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Chancen für Radschnellweg stehen gut

Zum Jubiläum der Radwege-Kommission Enzkreis gibt es mehr Fördermittel aus Berlin

Vor 20 Jahren wurde die Radwege-Kommission des Enzkreis ins Leben gerufen. Angestrebt wird aktuell ein Radschnellweg von Pforzheim bis Stuttgart. Mit den eigenen Konzepten sei man „just in time“, so Herz.

Zum Jubiläum der Radwege-Kommission brachte der Erste Landesbeamte Wolfgang Herz (vorne, Mitte) gute Nachrichten mit: Kommunen können jetzt auf Fördermittel des Bundes zugreifen Foto: Stefan Friedrich

Zum 20-jährigen Bestehen der Radwege-Kommission des Enzkreises brachte der Erste Landesbeamte Wolfgang Herz am Mittwoch gute Nachrichten aus Berlin und der Region mit: Der nationale Radverkehrsplan stockt die Mittel für Kommunen auf –und in Sachen Radschnellweg Pforzheim-Vaihingen gibt es eine positive Entwicklung.

Da wirkte das „Kaiserwetter“ (Herz) beim offiziellen Fototermin zum Jubiläum geradezu wie bestellt. Die Sonne strahlte mit den Gesichtern der Kommissionsmitglieder förmlich um die Wette. Eben auch, weil in Sachen Radschnellweg zwischenzeitlich „das Signal gekommen ist, auf das wir gewartet haben, um da anzudocken.“ Herz bezog sich dabei auf den Radschnellweg von Vaihingen an der Enz nach Stuttgart. Dieser habe in einer Bewertung „sehr gut abgeschnitten.“

Damit sieht es jetzt auch gut aus, was die Trasse Vaihingen-Pforzheim betrifft. In einer Machbarkeitsstudie hat man diese ohnehin schon untersucht, so Herz. Daran beteiligt waren die Gemeinden Pforzheim, Niefern-Öschelbronn, Mühlacker, Illingen und Vaihingen.

Der Enzkreis ist mit dem Radkonzept am Puls der Zeit

Rund 26 Millionen Euro würde die Trasse kosten; bis zu 2.300 Radfahrer pro Tag werden darauf erwartet. Auch deshalb macht der Zusammenschluss mit der Strecke Richtung Landeshauptstadt Sinn, so der Erste Landesbeamte. „Wer in Niefern wohnt, der kann morgens mit dem Rad nach Stuttgart fahren“.

Dass in Berlin zwischenzeitlich auch der nationale Radverkehrsplan auf den Weg gebracht wurde – „eine der guten Aktionen des Bundesverkehrsministers“, kommentierte Herz – sei da natürlich hilfreich. Mit der Arbeit der Kommission und mit den im Enzkreis entwickelten Konzepten sei man jetzt nämlich „just in time“; die Kommunen seien nun eingeladen, bei den Bundesfördermitteln „beherzt zugreifen zu dürfen.“

Dass sich in den letzten 20 Jahren viel in der Radszene getan hat, wie Herz es formulierte, das zeigt sich ganz konkret auf kommunaler Ebene. Beispiel Niefern: „Wir verzeichnen eine erhebliche Zunahme des Radverkehrs“, beschrieb Bürgermeisterin Birgit Förster (parteilos) die Situation.

Viele haben das Fahrrad für sich völlig neu entdeckt
Birgit Förster, Bürgermeisterin Niefern

Insbesondere durch die verstärkte Nutzung von Elektromobilität bei den Fahrrädern – Stichwort Pedelec – seien nicht mehr alleine die reinen Genussfahrer auf den Straßen unterwegs. „Viele haben das Fahrrad für sich völlig neu entdeckt“, beobachtet Förster.

Berufspendler aus Niefern-Öschelbronn steigen immer öfter auf das Rad

Vor allem Berufspendler steigen ihrer Einschätzung nach immer öfter um und sparen nicht selten Zeit auf dem Weg zur Arbeit – verglichen mit der Nutzung eines Autos auf stark befahrenen Straßen mit Ampeln, Staus und Baustellen. Letztere werden das Geschehen rund um Niefern ohnehin demnächst dominieren, gab Förster zu bedenken. Das könnte noch mehr Menschen aufs Rad locken.

Beschäftigen muss sich die Radwege-Kommission deshalb auch mit der Frage, wie der Radverkehr während der Bauphase unter anderem an der A8 sichergestellt werden kann. Erste Pläne liegen schon vor. Neuralgische Punkte in Niefern fuhren die Mitglieder am Mittwoch im Anschluss an den Fototermin ab.

Die Kommission selbst wurde 2001 ins Leben greifen, um der wachsenden Bedeutung des Radverkehrs Rechnung zu tragen. Sie setzt sich aus Vertretern der Kreistagsfraktionen, verschiedener Fachbehörden wie dem Regierungspräsidium und dem Polizeipräsidium Karlsruhe, sowie der Fahrradverbände zusammen.

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