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Sanierungen unumgänglich

Unterspülte Straßenabschnitte in Remchingen verschlingen viel Geld 

Die Sperrung der Hans-Thoma-Straße in Wilferdingen dauert noch einige Monate an. Dringender Handlungsbedarf besteht auch in Singen. Ein Gehweg droht weggespült zu werden.

Ein massiver Wasserrohrbruch sorgt seit August für die abschnittsweise Sperrung der Hans-Thoma-Straße in Wilferdingen. Die umfassenden Sanierungsarbeiten könnten im März beginnen.
Ein massiver Wasserrohrbruch sorgt seit August für die abschnittsweise Sperrung der Hans-Thoma-Straße in Wilferdingen. Die umfassenden Sanierungsarbeiten könnten im März beginnen. Foto: Zachmann

Die abschnittweise Sperrung der Hans-Thoma-Straße in Wilferdingen dauert noch einige Monate an. Wie berichtet, sorgte an der Kreuzung zur Rubensstraße ein Wasserrohrbruch einer Hauptleitung Anfang August für eine Unterspülung und Unterhöhlung des Straßenkörpers. Dadurch konnte die Tragfähigkeit bis zu einer umfassenden Komplettsanierung nicht gewährleistet werden.

Im Zuge der notwendigen Sanierungsarbeiten lohne sich der Blick auf weitere Gesichtspunkte, verdeutlichte Michael Bauch vom beauftragten örtlichen Ingenieurbüro Bambi in der Ratssitzung am Donnerstagabend. So präsentierte er dem Gremium neben der klassischen Asphaltvariante eine Variante mit Pflasterung des Kreuzungsbereichs sowie der folgenden Einmündung in die Kollwitzstraße.

Ich verstehe den Ärger der Anwohner.
Michael Bauch
Ingenieur

Der Pflasterbereich sei unwesentlich teurer, biete jedoch einen höheren Aufmerksamkeitseffekt im Kreuzungsbereich und außerdem wertvolle Versickerungsflächen bei Starkregenereignissen. Für die durch Bordsteine begrenzten Gehwege schlug er ohnehin eine Pflasterung vor, um beispielsweise Glasfaserkabel nachträglich einfacher verlegen zu können. Außerdem sieht seine Planung die Verschmälerung der Straße um einen Meter auf fünfeinhalb Meter und dadurch einen breiteren Gehweg vor.

Kosten liegen bei etwa 400.000 Euro

Auf Nachfrage von Thomas Walch (CDU) nannte Bauch eine grobe Kostenschätzung von 400.000 Euro, die je nach Baugutachten und wiederverwendbarem Material sinken könne. Bei einer Ausschreibung im Januar könnten die Arbeiten ab März erfolgen. „Ich verstehe den Ärger der Anwohner, aber die Schäden sind zu hoch, als dass man sie lapidar ausbessern könnte.“

Walch bat um regelmäßigere Informationen der Bürgerschaft: „Da könnte man viel Unfrieden wegnehmen.“ Bauch verdeutlichte auf Nachfrage von Ute Praefcke (Bürgerliste), dass moderne Pflastersteine rutschfester als die früheren seien und er mehr Lärm ebenso ausschließen könne wie eine Vermoosung. Die Räte stimmten mehrheitlich für die gepflasterten Kreuzungsbereiche.

Jeder Tag, den wir warten, kann uns den Weg wegspülen.
Markus Becker
Bauamtsleiter

Eine solche Gestaltung könne richtungsweisend sein für weitere Straßensanierungen, um die die Gemeinde nicht herumkomme, wie Klaus Fingerhut (Grüne) erfuhr. „Man befasst sich ungern damit, aber in den kommenden Haushalten müssen wir weiter in Straßensanierungen investieren“, erklärte Bauamtsleiter Markus Becker. Auch in Singen komme es vermehrt zu Wasserrohrbrüchen.

Am Singener Ortseinang besteht Handlungsbedarf

Unverzüglichen Handlungsbedarf sahen Becker und Bauch derweil im Bereich der Dajasstraße am Singener Ortseingang. Hier steht der Bau eines breiten Fuß- und Radwegs – insbesondere für den Schülerverkehr zum Gymnasium – kurz vor der Fertigstellung.

Nachdem die Böschung zu den benachbarten Weideflächen mehrmals abgerutscht sei, habe die Ursachensuche ergeben, dass die Entwässerung am Eingang der Dajasstraße nicht funktioniere – möglicherweise schon seit Jahren.

Ein Hauptkanal ende abrupt, seitliche Entwässerungsschächte seien nach wenigen Metern zugesetzt: „Wenn ein LWK über die Dajasstraße fährt, drückt es an den Parkplätzen vor der Sporthalle das Wasser heraus. Der komplette Unterbau der Dajasstraße ist eine einzige Badewanne“, erklärte Bauch.

Räte stimmen einer Notvergabe zu

Besonders brisant sei das nun für den neuen Geh- und Radweg: „Jeder Tag, den wir warten, kann uns den Weg wegspülen. Da ist Gefahr im Verzug“, verdeutlichte Becker.

Er bat um eine Notvergabe an die mit dem Wegebau beauftragte Baufirma, der die Räte bei einer Gegenstimme und drei Enthaltungen zustimmten. Die Kosten belaufen sich ersten Schätzungen zufolge auf 100.000 Euro.

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