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Aus „Unort“ lebendiges Zentrum gemacht

Remchinger Rathausneubau bekommt Hugo-Häring-Auszeichnung für vorbildliche Bauweise

Die Gemeinde Remchingen und der Architekt Steimle erhalten für den Rathausneubau eine „Hugo-Häring-Auszeichnung“ als erste Stufe für den baden-württembergischen Hugo-Häring-Preis. Für diesen sind sie nominiert.

Strahlende Gesichter: Architekten, Vertreter der Gemeinde und des Architekten-Landesverbandes freuen sich über die Auszeichnung. Foto: Zachmann

Im Remchinger Rathausneubau gibt es künftig nicht nur Bier, sondern auch den „kleinen Hugo“. Bei Letzterem handelt es sich jedoch nicht etwa um ein Getränk – sondern um eine Auszeichnung, die der Landesverband vom Bund Deutscher Architekten (BDA) alle drei Jahre für vorbildliche Bauwerke in Baden-Württemberg an Bauherren und Architekten für ihr gemeinsames Werk vergibt.

Das Remchinger Rathaus gehört zu 130 Bauten im Land, die von 679 eingereichten die Hugo-Häring-Auszeichnung erhalten haben. Gleichzeitig haben sie sich damit für den Hugo-Häring-Landespreis, den „großen Hugo“, qualifiziert. Dessen Verleihung findet an diesem Wochenende statt und die Remchinger können ihr entspannt entgegenfiebern.

„Das neue Rathaus verwandelt mit seiner Gebäudeskulptur einen ehemaligen städtischen ,Unort‘ in ein selbstbewusstes neues Zentrum für die Gemeinde“, zitierte die Vorsitzende der BDA-Kreisgruppe Nordschwarzwald, Tanja Gerst, bei der Übergabe der Auszeichnung am Donnerstag.

Erschaffen worden sei „ein in vieler Hinsicht Ruhe ausstrahlender Solitär, der einen bisher heterogenen Ort wohltuend ordnet und eine starke Identität verleiht“.

Nur wenn man gemeinsam an einem Strang zieht, kann Herausragendes entstehen.
Tanja Gerst, BDA-Kreisgruppe Nordschwarzwald

Die Realisierung strahle Ausgewogenheit aus, beispielsweise durch die fünfeckige Gebäudeform, klare Platzkanten, eine harmonische Raumkonzeption und die enorme Reduktion der eingesetzten Materialien. „Nur wenn man gemeinsam an einem Strang zieht, kann Herausragendes entstehen“, unterstrich Gerst, als sie die Auszeichnung an Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon (CDU), Architekt Thomas Steimle sowie dessen Mitarbeiter Birgit Wohlfart und Jonathan Feldmann übergab.

„Die Verleihung ist eine große Ehre für uns. Wer am Prozess beteiligt war, weiß, dass es ein unglaublicher Kampf war auf politischer Ebene“, blickte Prayon zurück auf teils heftige Diskussionen über das rund 16 Millionen Euro teure Projekt.

Diese hatten sich vor allem um den Standort und die Größe gedreht: „Aber nachdem die drei alten Rathäuser in einem aus heutiger Sicht dermaßen desolaten Zustand waren, stand für uns fest, dass der Neubau kein reines Verwaltungsgebäude, sondern ein Bürgerhaus sein soll.“

Dank Brauhaus, Polizei, Bücherei, Pflegestützpunkt sowie dem Abenteuerspielplatz samt Wasserspielen im Freien sei mittlerweile ein rege genutzter Treffpunkt der Bürger entstanden.

Das Anfang 2020 bezogene Rathaus, dessen offizielle Einweihung coronabedingt noch aussteht, sorgte schon im Februar 2021 mit der Nominierung zum europaweiten Mies van der Rohe Award 2022, dessen Entscheidung noch aussteht, für Schlagzeilen: „Es gab hier Höhen und Tiefen – aber wo gehobelt wird, da fallen Späne, das liegt in der Natur des Bauens. Und wenn am Ende so ein Gebäude entsteht, ist es aller Ehren wert“, resümierte Architekt Thomas Steimle und dankte dem ganzen Team.

Von 23 auf Kreisebene eingereichten Projekten bekamen vier weitere eine Hugo-Häring Auszeichnung: der Kulturbahnhof in Niefern-Öschelbronn, das Wohn- und Geschäftshaus „Der Anker“ in Nagold, das Erich-Bähner-Haus vom Caritasverband in Pforzheim sowie ein Einfamilienhaus am Mühlenbach in Freudenstadt.

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