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Bauarbeiten bis Ende August

Umbau des Bahnhofs in Niefern-Öschelbronn gestartet: Das bedeutet die Baustelle für den Bahnverkehr

Am Bahnhof in Niefern-Öschelbronn ist an diesem Montag der Startschuss für die Umbauarbeiten gefallen. Das hat auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr.

Die Baurbeiten am Nieferner Bahnhof haben am Montag begonnen Foto: Jürgen Peche

Verkehrsstation nennt sich der Bahnhof Niefern in der Sprache der DB Netze. Und diese Station ist seit Montag früh bis Ende August dieses Jahres tagsüber zwischen 8.30 und 16.30 Uhr wegen Bauarbeiten vom Bahnverkehr abgehängt. Die sonst in Niefern haltenden Züge werden durch Busse ersetzt, die zwischen Enzberg und Eutingen pendeln.

Die Bauarbeiten beinhalten die Erhöhung der Bahnsteige, um damit Menschen mit Behinderungen, aber genauso Fahrgästen mit Gepäck den Ein- und Ausstieg aus Zügen zu erleichtern. Zu dem Paket des barrierefreien Umbaus zählen auch zwei Aufzüge vom Treppenübergang auf die Bahnsteige. Diese Arbeiten erfolgen anschließend und ohne Verkehrseinschränkungen.

Am Montagmorgen haben zwei auf Schienen rollende Bagger pünktlich um 8.45 Uhr mit dem Wegschieben des alten Asphaltbelags auf dem Bahnsteig Richtung Mühlacker begonnen. Andere Arbeiter demontierten das bisherige gläserne Warthäuschen. Dafür soll später gleich mehrfach Ersatz geschaffen werden mit jeweils drei Wartehäuschen auf den beiden Bahnsteigen.

Kompromiss Kombi-Bahnsteig

Und die Bahnsteige haben es in sich, waren jahrelang Gegenstand von heftigen Diskussionen im Landtag und füllten Ordner von Landtagsdrucksachen. Die Hauptrolle des Kritikers spielt dabei bis heute der FDP-Landtagsabgeordnete Erik Schweickert. Es ging um die beiden in Frage kommenden neuen Bahnsteighöhen von 55 und 76 Zentimetern.

Der Bund will langfristig die für ICE-Züge tauglichen 76 Zentimeter, das Land für die noch mindestens 20 Jahre auf der Residenzbahn-Strecke rollenden neuen Nahverkehrszüge die passenden 55 Zentimeter hohen Bahnsteige. Auf diese Höhe wurde vor drei Jahren bereits der Bahnhof Mühlacker umgebaut.

Wenn Niefern allein auf die zukunftsträchtige Höhe von 76 Zentimeter umgebaut würde, stünden die Fahrgäste beim Ausstieg vor einer 21 Zentimeter hohen Betonbarriere. Und beim Einstieg müsste man tief hinuntersteigen. Von Barrierefreiheit also keine Spur. Diese Reise nach Absurdistan fand sogar Eingang in die Satiresendung „Extra drei“.

Aber so schlimm kommt es nun doch nicht: Der Kompromiss heißt Kombi-Bahnsteig – mit zwei Bahnsteighöhen. Vom Bahnhofsgebäude aus Richtung Enzberg werden die Bahnsteige 76 Zentimeter hoch und fallen dann Richtung Eutingen als Rampe auf 55 Zentimeter ab. Wer barrierefrei einsteigen will, muss also westlich des Bahnhofs einsteigen.

Diese Kröte müsse man schlucken, so Schweickert. Genauso den Fakt, dass Rollstuhlfahrer von den Aufzügen kommend mehr Zeit einplanen sollten, um in den ebenen Einstiegsbereich zu gelangen. Der Liberale sah sich am Montagmittag den Baubeginn an. Er hätte den 55-Zentimeter-Bereich gerne Richtung Enzberg gesehen, auch damit der Bahnhof nicht zu sehr optisch versinkt. Aber mit dem Kompromiss des Kombi-Bahnsteigs könne er dennoch gut leben. „Ich bin froh, dass der Umbau jetzt losgeht“.

Einschränkungen für die Fahrgäste gibt es tagsüber während der Arbeiten an den Bahnsteigen bis zum 27. August. Immerhin: Die Haltestellen für den Ersatzverkehr liegen direkt an den Bahnhöfen. Nur deren Fahrplan sei auf der Bahn-App schwer zu finden, kritisiert Schweickert. So müsse als Ziel Richtung Stuttgart zunächst Enzberg angegeben, und dann erst die weitere Verbindung nach Stuttgart gesucht werden.

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