Skip to main content

Corona ein Schnippchen geschlagen

Trödel für den Tierschutz: Wilferdingerin installiert Flohmarkt-Schrank

Nathalie Kiefer aus Remchingen-Wilferdingen kann in Corona-Zeiten ihrer Trödelleidenschaft nicht nachkommen. Mit der Erfindung ihres Flohmarkt-Schranks schlägt sie nun zwei Fliegen mit einer Klappe.

Vom Trödel bis zum Hingucker: im Flohmarktschrank von Hobbysammlerin Nathalie Kiefer in Wilferdingen wird man zu kleinen Preisen und noch dazu für den guten Zweck zur Unterstützung von Tierschutzprojekten fündig. Foto: Zachmann

Ein Getränkekühlschrank mitten in der Pforzheimer Straße in Wilferdingen? Hinter seiner Glastür befindet sich nicht etwa eine kühle Erfrischung für diejenigen, die zum Unmut der Anwohner die Heimfahrt nach Feierabend durch den alten Ortskern abkürzen, schließlich ist das Kühlmodul längst abmontiert.

Stattdessen öffnet die Tür den Blick auf eine liebevolle Sammlung zwischen Nostalgie, Trödel und Liebhaberei. Die einen würden manches vielleicht als Krimskrams bezeichnen, andere entdecken im Flohmarkt-Schrank genau das, wonach sie ewig gesucht hatten – oder eine ganz neue Bereicherung für Hausstand und Spielkiste.

Der Flohmarkt-Schrank, den Nathalie Kiefer vor ihrem Haus täglich neu bestückt, ermöglicht der Wilferdingerin, dass sie trotz Corona auf alternativen Wegen zwei ihrer Leidenschaften zumindest teilweise fortführen kann: zum einen das Flohmarktgeschäft – wenn sie auch auf fröhliche Begegnungen und lebhaftes Feilschen verzichten muss und stattdessen nebst Kasse alle Artikel mit zuvorkommenden Preisen auszeichnet. Und zum anderen das jahrzehntelange Engagement für unterschiedliche Tierschutzorganisationen in der Region und darüber hinaus.

Angefangen hat es mit der Weidentruhe zu Ostern

Den kompletten Erlös des Schranks lässt sie nämlich gemeinnützigen Projekten zugutekommen, weshalb viele Besucher meist großzügig aufrunden. „Normalerweise gehe ich für die Tiere auf den Dietlinger Nikolausmarkt, aber dieses Jahr kam mir die Idee mit der Selbstbedienung“, erzählt Kiefer, die zugunsten der Tiere außerdem vor dem Flohladen an der Pforzheimer Maximilianstraße verkauft. „Angefangen hat alles zu Ostern mit einer Weidentruhe vorm Haus, aber dann kamen die ersten Regenwolken und der Getränkehändler aus der Nachbarschaft hat mir großzügig geholfen.“ Mittlerweile gibt es sogar schon einen Ableger einer Kollegin in Ittersbach – dort zugunsten leukämiekranker Kinder.

Kindheitserinnerungen werden wach bei alten Harry-Potter- und Bibi-Blocksberg-Hörspielkassetten, aber auch einige aktuelle CDs und DVDs, praktische Haushaltshelfer und Backformen, ein „Han und Henne“-Brettchen und jede Menge Spiele finden sich für ein paar Groschen in dem Schrank.

Auch Sachspenden willkommen

Den Erlös spendet Nathalie Kiefer unter anderem an die Wildtierhilfe Kreis Calw, an die Stadttaubenhilfe Pforzheim, an die Aktion „Hund entlaufen in Baden-Württemberg“, an die Tierhilfe Istrien mit Sitz in Kroatien, die sich vor allem Hunden und Welpen annimmt und von der sie auch ihren eigenen Hund Kadisha hat. Außerdem geht noch etwas an die „Tierhilfe Hoffnung“, die sich um rumänische Straßenhunde kümmert.

Gerne nimmt sie nach vorheriger Begutachtung auch Sachspenden für den Flohmarkt sowie Futter- und Tierzubehör entgegen. „Wenn man etwa das Elend der streunenden Katzen sieht, von denen es viel mehr gibt, als man denkt, aber auch an Hunde, Wildtiere oder Gnadenhöfe denkt, ist es doch Pflicht, dass man irgendetwas macht“, beschreibt sie ihre Motivation. „Manche denken, das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein – aber auch mit kleinen Beträgen läppert sich etwas zusammen.“

nach oben Zurück zum Seitenanfang