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Integratives Wohnprojekt kurz vor Fertigstellung

Erste Bewohner ziehen in die Conweiler Hoffnungshäuser

Die beiden Hoffnungshäuser in der Max-Planck-Straße in Conweiler sind fast fertig. Die ersten Bewohner ziehen Ende des Monats ein. Bei dem integrativen Wohnprojekt sollen ab September Einheimische und Flüchtlinge in 13 Wohnungen einziehen.

Ziehen bald in eine Wohnung in einem der beiden Hoffnungshäuser in der Conweiler Max-Planck-Straße: Die Standortleiter Katharina und Christoph Flassak. Foto: Ehmann Foto: Ehmann

Küchen und Bäder sind fertig, derzeit werden in den Wohnungen Wände gestrichen und tapeziert und noch Kleinigkeiten wie Türklinken angebracht, erklärt Katharina Flassak, die mit ihrem Ehemann Christoph die Standortleitung der beiden Hoffnungshäuser übernimmt. Zusammen mit ihren beiden ein- und dreijährigen Söhnen sind sie die ersten, die eine Wohnung in einem der Hoffnungshäuser beziehen: eine 105 Quadratmeter große Vierzimmerwohnung mit Balkon.

Ende Juli rollen die Möbelwagen von Schömberg-Schwarzenberg an, wo die Familie derzeit noch lebt. Hier hat Katharina Flassak, die aus Durlach stammt, als Pfarrerin gearbeitet. Dann hat das Paar die Stellenausschreibung der gemeinnützigen Hoffnungsträger Stiftung in Leonberg gesehen und war sofort begeistert: „Das ist es”, haben Flassaks gleich gewusst.

Wir wollen Menschen auf ihrem Weg begleiten
Christoph Flassak, Leiter der Hoffnungshäuser in Conweiler

Ihr Wunsch sei gewesen, als Familie an einem Ort zusammen arbeiten und wohnen zu können. Hinzu komme, dass sie die Flüchtlingskrise sowie Hass und Diskriminierung in der Gesellschaft sehr bewegt haben: „Wir wollen Verantwortung übernehmen, Menschen auf ihrem Weg begleiteten und unseren Söhnen damit ein Vorbild sein”, erklärt Christoph Flassak, der aus dem thüringischen Apolda stammt und in der christlichen Jugendarbeit tätig war. Seit März ist er bei der Stiftung als Standortleiter für die beiden Hoffnungshäuser in Conweiler angestellt, seine Frau seit Juni.

Viele Interessenten für die Wohnungen

Derzeit führt das Paar Gespräche mit Interessenten für die Ein- bis Fünfzimmer-Wohnungen in der Größe von 30 bis 105 Quadratmetern. „Es kommen täglich viele Anrufe. Wenn wir denken, dass jemand passen könnte, laden wir ihn zum Kennenlerngespräch”, sagt Katharina Flassak im künftigen Gemeinschaftsraum mit Küche im Erdgeschoss.

Hier im „Herzen” der Hoffnungshäuser sollen die Bewohner beider Häuser die Gemeinschaft pflegen - etwa bei gemeinsamen Essen einmal im Monat. Ob ein Spieleabend stattfindet, eine Himbeerhecke gepflanzt oder ein Spielplatz angelegt wird - alle Bewohner sollen an den Entscheidungsprozessen beteiligt werden, betonen Flassaks. Voraussetzung sei daher auch die Teilnahme an der aktiven Wohngemeinschaft.

Einziehen soll ein ausgewogener Mix an Bewohnern

Einziehen soll eine ausgewogene Mischung von Bewohnern: Familien, Singles, Paare - Alter, Beruf, Nationalität und Religion spielen keine Rolle. Die Hälfte der Privatwohnungen sind für Flüchtlinge vorgesehen. Bei der Auswahl der Bewohner entscheidet das Integrationsmanagement der Gemeinde mit.

Wenige Wohnungen sind schon vergeben. Eine Familie mit zwei Kindern zieht Mitte August ein, die anderen nach dem 1. September. Die feierliche Eröffnung ist für Anfang Oktober geplant.

Flüchtlinge, die in Absprache mit der Gemeinde einziehen, sollten schon zwei Jahre in der Umgebung gewohnt haben. Es gehe darum, bezahlbaren Wohnraum anzubieten und Flüchtlinge nicht am Rande der Gesellschaft unterzubringen, sondern mittendrin. Die Miete sei circa ein Drittel günstiger als die in Straubenhardt übliche. Wer in dem geförderten Wohnraum einziehen will, braucht allerdings einen Wohnberechtigungsschein.

Sie sollen aufatmen können und merken, dass sie in Sicherheit und willkommen sind
Katharina Flassak, Leiterin der Hoffnungshäuser

Grundsätzlich sollen die Hoffnungshäuser ein Sprungbrett für die Bewohner sein. „Sie sollen aufatmen können und merken, dass sie in Sicherheit und willkommen sind”, erläutert Katharina Flassak. Dennoch bietet das Paar aber auch Unterstützung und Begleitung an, wenn ein Bewohner Arbeit oder eine andere Wohnung am Ort sucht.

Land fördert das Wohnprojekt

Ein Lob gibt es vom Leiter-Paar für das Wohlwollen, das die Gemeinde dem Wohnprojekt entgegen bringe. „Ich halte die Arbeit der Stiftung für einen ganz wichtigen Ansatz, wie wir als Gesellschaft mit den Herausforderungen Flucht und Armut umgehen“, hatte der Straubenhardter Bürgermeister Helge Viehweg während der Bauarbeiten über die Hoffnungshäuser gesagt.

Das Land fördert das drei Millionen Euro teure Wohnprojekt mit 33 Prozent. Die Stiftung betreibt neun weitere Hoffnungshäuser - unter anderem in Bad Liebenzell Weitere sind in Planung.



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