erläutern die Gleichgesinnten ihre Anliegen. Das Verhindern vermeidbarer Flächenversiegelung steht dabei ganz oben auf der Liste.

Menschen mit Katze sitzen auf Couch
Simon Kuhn, Elke Bös und Ludwig Bös (von links) stellen die neue Liste aus Neulingen vor. Vor allem der Mensch und die Umwelt stehen im Vordergrund. Foto: Jochen Göbel

Elke Bös, ihr Mann Ludwig und Mitinitiator Simon Kuhn sitzen gut gelaunt am Wohnzimmertisch und berichten im exklusiven Gespräch mit dieser Redaktion von ihren Plänen. Es ist zu spüren, dass sich hier in Neulingen, bestehend aus den Orten Bauschlott, Göbrichen und Nußbaum, motivierte Gleichgesinnte zusammengefunden haben, um kommunalpolitisch vor Ort etwas zu bewegen. Am besten gehe das vor Ort mit einer Liste. So kam die Idee zur Gründung der Liste Mensch und Umwelt (LMU), die zum ersten Mal zur Kommunalwahl im nächsten Jahr antreten wird, wie die drei berichten.

„Vor einigen Jahren sollte hier in Göbrichen ein interkommunales Gewerbegebiet angesiedelt werden. Vor allem gutes Ackerland, Natur und Biotope wären dem dann zum Opfer gefallen“, stellt Elke Bös fest. Es habe sich dann eine Bürgerinitiative vor Ort gegründet – und schließlich fand man den Konsens, dass das bisherige Gewerbegebiet erweitert wird, ganz ohne neue Flächen zu beanspruchen oder zu versiegeln.

Außerhalb des Gemeinderates sind Möglichkeiten beschränkt

Ludwig Bös ergänzt, dass dies so etwas wie eine Initialzündung gewesen sei. Allerdings ist man sich einig, dass man wirklich nur im Gemeinderat etwas bewegen kann. Vor allem erhalte man nur im Gremium frühzeitig und exklusiv Informationen, um agieren zu können. „Als Bürger hat man sonst nur sehr bedingt Einfluss“, so Elke Bös. Zwar könne man im Rat Fragen stellen und würde auch über das Ortsblättle informiert, aber dies sei spärlich.

Simon Kuhn berichtet, dass man eine bunte Truppe sei und auch durchgängig alle Altersgruppen vertreten sind. „Wir haben mit Parteipolitik gar nichts am Hut, sind auch nicht vernetzt, sondern möchten für die Menschen in der Gemeinde ein Angebot mit Mehrwert darstellen, ganz ohne das übliche parteipolitische Geplänkel“, betont Kuhn.

Neuzugänge sind willkommen

Die Liste Mensch und Umwelt (LMU) stelle den Menschen und seine Umwelt in den Vordergrund. Etwa 15 Mitstreiter gebe es schon aus allen Ortsteilen, aber der Fokus liege in Göbrichen. Man wäre erfreut über noch mehr Idealisten, auch aus den beiden anderen Gemeindeteilen. Jeden dritten Sonntag finden Treffen statt.

Programmatisch möchte man vor allem für den Erhalt der landwirtschaftlichen Nutzfläche eintreten, aber auch bestehende Flächen in den Ortschaften sollten besser genutzt werden. Hierzu wäre aus Sicht der Gruppe eine Verdichtung bestehender Flächen wünschenswert – oder dass man in die Höhe baue beziehungsweise anbaue.

Rad-Infrastruktur und ÖPNV auf der Agenda

Ein weiteres Anliegen sind bessere oder überhaupt gebaute und ausgebaute Radwege. Hier gebe es in der Gemeinde noch Nachholbedarf. Auch müsse der öffentliche Nahverkehr verbessert werden. „Es ist gerade für Ältere super schwer, von einem Ortsteil zum anderen hier in der Gemeinde mit dem Bus zu kommen“, wie Kuhn feststellt.

Man möchte auch nicht nur ein Angebot vor der Kommunalwahl darstellen. „Oftmals wird vor den Wahlen viel Action gemacht und viel versprochen, danach ist Sendepause“, so Kuhn augenzwinkernd. „Wir stellen uns regelmäßige Treffs, Vorträge, Sonntagsspaziergänge oder Filmabende zu speziellen Themen ganzjährig vor.“

Konkret werde es dann im nächsten Jahr mit den Wahlkampfplanungen und einem fertigen Wahlprogramm losgehen. Die Akteure hoffen, dass das neue politische Angebot in Neulingen auf viel Zustimmung stoßen wird.

Kontakt

LMU-Neulingen@tutanota.de

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