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Wahl am 26. Juli

Bei der Bürgermeisterwahl in Sternenfels zeichnet sich ein Zweikampf ab

Zum dritten Mal innerhalb nur gut sechs Jahren steht kommenden Sonntag in Sternenfels die Wahl des Gemeindeoberhaupts an. Drei Bewerber sind im Rennen und haben drei Vorstellungsrunden absolviert.

BM-Kandidatenvorstellung Diefenbach Foto: Norbert Kollros

Von Norbert Kollros

Vieles deutet seitdem auf einen Zweikampf zwischen den beiden Verwaltungsfachleuten Kevin Malthaner (Sternenfels) und Antonia Walch (Gemmingen) hin. Beide überzeugten durch fundierte Fachkenntnisse, während sich der Gipser und Stuckateur Hartmud Jung (Oberderdingen) bei der Beantwortung der Fragen der Besucher öfters in Allgemeinplätzen verlor.

Der 32-jährige Malthaner war seit 2009 in drei Rathäusern in der Finanzverwaltung tätig (aktuell stellvertretender Kämmerer in Pfleidelsheim am Neckar). Der seit acht Jahren in Sternenfels Wohnhafte bezeichnet es als großes Ziel, Rathauschef in seiner Heimatgemeinde zu werden.

Dort ist Antonia Walch (28) zwar schon seit gut zwei Jahren als Hauptamtsleiterin tätig, sie pendelt aber täglich aus dem benachbarten Kreis Heilbronn, was sie auch im Falle ihrer Wahl zur Bürgermeisterin beibehalten wolle: Sie habe mit ihrem Mann in Eppingen-Mühlbach, zehn Autominuten von Sternenfels entfernt, ein Anwesen gekauft, in dessen Renovierung sie viele Mühen gesteckt hätten. Im übrigen sei es auch nicht so, dass man am Ortsschild sein Bürgermeisteramt ablege.

Dritter im Bunde ist der 54-jährige, in Oberderdigen ansässige Jung, der als Handwerker ein Quereinsteiger wäre. Er vergleicht sich dabei ein Stück weit mit Gesundheitsminister Jens Spahn, dessen Laufbahn einst als Bankkaufmann begann. Jung verweist zudem auf seine Führungsqualitäten, nachdem er 18 Jahre einen Gipserbetrieb mit bis zu einem Dutzend Mitarbeitern leitete.

Themen überschneiden sich

Das Bündel der Fragen in den jeweils rund einstündigen Fragerunden war vielfältig. Die Weiterentwicklung der Doppelgemeinde und der Ausbau vorhandener Infrastruktur, insbesondere auch im Bereich der Nahversorgung steht bei allen dreien auf der Agenda, ebenso die Schaffung von Wohnraum für Familien und damit einhergehend der Ausbau der Kinderbetreuung. Für Kevin Malthaner ist erstrebenswert, mit Hilfe des Fördervereins das Freibad in der Gemeinde zu erhalten. Die Bürger sollten stolz darauf sein, nicht aus Sternenfels wegziehen zu müssen, so Antonia Walchs Zukunftsvision.

Unterschiedliche Herangehensweisen legten die Kandidaten auf die Frage dar, wie die Finanzlage in der Gemeinde wieder verbessert werden könnte. Hartmud Jung sieht durch Einsparungen weniger Effekte, besser wäre, neue Geldquellen zu erschließen, etwa durch Bußgelder bei Verkehrssündern.

Antonia Walch verwies darauf, dass durch das neue Haushaltsrecht alljährlich Abschreibungen auf Vermögenswerte erwirtschaftet werden müssten, deshalb sei eine vorausschauende Finanzpolitik wichtig, zumal nach „guten Jahren“ die Gemeinden zwei Jahre später mit weniger Zuweisungen des Landes rechnen könnten. Kevin Malthaner will konsequent Förderprogramme für Vorhaben der Gemeinde durchforsten und nutzen.

Zur Einschätzung, ob Sternenfels auch in zehn Jahren noch selbstständig sei, lag das Kandidaten-Trio auf einer Linie: dies müsse die unbedingte Zielsetzung sein. Man dürfe nicht „andere über uns entscheiden lassen“, meinte Kevin Malthaner. Hartmud Jung sehe bei einer möglichen Eingemeindung nur Nachteile für Sternenfels, und Antonia Walch meinte keck: „Dann wäre ja mein Bürgermeister-Job weg“, gleichwohl werde interkommunale Zusammenarbeit an Bedeutung gewinnen.

Antonia Walch muss sich persönlichen Fragen stellen

Einer persönlichen Fragestellung sah sich an einem Abend Antonia Walch ausgesetzt – wie es um ihre Familienplanung bestellt sei und ob bei einer Geburt der Chefsessel im Rathaus wieder verwaist wäre. Ja, Kinderwunsch bestehe, in dem Fall werde sie ihre Elternzeit auf ein Mindestmaß beschränken, mit ihrem Ehemann sei dies aber zu koordinieren.

Zufrieden äußerten sich auf Nachfrage die drei Kandidaten über den Verlauf der Vorstellungsrunden und insbesondere über das Interesse der Bürger, das diese mit ihrer Anwesenheit zu Corona-Zeiten bewiesen hätten. Kevin Malthaner meinte etwa, dass sich die Leute auf den Abend vorbereitet und „gute Fragen“ zurechtgelegt hätten. Auch Hartmud Jung sprach von vielen „berechtigten Fragen“. „Großartig“ empfand Antonia Walch die Vielfalt der offenen und neugierigen Fragen an den drei Abenden, auch zu emotionalen Themen wie dem Mobilfunkstandard 5G.

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