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Ärger im Enzkreis

Sammelunterkunft in Waldrennach: Die Bewohner sind weg, der Müll ist geblieben

Die illegale Sammelunterkunft in Waldrennach ist zwar inzwischen aufgelöst worden, doch die Bewohner haben viel Müll auf dem Grundstück hinterlassen. Ortsvorsteher Frank Wendelstorf will die Situation vor Ort weiter kontrollieren.

Vermüllt: Nach dem Auszug der 20 Bauarbeiter aus der illegalen Sammelunterkunft in Waldrennach stehen Container und Müll auf dem Grundstück. Der Besitzer muss den Müll bis Anfang Januar entfernen. Foto: Torsten Ochs

Sperrmüll, Hausschutt und mit Hausmüll gefüllte gelbe Säcke, die stellenweise aufgerissen sind – das Grundstück rund um die ehemalige Sammelunterkunft in der Waldrennacher Ortsmitte gleiche einer Mülldeponie, sagt Ortsvorsteher Frank Wendelstorf im Gespräch mit dieser Redaktion.

Die Stadt Neuenbürg und der Besitzer des Hauses hatten sich bei einem Treffen vor einigen Wochen darauf geeinigt, die Unterkunft aufzulösen. Das ehemalige Kinderheim in der Eichwaldstraße stand lange in der Diskussion, weil 20 Bauarbeiter aus Osteuropa in dem Gebäude gewohnt haben. Einige von ihnen bauten das Haus aus und wohnten in Zimmern mit Stockbetten.

Zwangsräumung stand im Raum

Da der Eigentümer, der rund 200 Kilometer entfernt wohnt, keine Genehmigung der Stadt Neuenbürg hatte, das Haus als Sammelunterkunft zu nutzen, hat die Stadt eine Nutzungsuntersagung ausgesprochen.

Beim Treffen vor Ort mit Clemens Knobelspies, Leiter des städtischen Hochbau- und Baurechtsamts, waren der Besitzer und sein Anwalt bereit, die Sache zu klären. Sie hatten die Nutzungsuntersagung akzeptiert und waren damit einverstanden, die Arbeiter in legalen Unterkünften unterzubringen. Das sei wohl auch tatsächlich passiert, so der Ortsvorsteher. In den Wochen zuvor hatten sich viele Anwohner wegen des Lärms bei der Stadt beschwert.

Im Raum stand auch eine Zwangsräumung. Die Stadtverwaltung hatte sich auf einen Rechtsstreit eingestellt, weil der Besitzer eine Frist zur Auflösung der Unterkunft verstreichen ließ. Doch die Dynamik am Ort und die Berichterstattung hätten ihn wohl dazu bewogen einzulenken, so Wendelstorf.

Wohnungen sollen nun doch verkauft werden

Der Ortsvorsteher steht mit dem Besitzer in Kontakt und will ihn erneut dazu auffordern, den Müll zu entfernen, falls sich am Ende der ersten Januar-Woche nichts getan hat. „Es ist jetzt über die Feiertage auch ein blöder Zeitpunkt“, so Wendelstorf. Bei Spaziergängen habe er bemerkt, dass volle Container durch leere ausgetauscht worden seien.

Außerdem laufe die Renovierung am Anbau weiter. Der Besitzer habe auch gesagt, dass die sieben Wohnungen nun doch nicht vermietet, sondern verkauft werden sollen. Zwei bis drei seien angeblich auch schon vergeben, so der Ortsvorsteher.

Im Januar will das städtische Bauamt außerdem kontrollieren, ob sich der Besitzer an die Absprache hält, und die Wohnungen nicht mehr als Sammelunterkunft nutzt.

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