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Behörden sind sicher

Gewerbegebiet in Niefern-Öschelbronn gefährdet Wasserversorgung

Neue Gewerbeflächen für Niefern-Öschelbronn vertragen sich nicht mit dem Wasserschutzgebiet, in dem sie angelegt werden sollen. Gegner des Gewerbegebiets Reisersweg I bringen sich in Stellung.

Viel Grün: Die derzeit noch landwirtschaftlich genutzte Fläche für das geplante Gewerbegebiet Reisersweg liegt über einem wichtigen Tiefbrunnen für die Wasserversorgung. Foto: Tilo Keller

Es spricht einiges gegen ein Gewerbegebiet Reisersweg I. Dies liegt der Gemeinde Niefern-Öschelbronn schriftlich vor.

Gesundheitsamt, das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB), das Technologiezentrum Wasser (TZW), der Landesnaturschutzverband sowie Stadt und Stadtwerke Pforzheim schätzen die Verwirklichung als zu gefährlich für die Wasserversorgung ein.

Darauf verweist die „Initiative Trinkwasser- und Naturschutz gegen ein Gewerbegebiet Reisersweg“ und sieht sich bestätigt. Gleichzeitig warnt sie, dass die Einwände im Niefern-Öschelbronner Rathaus wohl beiseite geschoben werden, und ruft die Bevölkerung zum Widerstand auf.

Gemeinderat unternimmt dritten Anlauf zum Gewerbegebiet in Niefern-Öschelbronn

Dass Gewerbe über den wichtigen Tiefbrunnen der Pforzheimer Stadtwerke nicht als gute Idee eingestuft wird, hat Niefern-Öschelbronn schon mehrfach erfahren.

Entsprechend sind die vorgebrachten Argumente gegen den Bebauungsplan „042 Reisersweg I“ keine Überraschung für den Gemeinderat. Dies zeigte am Mittwoch die jüngste Sitzung.

Das Gremium hat mit dem Bebauungsplanverfahren im Juli vergangenen Jahres den dritten Anlauf genommen, das seit 2004 über den Flächennutzungsplan abgesicherte Gewerbegebiet in Angriff zu nehmen.

Es gibt ein sehr hohes Gefährdungspotenzial.
Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau

Nachdem Gegenargumente wenig Überzeugungskraft entfalten, dürfte der Konflikt auf der Ebene des Regierungspräsidiums ausgetragen werden.

Als „nicht tragbar“ stuft das LGRB das Vorhaben ein. „Handlungen, Errichtungen und Vorgänge mit Ausnahme von Maßnahmen der Trinkwassergewinnung“ seien in dem Gebiet nicht angezeigt und mit einem „sehr hohes Gefährdungspotenzial“ verbunden, zitiert die Initiative aus der Stellungnahme der Behörde.

Beim Gesundheitsamt verweist sie auf den Satz: „Anforderungen der Wasserschutzgebietsverordnung müssen ohne Ausnahme gewährleistet sein“.

Das Amt halte überdies auch wegen der aktuellen klimatischen Entwicklung einen schonenden Umgang mit Wasserressourcen für unumgänglich.

„Eine hohe Verwundbarkeit des Trinkwasservorkommens aufgrund der hydrogeologischen Bedingungen“ sei aus Sicht des TZW gegeben.

Die Einrichtung des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfachs verweist überdies darauf, dass „technische Schutzmaßnahmen das Gefährdungsrisiko für das Grundwasser nicht dauerhaft ausschließen können“.

Schutzwürdige Tierarten wären von Gewerbegebiet in Niefern-Öschelbronn betroffen

Das betreffe die ganze Region, argumentieren die Pforzheimer Stadtwerke seit Jahren. Dies müsse überdies vor dem Hintergrund des Klimawandels und der Kontingentgrenze beim Bodenseewasser betrachtet werde.

Dass überdies schutzwürdige Tierarten von einem Baugebiet betroffen wären, macht der Arbeitskreis Enzkreis des Naturschutzbunds deutlich.

Er gehört ebenso zur Initiative gegen den Reisersweg I wie SPD-Fraktion, WiP/Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen im Pforzheimer Gemeinderat, die jeweils zugehörigen Kreisorganisationen, BUND Ortsgruppe Pforzheim und Regionalverband Nordschwarzwald sowie die Bewegungen Extinction Rebellion und Fridays for Future Pforzheim.

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