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Adler-Bräu investiert in der Krise

Wiernsheimer Bierbrauerei nimmt eine neue Flaschenabfüllanlage in Betrieb

Nachdem sie im April 1.500 Liter Bier wegkippen musste, nimmt die Brauerei eine neue Flaschenabfüllanlage in Betrieb.

Flaschenabfüllanlage Adler Wiernsheim Foto: Norbert Kollros

Von Norbert Kollros

Innovativ, gerade in Corona-Zeiten – dies trifft allemal auf die Wiernsheimer Brauerei Adler-Bräu zu: Der Familienbetrieb hat in den vergangenen Monaten viel Geld in die Hand genommen, um sich beim Vertrieb von Flaschenbieren neu aufzustellen und eine neue Abfüllanlage installiert.

„Mit dem Lockdown im März/April, als Gaststätten schließen mussten und Vereinsfeste untersagt wurden, war unser Fassbierabsatz auf Null gesunken“, so Robert Volk, Chef der Kleinbrauerei in Wiernsheim. Für Flaschenbier sei die Nachfrage indes nicht eingebrochen, im Gegenteil, die Nachfrage sei derart enorm gewesen, dass man auf der alten Anlage mit dem Abfüllen nicht mehr nachgekommen sei.

Reinigung von 3.000 Flaschen pro Stunde

Im Familienrat habe man beratschlagt, wie die Zukunft kurz- und mittelfristig gemeistert werden könnte, so Volk auf Nachfrage. Alle Überlegungen liefen auf eine leistungsfähigere Abfüllanlage hinaus – in Kombination mit einer eigenen Flaschenwaschmaschine.

Dort können jetzt stündlich bis zu 3.000 Flaschen gereinigt und mit den diversen Adler-Bierspezialitäten im Halbliter- beziehungsweise 0,33er-Format über eine Leitung direkt vom Tankkeller befüllt werden. Integriert in die Anlagenstraße ist auch die Etikettierung der Flaschen sowie der Verschluss durch Kronkorken.

Am Mittwoch war die offizielle Inbetriebnahme der Abfüllanlage – mit prominenten Ehrengästen, allen voran die baden-württembergische Bierkönigin Laetitia Nees aus Karlsruhe. Sie betonte, wie enorm wichtig es gerade auch in der Bierbranche sei, innovativ zu sein. Der FDP-Landtagsabgeordnete Professor Erik Schweickert würdigte, dass in Zeiten, in denen alle in Pessimismus versänken, die Familie Volk den Blick nach vorne gerichtet habe.

Wir sind stolz auf unsere Brauerei.
Karlheinz Oehler, Bürgermeister von Wiernsheim

Die kleine Brauerei sei ein Juwel in der Region, der sich lohne, die Zukunft anzugehen. Jetzt müsse man hoffen, dass es zu keinem neuen Lockdown käme, der die Brauerei einmal mehr hart treffen würde. Schweickert spielte dabei auf die nicht alltägliche Aktion an, als die Volks im April rund 1.500 Liter Fassbier in den Gärungskreislauf der Biomethananlage in Mühlacker kippten, weil das nur begrenzt haltbare Getränk von den Kunden nicht an den Verbraucher gebracht werden konnte.

„Wir sind stolz auf unsere Brauerei“, betonte der Wiernsheimer Schultes Karlheinz Oehler und würdigte gleichzeitig die Innovationsbereitschaft der Inhaber. Die Kleinbrauerei könne „jung und dynamisch“ in die Zukunft blicken.

Der Chef des Familienbetriebs würdigte seinerseits die Hilfsprogramme von Bund und Land, um die Auswirkungen der Corona-Pandemie abzufedern. Auch an die Gemeinde richtete sich sein Dank, die unbürokratisch Gewerbesteuer und Wasserzins gestundet habe. Dies alles habe die Familie in ihrer Entscheidung bestärkt, die sechsstellige Investition zu stemmen. Durch viel Eigenleistung hätten sich die anfangs auf rund 250.000 Euro prognostizierten Kosten im neuen Flaschenkeller auf letztlich wohl unter 200.000 Euro reduzieren lassen, so Robert Volk.

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