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Internationaler Friedenspreis

Keine häufigere Friedenspreisverleihung in Pforzheim

Rapper Ben Salomo hat 2021 erstmals den Friedenspreis der Stadt Pforzheim erhalten. Das Bündnis Pforzheim nazifrei wollte den Turnus der Verleihung von fünf auf drei Jahre reduzieren und scheiterte mit seinem Antrag.

Erster Preisträger: Ben Salomo alias Jonathan Kalmanovich ist als erster Preisträger mit dem Internationalen Pforzheimer Friedenspreis ausgezeichnet worden. Bei der Preisverleihung mit OB Peter Boch (rechts) trug er sich ins goldene Buch der Stadt ein.
Erster Preisträger: Ben Salomo alias Jonathan Kalmanovich ist als erster Preisträger mit dem Internationalen Pforzheimer Friedenspreis ausgezeichnet worden. Bei der Auszeichnung mit OB Peter Boch (rechts) trug er sich ins goldene Buch der Stadt ein. Foto: Natalie Hüber

Bislang ist der deutsch-israelische Rapper Jonathan Kalmanovic alias Ben Salomo der einzige, der mit dem Internationalen Pforzheimer Friedenspreis gekürt wurde.

Erstmals hätte er 2020 vergeben werden sollen, doch konnte der 45-jährige Musiker, der sich gegen Antisemitismus engagiert und schon mehrmals in Pforzheim war, den Preis wegen Corona erst 2021 entgegennehmen. Nun sieht es danach aus, dass es erst im Jahr 2025 einen zweiten Preisträger geben wird.

Ausschuss vermisst Konzept

Im Kulturausschuss wurde ein Antrag des Bündnisses Pforzheim nazifrei, den Turnus der Verleihung von fünf auf drei Jahre herabzusetzen und den nächsten Preis am 23. Februar 2023 zu vergeben, abgeschmettert bei acht Nein-Stimmen und einer Enthaltung. Übereinstimmend befanden die Ausschussmitglieder den Antrag zu dünn und nicht ausreichend begründet, um einen Mehraufwand von Personal und Kosten zu rechtfertigen.

Dem Wunsch des Bündnisses folgend müsste die Stadt für eine Auszeichnung im nächsten Jahr außerplanmäßige Mittel von 15.000 Euro bereitstellen.

Folgt der Gemeinderat dem Beschluss des Gremiums, bleibt es bei einer Verleihung im Fünf-Jahres-Turnus und der nächste Preis wird erst 2025 wieder ausgelobt.

Wir wollen uns selber keine Konkurrenz machen.
Axel Baumbusch, Stadtrat Grüne Liste

„Keinen Bedarf und keine Notwendigkeit“, an der vom Gemeinderat 2019 beschlossenen Regelung etwas zu ändern, sah Stadtrat Andreas Sarow (CDU). Grüne Liste-Stadtrat Axel Baumbusch schlug vor, den bisherigen Turnus beizubehalten, bis ein schlüssiges Konzept vorliege.

Das Bündnis Pforzheim nazifrei hatte den Antrag damit begründet, dass die Reuchlin-Stadt Pforzheim sich aktiver für den Frieden einbringen müsse und mit einem verkürzten Turnus „ein noch deutlicheres Zeichen gegen Hass und Gewalt“ setze.

Baumbusch sagte dazu, was das Bündnis selbst stets betont: Die Friedenskultur sei ein ganzjähriges Thema und nicht zwingend an den 23. Februar gebunden.

Kritik an Terminierung auf Gedenktag

Dass die Preisverleihung am Jahrestag der Zerstörung Pforzheims erfolgen soll, missfiel auch anderen Stadträten: „Dieser Tag soll als Gedenktag begangen werden und nicht mit immer mehr Veranstaltungen überfrachtet werden“, erklärte etwa Monika Descharmes (FDP). AfD-Stadtrat Norbert Sturm begründete das Nein seiner Partei mit einem „zu viel“ an Aufwand für Gemeinderat und Verwaltung. Außerdem gebe es den Reuchlin-Preis, der alle drei Jahre verliehen wird.

„Wir wollen uns selber keine Konkurrenz machen“, sagte auch Baumbusch. Der Reuchlin-Preis sei unzweifelhaft der bedeutendere Preis. Christof Weisenbacher (WiP/Die Linke) vermutete ein Kommunikationsleck zwischen Arbeitskreis und Bündnis, was Kulturbürgermeisterin Sibylle Schüssler (Grüne) zurückwies. Weisenbacher plädierte dafür, sich mit dem Bündnis nochmals abzustimmen. Es sei doch toll, dass der Friedenspreis vom gesamten Gemeinderat beschlossen wurde, schloss Schüssler.

Der mit 5.000 Euro dotierte Internationale Friedenspreis wird vergeben durch das Bündnis Pforzheim nazifrei in Zusammenarbeit mit der Stadt Pforzheim und der Unterstützung von Unternehmen, Vereinigungen und Privatpersonen.

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