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Fragwürdige Aussage

Zwei Kühe getötet: Zeugen-Posse überschattet Freispruch für Nöttinger Jäger

Ein Jäger in Nöttingen hatte im Herbst 2020 zwei Kühe erschossen. Aus Versehen, wie er sagt. Das Amtsgericht Pforzheim gab ihm nun Recht – auch weil die Aussage des Belastungszeugen mehr Fragen aufwarf, als sie Antworten gab.

Wann Kühe schreien: Niemand in Nöttingen möchte den Todeskampf zweier Rinder gehört haben. Nur ein zwei Kilometer entfernter Zeuge war sich so sicher, dass wegen seiner Aussage ein Gerichtsprozess stattfand - und platzte. Foto: Emil/Adobe Stock/Symbolbild

Drei Tote hatte das Amtsgericht Pforzheim am Mittwoch bei einem Prozess gegen einen Nöttinger Jäger aufzuarbeiten. Zwei Opfer waren Kühe, das dritte Opfer war die Glaubwürdigkeit eines Jägers. Allerdings nicht die des Angeklagten, sondern die des zentralen Belastungszeugen, ebenfalls Jäger. Der wollte Hinweise auf Tierquälerei erkannt haben.

Der Angeklagte hatte im Herbst auf der Jagd nach einem Wildschwein versehentlich Kühe getroffen, die auf einer nahen Weide nächtigten, die er aufgrund von Büschen aber zu spät erkannt hatte. So jedenfalls sagte es der Angeklagte aus. Drei Schüsse habe er abgegeben, aber die Sau nicht getroffen. „Ich kann mir nur erklären, dass ein Querschläger die Kühe getroffen hat“.

Die Tiere seien erst wenige Tage vorher an die Stelle gekommen, was der geschädigte Landwirt bestätigte. Am nächsten Morgen sei der Angeklagte gleich zum Hof gegangen, habe mit dem Landwirt die Kühe untersucht. Da lebten sie noch. Eine hatte allerdings Fieber, die Kugel hatte den Darm getroffen.

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