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Appelle statt Verbote

Dieses Jahr darf im Enzkreis wieder geböllert werden

Ausnahmen beim Silvester-Feuerwerk gibt es nur in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern sowie Einrichtungen für Kinder und Senioren. Daran wollen sich auch die Enzkreis-Gemeinden halten.

Ein Böller kurz vor der Explosion
Ein Knall zum Jahresausklang: Den werden die Gemeinden ihren Bürgern dieses Jahr nicht verbieten. Doch die Verwaltungen bitten um Rücksichtnahme und verweisen auf den Umweltschutz. Foto: Tobias Kleinschmidt/dpa

Zwei Jahre lang gab es in Deutschland ein generelles Verkaufsverbot für Feuerwerk. „Die Verbote sollten dazu beitragen, Verletzungen beim Abbrennen von Feuerwerk in der Silvesternacht zu verhindern“, erläutert die Leiterin des Ordnungsamtes Birkenfeld, Kim Wieland.

„In diesem Jahr sind für Silvester weder ein deutschlandweites Verkaufsverbot noch ein Ansammlungsverbot absehbar.“ Das Böllern ist also nahezu überall erlaubt; nur nicht in der Nähe von Gebäuden, die brandgefährdet sind, sowie in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern sowie Einrichtungen für Kinder und Senioren. Daran wird man sich auch in vielen Enzkreis-Gemeinden orientieren.

In Königsbach-Stein beispielsweise hat sich die Verwaltung bislang noch nicht abschließend mit der Frage befasst, ob in diesem Jahr geböllert werden darf oder ein Verbot notwendig sein könnte. „Wir haben bis jetzt auch noch keine Anfrage aus der Bevölkerung oder von den Vereinen bekommen wegen einer besonderen Böller-Aktion“, sagt Ordnungsamtsleiter Dominik Laudamus im Gespräch mit unserer Redaktion.

Böller-Verbot ist in Königsbach-Stein nicht ausgesprochen

Insofern sei ein Böller-Verbot aktuell noch nicht ausgesprochen, allerdings sei ein solches auch nicht in der Planung. „Vermutlich wird es in diesem Jahr wieder so wie vor Corona laufen“, glaubt er.

Die Bevölkerung in Königsbach-Stein gehe aber ohnehin sehr sensibel mit dem Thema um, sprich: wirkliche Probleme mit dem Abbrennen von Feuerwerkskörpern zum Jahreswechsel hat es in den zurückliegenden Jahren in der Gemeinde nicht gegeben, so Laudamus.

Die allgemeinen gesetzlichen Regeln zur Pyrotechnik sollen in Straubenhardt ebenso beachtet werden, heißt es auf Anfrage dieser Redaktion aus dem Rathaus. Die Gemeinde selbst werde aber keine festgelegten Verbotszonen haben. „Es gelten die allgemeinen Abbrennverbote.“

Vor dem Hintergrund, dass sich in den vergangenen Jahren alles im Rahmen hielt und es keine größeren Vorkommnisse gegeben hat, wird es auch keinen Appell an die Bürger geben, „aber ganz bestimmt den Wunsch, dass alle aufeinander auch am letzten Tag des Jahres Rücksicht nehmen werden. An Silvester mit einem Feuerwerk das alte Jahr zu verabschieden und das neue einzuläuten ist und bleibt für viele halt eben Tradition.“

Kämpfelbach orientiert sich an Land und Bund

In Kämpfelbach will man ein eventuelles Verbot von Böllern von landesrechtlichen, respektive von bundesrechtlichen Regelungen abhängig machen, erklärt Alexander Giek, Hauptamtsleiter der Kommune. „Die Gemeindeverwaltung selbst wird kein Verbot für das Böllern aussprechen und auch keine Verbotszonen einrichten.“

Auch wenn für viele Bürgerinnen und Bürger „sicherlich das Bedürfnis besteht, es dieses Mal an Silvester nach zwei eher ruhigen Jahreswechseln mal wieder richtig krachen zu lassen“, würde es die Verwaltung begrüßen, „wenn man das Böllern auf ein Minimum reduziert und Rücksicht auf Mitmenschen, insbesondere diejenigen, die vor den Schrecken des Krieges geflohen sind, Tiere und Umwelt nimmt“, so Giek.

Udo Stöckle, stellvertretender Hauptamtsleiter in Remchingen, bestätigt, dass auch hier bislang keine besonderen Verordnungen in der Kommune angedacht sind, die über die landes- und bundesweiten Regelungen hinaus gehen. „Das haben wir nicht vor.“

Erfahrungswerte, wie die Silvesternächte in den zurückliegenden Jahren in Remchingen abliefen, liegen ihm zwar nicht vor. „Ich denke aber, dass es bei uns ganz normal ist“, vergleichbar also mit dem, was auch in anderen Enzkreis-Gemeinden bei dieser Gelegenheit stattfindet.

Ispringen setzt auf Verantwortungsbewusstsein der Bürger

In Ispringen setzt man zudem auf das Verantwortungsbewusstsein der Bürger. Das Böllern ist auch hier erlaubt – nur eben nicht in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Altersheimen, Fachwerkhäusern und Häusern, die unter Denkmalschutz stehen. Dort ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern und Knallkörpern verboten.

„Allerdings haben wir keine Möglichkeit zur Kontrolle am Silvesterabend“, räumt Beatrix Strambach vom Haupt- und Ordnungsamt ein.

Auch in Keltern wird die Bitte geäußert, dass auf das Abbrennen von Silvesterfeuerwerk mit ausschließlicher Knallwirkung verzichtet wird. „Zudem werden wir auf die Umweltbelastung hinweisen, in der Hoffnung, dass die Menschen ihr Feuerwerk einschränken oder sogar ganz darauf verzichten“, erklärt die stellvertretende Hauptamtsleiterin Claudia Honnen.

Kim Wieland aus Birkenfeld bringt zudem eine Alternative ins Spiel: „Vielleicht lieber Batterien und Leucht-Feuerwerk kaufen, die sind auch fürs Auge schön, nicht nur für die Ohren.“

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