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Umwelt- und Verkehrsausschuss

Mehr Radfahrer sind das Ziel im Enzkreis und das darf etwas kosten

Der Enzkreis will den Radverkehr stärken. Dafür soll es mehr Geld geben: Der Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistags gibt grünes Licht für das Radverkehrskonzept.

Der Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistags hat das Radverkehrskonzept bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung zustimmend zur Kenntnis genommen Foto: Torsten Ochs

Großen Diskussionsbedarf hatte es gegeben, doch nun scheint die Zielgerade erreicht zu sein: Der Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistags hat das Radverkehrskonzept bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung zustimmend zur Kenntnis genommen.

Es soll als Ideen- und Impulsgeber für die Radverkehrsförderung dienen und ist zugleich Voraussetzung für die Beantragung von Fördergeldern aus Landes- und Bundesprogrammen.

Mit ihm befasst sich der Kreistag schon seit geraumer Zeit. Schon im April hatte die Kreisverwaltung gefordert, zeitnah zu Potte zu kommen. Doch der Umwelt- und Verkehrsausschuss hatte stattdessen beschlossen, die Kommunen nochmal zu beteiligen. Bis Ende Mai hatten sie Gelegenheit, Stellungnahmen abzugeben, die dem Konzept inzwischen in einer Anlage beigefügt wurden.

Zusammen mit den Impulsen aus dem Maßnahmenkataster sollen sie Grundlage der Einzelprüfungen und damit gleichwertiger Bestandteil des Konzepts sein. Eine Vorgehensweise, die im Ausschuss gelobt wurde. Etwa von Hans Vester (SPD), der sagte, dadurch werde die Akzeptanz in den Kommunen deutlich erhöht.

Weitgehend einig war sich der Ausschuss auch beim Enztalradweg. Die FDP-Fraktion hatte beantragt, den geplanten Radschnellweg von Pforzheim nach Vaihingen an der Enz im Bereich der Gemeinde Niefern-Öschelbronn über die Route des bestehenden Enztalradwegs zu führen, der dafür ausgebaut werden soll.

Unnötige Bergetappen vermeiden

„Unnötige Bergetappen über Niefern-Vorort“ seien zu vermeiden, schreibt Fraktionsvorsitzender Erik Schweickert im Antrag und spricht sich klar gegen eine Führung des Schnellwegs über die Straße „Herrenwingert“ aus. Schon als derartige Pläne vor rund zwei Jahren bekannt geworden seien, hätten sowohl die Niefern-Öschelbronner Gemeindeverwaltung als auch der Gemeinderat ihre Ablehnung erklärt.

Schweickert schreibt, es gebe keine Hinweise darauf, dass eine Route über den Herrenwingert größere Akzeptanz unter Pendlern wie auch Touristen finden würde. „Das ist utopisch, wenn man die örtlichen Gegebenheiten kennt“, sagte auch Niefern-Öschelbronns Bürgermeisterin Birgit Förster (FWV) in der Sitzung.

Grundsätzlich befürwortet die Kreisverwaltung eine Verbreiterung des Enztalradwegs. Der Ausschuss beschloss, dass eine solche zwischen Niefern und der Kreisgrenze in Richtung Eutingen als Einzelmaßnahme geprüft werden soll.

Planung, Umsetzung und Finanzierung sollen der Gemeinde Niefern-Öschelbronn obliegen. Dass für die Umleitung des Enztalradwegs während der Bauarbeiten an der Autobahn im Bereich Niefern eine andere als die bisher vorgesehene Lösung gefunden werden sollte, darüber war man sich ebenfalls einig.

Die Sperrung des Radweges zwischen Pforzheim und Niefern sei keine Lösung, die Umleitungsstrecke empfänden Radfahrer als gefährlich, heißt es etwa in einer gemeinsamen Pressemitteilung der CDU-Fraktionen im Kreistag und im Pforzheimer Gemeinderat.

Die Christdemokraten unterstützen den Vorschlag, durch eine Einhausung der bestehenden Radweg-Trasse die Nutzung sicherer zu machen. Kurt Ebel erinnerte in der Sitzung daran, dass beim Autobahn-Ausbau bei Nöttingen und Darmsbach ein Tunnel unter der Autobahn gebaut worden sei, der heute als Teil des Radverkehrsnetzes eine wichtige Funktion habe.

CDU-Bundestagsabgeordneter Gunther Krichbaum teilt mit, er habe die Autobahn GmbH zu einem Vor-Ort-Termin eingeladen, bei dem mit den betroffenen Gemeinden, der Polizei, den regionalen Mandatsträgern und dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) über Optimierungen gesprochen werden könne. Idealerweise sollte das noch vor den Sommerferien stattfinden.

Erik Schweickert (FDP) lässt wissen, dass er sich über die Unterstützung des VCD und des Bundestagsabgeordneten freue. Schon im September habe er sich für eine Offenhaltung des Radwegs ausgesprochen. In der Ausschusssitzung sagte Landrat Bastian Rosenau, man wolle bilateral auf politischer Ebene den Ball aufgreifen.

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