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Viele Schüler nutzen Nachhilfeangebot

Guter Start des Förderprogramms Lernbrücke in Pforzheim

Gelungener Auftakt der „Lernbrücke” in Pforzheim und Enzkreis. Mit dem Angebot können Schüler in den letzten beiden Ferienwochen Wissenslücken aus Zeiten des Corona-Fernunterichts schließen.

Gut gestartet: Die Lernbrücken, das freiwillige Nachhilfeprogramm, das vom Kultusministerium Baden-Württemberg initiiert wurde, läuft seit einer Woche an vielen Schulen in Pforzheim und Enzkreis. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

„Der Start hat gut geklappt. Es gab keine Meldung von Ausfällen”, sagt Schulamtsdirektorin Heidi Bopp auf Nachfrage. Viele Schulen im Schulamtsbezirk nehmen am freiwilligen Förderprogramm des Kultusministeriums teil. Wie viele es genau sind, wollte der Leitende Schulamtsdirektor Volker Traub auf Nachfrage dieser Redaktion nicht verraten, weil die Zahlen vom Kultusministerium derzeit abgefragt und erst nächste Woche bekannt gegeben werden sollen. Genügend Lehrkräfte unterschiedlichen Alters hätten sich bereiterklärt, die Schüler täglich bis zu vier Stunden in den Hauptfächern Deutsch, Mathe und Fremdsprachen zu unterrichten. Auch Junglehrer seien hierfür neu eingestellt worden, so Traub.

Für den Förderunterricht haben Lehrkräfte die Schüler ausgewählt, bei denen Gefahr besteht, dass sie das nächste Schuljahr möglicherweise nicht schaffen oder Anschlussprobleme haben – etwa weil der Fernunterricht nicht oder nicht gut genug geklappt hat. Die Eltern dieser Schüler wurden angeschrieben und der Förderunterricht vorgeschlagen. „Es habe natürlich Absagen gegeben, aber die meisten haben das Angebot angenommen. Die Lernbrücke schließt die Förderung nach den Ferien nicht aus“, so Bopp.

Förderung über die Ferien hinaus

Nur eine Woche lang läuft das Förderprogramm am Pforzheimer Reuchlin-Gymnasium. Der Grund ist, dass einige der insgesamt 14 Schüler der Klassen fünf bis zehn, die das Angebot nutzen, davor noch im Urlaub waren, erklärt Schulleiter Kai Adam. Fünf Lehrer des Gymnasiums vermitteln den Stoff in Deutsch, Mathe und Fremdsprachen. „Damit können die Schüler individuell gefördert werden”, so Adam. Lehrkräfte für die Kurse von drei Stunden pro Tag zu finden sei nicht schwer gewesen. Die Förderung soll aber auch nach den Ferien unterrichtsbegleitend angeboten werden, so Adam.

Dass sich die Lernbrücke am Reuchlin in Grenzen hält, hänge damit zusammen, dass der Fernunterricht im zweiten Halbjahr gut geklappt habe – dank einer eigenen Schul-Cloud, die schon vor Corona von Lehrern angeregt worden war. Außerdem hat die Schule ein eigenes WLAN-Netz und nur wenigen Schülern fehlten zuhause die technischen Möglichkeiten für den Fernunterricht.

Nicht alle Schulen bieten Lernbrücke an

Keine Lernbrücke gibt es beispielsweise an der Pforzheimer Insel-Realschule. „Es hat sich nicht ergeben, weil sich kein Schüler gemeldet hatte“, sagt Schulleiter Roland Weißer. Er führt das darauf zurück, dass Mathe, Deutsch und Englisch schwerpunktmäßig im Unterricht vermittelt wurden und deshalb „nicht unbedingt Bedarf für Nachhilfe“ bestanden habe.

Kritik am Ministerium kommt vom Gesamtelternbeirat. Vieles sei lange unklar gewesen, etwa wer den Nachhilfeunterricht wo anbietet und wie er finanziert werde. „Organisation mangelhaft”, sagt Jutta Krammer, Vorsitzende des Gesamtelternbeirats und stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende am Pforzheimer Reuchlin-Gymnasium. Es sei alles extrem kurzfristig gelaufen mit unvollständigen Informationen und Vorgaben, die mehrmals über den Haufen geworfen worden seien.

Eltern kritisieren Ministerium

Erst kurz vor den Sommerferien sei klar gewesen, wie die Nachhilfe ablaufen solle. Manche Schüler hätten das Angebot nicht annehmen können, weil ihre Familien in den letzten zwei Wochen Urlaub gebucht hatten. Und manche Eltern hätten schon auf eigene Faust für ihre Kinder Nachhilfe und Förderungsunterricht organisiert gehabt.

Solange Corona anhält, wird alles kurzfristig laufen
Kai Adam, Schulleiter des Reuchlin-Gymnasiums

Trotz allem sei das Angebot „planbar” gewesen, entgegnet Schulamtsdirektorin Bopp. Der Austausch mit den Schulen sei gut gewesen, daher habe das Zeitfenster für die „große Aufgabe“ ausgereicht, ergänzt der Leitende Schulamtsdirektor Traub. Es sei schon kurzfristig gewesen, bestätigt Schulleiter Adam. Er zeigt aber auch Verständnis: „Wir alle erleben diese Situation zum ersten Mal. Solange Corona anhält, wird alles kurzfristig laufen.”

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