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Reaktionen

Die Diskussion über Feuerwehr-Standorte in Remchingen wird weiter angeheizt

Die anderen Fraktionen reagieren auf den Vorstoß einiger CDU-Räte zu der geplanten Feuerwehr-Fusion. Eine eindeutige Mehrheit im Gremium ist wohl eher nicht zu erwarten.

Nicht mehr zukunftsfähig ist das in die Jahre gekommene und beengte Nöttinger Feuerwehrhaus. Nach jahrelangen Neubau-Plänen gibt es jetzt Überlegungen einer zweiten Zusammenlegung der Remchinger Feuerwehr. Foto: Julian Zachmann

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich am Wochenende der Vorschlag des Remchinger CDU-Fraktionssprechers Dieter Walch mit großer Mehrheit seiner Fraktion, entgegen der jahrelangen Planungen eines Neubaus für die Abteilung Süd in Nöttingen die beiden Feuerwehrstandorte in den Wilferdinger Billäckern zentral zusammenzulegen.

Während die überraschten Feuerwehrkameraden wie in der Freitagsausgabe berichtet jetzt einfach auf eine baldige verbindliche Entscheidung hoffen, löste Walchs Erklärung insbesondere unter den Ratskollegen deutliche Reaktionen aus, die zeigen, dass in der Standortfrage keine eindeutige Mehrheit im Gremium zu erwarten ist.

Die Freie Wählervereinigung stehe nach wie vor hinter dem eingeschlagenen Weg, in Nöttingen neu zu bauen, und werte die Fusionsidee als „verzweifelten Versuch der CDU-Fraktion, über öffentliche Stimmungsmache im Gemeinderat ihren Willen durchzusetzen“, erklärte deren Sprecher Markus Gartner.

Er habe den Vorstoß einzelner CDU-Räte schon bei internen Besprechungen vernommen – auf eine breite Zustimmung im Gremium sei dieser aber nicht gestoßen: „Umso ärgerlicher empfinden wir, dass diese Diskussion nun in der Öffentlichkeit geführt werden soll.“

Jetzt sei mit dem Fortbau der Ortsteilverbindungsstraße das letzte „Planungshindernis“ vom Tisch und eine Entscheidung und Umsetzung greifbar. Wirtschaftliche Gründe dürften nicht alleine entscheidend sein: „Anfahrts- und Eintreffzeiten kann man ausrechnen und nachmessen, das subjektive Sicherheitsempfinden und gute Gefühl unserer Nöttinger und Darmsbacher Bürgerinnen und Bürger, dass eine Feuerwehr-Abteilung vor Ort vorhanden ist, nicht.“

Endlich Klarheit über den geplanten Weg von Verwaltung und Gemeinderat in Sachen Standortfrage wünscht sich Abteilungskommandant Heiko Osswald während eines Arbeitsdienstes im Nöttinger Feuerwehrhaus. Foto: Julian Zachmann

Nach kontroversen Diskussionen und ausführlichen Gesprächen mit den Kameraden tendiere die SPD-Fraktion im Moment mehrheitlich zu zwei Standorten, erklärte Antje Hill auf Nachfrage: „Allerdings muss die Zukunftsplanung für beide Abteilungen und ihre Standorte gemeinsam laufen. Sie müssen zusammen ihre Stärken finden und sich Gedanken machen, wie sie die Zusammenarbeit in Zukunft weiter gestalten und Aufgaben teilen.“

So könne die Abteilung Süd nach einem Neubau auch zeitunkritische Bereiche von Nord teilweise abnehmen, damit nicht auch dort ganz groß angebaut werden müsse.

„Ich finde es ein Unding, dass die CDU jetzt damit an die Presse geht“, kommentierte Klaus Fingerhut (Grüne) auf Nachfrage. Für ihn gehöre die Sache zuerst in den Ratssaal. Nach dortigen Vorgesprächen in kleiner Runde habe man sich darauf verständigt, dass es eine weitere Anhörung der Feuerwehr geben solle und dann diskutiert werde, „Ich frage mich, wo die CDU den Ort des Austauschs sieht.“ Inhaltlich wollte er sich am Wochenende noch nicht zur Sache äußern – ebenso wenig wie die Bürgerliste.

Indes meldeten sich auch der Vorsitzende der CDU Remchingen Roland Kröner und der frühere CDU-Gemeinderat Jeff Klotz zu Wort und unterstrichen, dass sowohl ihre Fraktion als auch ihr Vorstandsteam beim Thema Feuerwehr nicht einer Meinung seien.

Die beiden stehen – ebenso wie CDU-Gemeinderat Felix Casper – hinter einem Neubau in Süd, nicht nur um das langjährige Versprechen zu halten: „Neben möglichen tagesaktuellen Belangen haben sich die Grundprämissen der sozialen Funktion einer ehrenamtlichen Feuerwehr in diesem Ortsteil nicht geändert. Die Attraktivität eines Ortsteils fernab der Bahn liegt in der Summe seiner kleinen Teile. Und die Feuerwehr ist ein wichtiger Teil“, betonte Klotz.

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