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Klima-Protest

350 Aktivisten bei Demo von Fridays for Future in Pforzheim – Parteien haben Fahnen-Verbot

Der erste Klimastreik in Pforzheim seit Corona verlief aus Sicht der Veranstalter von „Fridays for Future“ erfolgreich. Parteien hatten aus nachvollziehbaren Gründen ein Fahnenverbot erhalten.

Mit Masken und Schildern: Teilnehmer der Klimademonstration von „Fridays for Future“ laufen durch die Pforzheimer Fußgängerzone. Foto: Daniel Streib

Sie sind wieder da: Auch in Pforzheim haben sich Schülerinnen und Schüler am internationalen Aktionstag für mehr Klimaschutz beteiligt Es war der erste sogenannte Klimastreik von „Fridays for Future“ in Pforzheim seit langem. Mit Ausnahme eines stillen Sit-in in der Fußgängerzone im vergangenen Herbst, hatten die Pforzheimer Aktivisten in der Corona-Zeit auf Aktionen verzichtet.

Die Wiederauflage schien geglückt: Rund 350 Teilnehmer, korrekt mit Atemschutzmaske, hatten sich zur Mittagszeit auf dem Marktplatz eingefunden. Darunter waren längst nicht nur Schüler, sondern auch reifere Semester („Großeltern fürs Klima“) sowie Mitglieder von Umweltverbänden, Kirchen und Parteien.

Die Redner am Marktplatz sprachen zunächst vor allem über lokale Streitthemen wie das von der Stadt Pforzheim geplante Gewerbegebiet Ochsenwäldle und die Fahrradinfrastruktur in der Region.

Forderungen zu Radverkehr und Gewerbegebieten beim Klimastreik in Pforzheim

Peter Heissenberger von der Pforzheimer Ortsgruppe von Critical Mass monierte: „Es gibt jetzt im Pforzheimer Rathaus zwar einen Radverkehrsbeauftragten, aber keinen einzigen Radplaner. Dafür gibt es unendlich viele Planer für Autostraßen.“ Simone Reusch vom BUND Heckengäu rief die Teilnehmer dazu auf, sich gegen die Abholzung des Ochsenwäldles einzusetzen. Zudem sprachen eine junge Vertreterin der Evangelischen Kirche sowie Rüdiger Jungkind vom Deutschen Gewerkschaftsbund.

Es gibt zu viele Planer für Autostraßen.
Peter Heissenberger, Critical Mass

Mit dem Motto „Klimawandel, Umweltschutz, Bundestagswahl“ unterstrichen die Veranstalter, dass die Demo zwei Tage vor der Bundestagswahl durchaus politisch gemeint war. Allerdings nicht parteipolitisch wie Mitorganisator Jan Quincke betonte. Parteipolitische Äußerungen oder Parteifahnen hatten die Veranstalter untersagt. Quincke: „Wir wollen vermeiden, dass die Demo für parteipolitische Zwecke missbraucht wird.“

Bei der Demonstration von „Fridays for Future“ in Pforzheim waren Parteifahnen verboten. Foto: Daniel Streib

An das Fahnenverbot hielten sich auch die prominenten Parteivertreter unter den Teilnehmern. Gesichtet wurden unter anderem die Bundestagskandidatinnen Katja Mast (SPD) und Stephanie Aeffner (Grüne) sowie Stadtrat Andreas Sarow (CDU).

Polizei: Demonstration von „Fridays for Future“ verläuft ohne Zwischenfälle

Nach den Reden am Marktplatz bildeten die Teilnehmer einen Demonstrationszug durch die Innenstadt, der von Schlachtrufen begleitet wurde – Klassiker: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“. Die Innenstadt-Passanten und die Gäste der Straßencafés verfolgten das Spektakel vorwiegend neutral. Vereinzelt gab es Zuspruch und auch Unmutsbekundungen.

Aus polizeilicher Sicht verlief die Demonstration in Pforzheim ohne Zwischenfälle. Foto: Daniel Streib

Aus polizeilicher Sicht verlief die Veranstaltung ohne Probleme. „Es gab keine besonderen Vorkommnisse“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Pforzheim.

Die Demonstration in Pforzheim war Teil des internationalen Aktionstags für mehr Klimaschutz. Insgesamt waren den Veranstaltern zufolge 1.400 Aktionen geplant. Von den 350 in Deutschland angemeldeten Kundgebungen war die Demo in Berlin mit FFF-Initiatorin Greta Thunberg die größte.

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