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Konter gegen Baustellen-Kritik

Regierungspräsidium sieht keine Probleme an Baustelle in Niefern

Die Gefahr eines Verkehrsinfarkts in Niefern sieht das Regierungspräsidium nicht. Übermäßige Störungen habe es zurückliegend nicht gegeben. Und längere Staus seien bei der Einrichtung einer Baustelle eben üblich.

Der Verkehr vor der Ampelkreuzung in Niefern wird auf eine Fahrspur reduziert. Dadurch werden längre Rückstaus in Richtung Enzberg befürchtet Foto: Stefan Friedrich

Nachdem es vergangene Woche Kritik an der Baustellenplanung auf Höhe der Ampelkreuzung vor der Brücke in Niefern gegeben hat, weist das Regierungspräsidium diese nun entschieden zurück und spricht lediglich von Behinderungen, die üblicherweise auftauchen können, wenn eine Baustelle eingerichtet wird. Veränderungen will man keine mehr vornehmen. Befürchtungen, dass ein Verkehrsinfarkt droht, teilt man ebenfalls nicht, so eine Sprecherin der Behörde.

Demnach haben sich die Mitarbeiter des zuständigen Fachreferats Anfang der Woche mit der Polizei über die Verkehrssituation an dieser neuralgischen Stelle unterhalten. Klagen seitens der Autofahrer über größere Behinderungen seien bislang nicht bekannt, heißt es. Von der Gemeinde Niefern wird das bestätigt.

Langen Stau in Niefern sieht Regierungspräsidium als Ausnahme

Zugleich hätten die Beamten selbst „keine übermäßigen Störungen“ vor Ort erkennen können. Was konkret das Regierungspräsidium unter dem Begriff „übermäßig“ jedoch versteht, blieb auch auf Nachfrage unbeantwortet. Einen etwa zwei Kilometer langen Rückstau, wie es ihn vergangenen Donnerstag gegeben hat, sieht man demnach eher als Ausnahme an.

Die Erfahrung zeige, „dass in der Regel zu Beginn einer Baustelle und insbesondere in den Phasen, in denen die Verkehrssicherung aufgebaut wird, vermehrt Behinderungen auftreten können“. Auch das wird durch die Gemeinde bestätigt: Der Rückstau habe wohl mit einer zusätzlichen Ampelanlage auf der Brücke zu tun gehabt, so Nieferns Bürgermeisterin Birgit Förster.

Angesprochen darauf, dass Erik Schweickert als stellvertretender Bürgermeister von Niefern vor einigen Tagen alternative Lösungen ins Spiel gebracht hat, die die Situation entschärfen würden, versichert das Regierungspräsidium: „Wir werden selbstverständlich alles tun, beziehungsweise haben im Vorfeld schon sehr viele Überlegungen angestellt und Gespräche mit den entsprechenden Behörden geführt, um eine übermäßige Störung des Verkehrsflusses zu verhindern.“

Andere Lösungen für Niefern wurden auch diskutiert

So habe man sich sowohl mit der Polizei, als auch mit der Verkehrsbehörde und den Gemeinden abgestimmt. Dabei sei „selbstverständlich auch überlegt“ worden, „die Fahrstreifen erst nach der Kreuzung zusammenzuführen.“ Diese Lösung sei schlussendlich aber „einvernehmlich“ verworfen worden, „da in diesem Fall zu befürchten gewesen wäre, dass sich die Stauungen, die sich derzeit vor der Ampel aus Richtung Mühlacker/Enzberg bilden, dann direkt im Kreuzungsbereich gebildet hätten.“

Die Folge wären weitaus größere Verkehrsbehinderungen gewesen, vermutet die Behörde. Betroffen gewesen wären dann vor allem die einmündenden Straßen aus Niefern und Niefern-Vorort. Eine angeregte Änderung der Ampelschaltung ist für die Behörde derzeit ebenfalls kein Thema. Zwar kann infolge der Verengung vor der Ampel derzeit nur noch die Hälfte der Fahrzeuge die Grünphase passieren.

Würde man diese verlängern, dann hätten allerdings Radfahrer und Fußgänger das Nachsehen, gibt das Regierungspräsidium zu bedenken. Insofern bringe diese Maßnahme keine Vorteile für die Verkehrsteilnehmer. Eine Verkürzung des Baustellenbereichs sei ebenfalls nicht möglich. Bereits in der kommenden Woche sollen Großgeräte bei der Baustelle eingesetzt werden.

Gemeinde Niefern sieht sich nicht in Planungen eingezogen

Der erforderliche Verbau sowie die zu errichtenden Gabionenwände von der bestehenden Brücke in Richtung Kreuzung werden demnach eine Länge von rund 60 Meter haben. Dessen ist sich auch die Gemeinde bewusst. Davon, dass die Kommune umfänglich in den Baustellenablauf integriert worden sei, wie das Regierungspräsidium andeutet, könne jedoch trotzdem keine Rede sein, erklärt Förster.

Zwar sei man sich „auf der Arbeitsebene“ tatsächlich einig über die Reduzierung der Fahrspur vor der Ampel gewesen – „die genaue Ausarbeitung der Verkehrsführungspläne lag jedoch in der Zuständigkeit eines vom Regierungspräsidium beauftragten Spezialbüros“, stellt Förster klar. „Die Entscheidung, ab welchem Punkt die Fahrspuren reduziert werden, wurde auf der zuständigen Fachebene getroffen.“

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