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Haushalt mit neuen Investitionen

Tiefenbronn schlittert wegen der Corona-Pandemie ins schlechteste Finanzjahr

Eine gewisse Schieflage kennzeichnet die Haushaltsplanungen von Tiefenbronn. Viele Investitionen und die Einnahmen leiden unter der Corona-Pandemie.

Auch der Wald verhilft Tiefenbronn nicht zu mehr Einnahmen. Voraussichtlich müssen in diesem Jahr 8.000 Euro dazu bezahlt werden.  Foto: Heinz Richter

Durch einige Investitionen und weniger Einnahmen durch Corona sehen die Finanzen von Tiefenbronn in diesem Jahr mehr als schlecht aus. Oder wie es Kämmerin Cornelia Hoeß bei der Vorberatung des Haushaltes in der Videositzung des Gemeinderates sagte: „Tiefenbronn kommt in eine gewisse Schieflage“. Auch der Waldwirtschaftsplan, der in derselben Sitzung verabschiedet wurde, endet in diesem Jahr voraussichtlich mit einem Minus von knapp 8000 Euro.

Die Trockenheit, die Hitze, Stürme und ein niedriger Holzpreis: Beim Wald kam im vergangenen Jahr alles zusammen. Schon im Februar knickten Bäume bei zwei Stürmen um. 28.000 Euro musste die Gemeinde 2020 für den Wald dazu bezahlen. Im Plan stand sogar ein Minus von 35.000 Euro.

„Die trockenen Kronen der Bäume werden von Jahr zu Jahr sichtbarer“, erklärte Kreis-Forstamtsleiter Andreas Roth in der Sitzung. Die gute Nachricht von ihm: „Der Wald bleibt gesund, aber er wird sich verändern“.

Revierförster Alexander von Hanstein berichtete vom Holzverkauf. Der Gemeinderat beschloss den Holzverkauf mit insgesamt knapp 40.000 Euro im vergangenen Jahr.

Straßenbau und Neubau eines Kindergartens kosten Tiefenbronn viel Geld

Finanziell wird 2021 kein gutes Jahr für Tiefenbronn. Sanierungen von Straßen und der Schule waren genauso notwendig wie der Neubau eines Kindergartens. Insgesamt stehen im Haushalt Investitionen in diesem Jahr von knapp 5,6 Millionen Euro. Dafür reichen die Einnahmen nicht und die Rücklagen sind aufgebraucht.

In diesem Jahr ist eine Kreditaufnahme von 3,3 Millionen Euro vorgesehen. Vorbei scheinen die Zeiten mit niedrigem Schuldenstand zu sein. Anfang des Jahres noch knapp 300.000 Euro.

Die hohe Gewerbesteuereinnahme von 2019 mit 2,4 Millionen Euro rächt sich jetzt mit einer zu bezahlenden hohen Umlage. Schon vergangenes Jahr fielen die Gewerbesteuereinnahmen auf 1,5 Millionen Euro. Die Verwaltung hatte vor, 1,8 Millionen Euro in den Haushalt einzustellen, im Hinblick auf einigermaßen gute Finanzen. Der Finanzausschuss des Gemeinderates beschloss nur 1,5 Millionen Euro in den Haushaltsplan zu schreiben.

Alles in allem fehlen der Gemeinde voraussichtlich in diesem Jahr 1,76 Millionen Euro. Allein für schon begonnene Bauprojekte Kanal/Wasser/Straße müssen 1,8 Millionen Euro aufgebracht werden. Ein Konto-Überziehungskredit von knapp einer Million Euro wurde eingerichtet, um die Rechnungen bezahlen zu können.

„Einen so schlechten Haushalt hatten wir noch nie“

Die Personalausgaben steigen in diesem Jahr vermutlich um über eine halbe Million Euro auf knapp 4,9 Millionen Euro.

„Einen so schlechten Haushalt hatten wir noch nie“, kommentierte Bernd Schmid (CDU). Sein Fraktionskollege Wolfgang Liebl sorgt sich wegen der hohen Personalkosten: „Wir müssen einsparen um die nächsten zwei bis drei Jahre zu überstehen“. Er schlug eine Haushaltssperre vor. In der Februarsitzung soll der Haushalt beschlossen werden.

Der Gemeinderat beschloss bei Kindern ohne Notbetreuung die Gebühren für Januar und bis zur Öffnung des Regelbetriebs im Kindergarten zu erlassen.Für 15.000 Euro und künftig jährlich 3.000 Euro Folgekosten vergab der Gemeinderat den Auftrag für die Neugestaltung der Website der Gemeinde.

Vergeben wurden auch die Arbeiten für die Erneuerung der Straßenleuchten zwischen Kreuz- und Talstraße. Kosten: knapp über 27.000 Euro.

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