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Drei Varianten stehen zur Auswahl

Vorplanung für die Umfahrung von Bauschlott zwischen Pforzheim und Bruchsal hat begonnen

Umfahrung, Einhausung, Tunnel: Für die Streckenführung der B294 in Neulingen-Bauschlott werden drei Varianten geprüft. Es geht um Kosten, Umwelt – und die Entlastung der geplagten Anwohner.

Umstrittenes Projekt: Wie die Pläne für die Ortsumgehung im Gelände aussehen würden, zeigte Joachim Fuchs (rechts) kürzlich dem Landtagskandidaten Philippe Singer. Foto: Nico Roller

Wie verläuft die B294 künftig? Mit einem Scopingverfahren beginnt jetzt die Vorplanung für die Ortsumfahrung von Bauschlott. Damit geht eine Idee, die bald ein halbes Jahrhundert alt ist, der Verwirklichung wieder ein Stück entgegen.

Die B294 ist die wichtigste Verbindung zwischen Pforzheim und Bretten. Die einzige Ortsdurchfahrt auf dem Weg ist die im Neulinger Ortsteil Bauschlott, und der leidet unter dem Verkehr. 2001 hatte es schon mal einen Vorentwurf gegeben. Doch Personalmangel im Regierungspräsidium und Vorfahrt für andere, wichtiger eingestufte Projekte verhinderten, dass es zu einem Planfeststellungsverfahren kam. Jetzt geht es also auch offiziell wieder voran.

Kostenschätzung unter 20 Millionen Euro ist veraltet

Als nächstes steht ein Scopingverfahren an. Erstes Ziel ist es laut einer Mitteilung des zuständigen Regierungspräsidiums Karlsruhe, umweltrelevante Themen zu ermitteln und die Vorhabenträger früh zu unterrichten, welchen Inhalt, Umfang und Detailtiefe die Unterlagen über die Umweltauswirkungen des Vorhabens haben müssen. „Aber auch darüberhinausgehende Auswirkungen und mögliche Schwierigkeiten des Projekts sollen ermittelt sowie Anregungen zu den weiteren Planungen aufgenommen werden“, heißt es weiter. Allein die Vorplanung des Projekts wird mehrere Jahre dauern.

Geprüft werden ergebnisoffen drei Varianten. Eine Ostumfahrung, eine Ostumfahrung mit Einhausung – und ein Tunnel unter Bauschlott. Die derzeit noch offiziell auf der Projektseite des Regierungspräsidiums präsentierte Kostenschätzung von 19,8 Millionen Euro bezieht sich auf die reine Ostumfahrung. Zugrunde liegen allerdings Werte von 2014. Laut Baupreisindex müsste man heute höhere Kosten annehmen, die wohl um 22,5 Millionen Euro lägen.

Noch einmal teurer wären die Variante mit Einhausung und der Tunnel. Damit die Ortsumfahrung nicht zu weit durch das nahe Naturschutzgebiet führt, ist es eine relativ ortsnahe Variante. Heißt: Sie kommt der Wohnbebauung teils ziemlich nah. Dafür könnte die Ölbronner Straße (L 611) angeschlossen werden. Diese Option entfällt bei einem Tunnel. Die Varianten sind auch politisch durchaus umstritten.

Kommt die durchgehende Verbindung von Pforzheim bis Bruchsal?

Die Umfahrung ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 als Neubau im vordringlichen Bedarf eingestuft. Ebenfalls vorgesehen sind die Südwestumfahrung von Bretten auf der B294 und die Umfahrung Bruchsal-Ost auf der B35. Würde all das verwirklicht, würde es eine duchgehende Verbindung von Pforzheim über Bretten bis Bruchsal geben.

Bei einer Untersuchung 2010 wurden täglich im Schnitt mehr als 15.000 Fahrzeuge gemessen. der Schwerverkehrsanteil betrug sechs Prozent. Überdurchschnittlich hoch war der Durchgangsverkehr, hier wurde ein Wert von 90 Prozent gemessen. Entsprechend hoch ist die Belastung für die Anwohner durch Lärm und Schadstoffe.

Infos zum Scopingverfahren:

Wegen der Corona-Pandemie gibt es keinen Besprechungstermin. Stattdessen wird das Verfahren schriftlich durchgeführt. Neben den betroffenen Fachbehörden, anerkannten Naturschutzvereinigungen und sonstigen Vereinigungen ist auch die Öffentlichkeit eingeladen, sich zu dem Vorhaben zu äußern. Stellungnahmen und Äußerungen können bis zum 11. Dezember bei der Planfeststellungsbehörde des Regierungspräsidiums Karlsruhe per Brief an Regierungspräsidium Karlsruhe, Referat 17 Planfeststellungsbehörde, 76247 Karlsruhe oder per E-Mail an poststelle@rpk.bwl.de eingereicht werden.

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