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Baden-Württemberg

Hausärzte sehen neuer Corona-Impfkampagne skeptisch entgegen

Ein neuer Impfstoff, der an die Omikron-Variante angepasst wurde, kann bereits in Kürze verimpft werden. Baden-Württemberg erhält in den nächsten beiden Wochen rund 1,8 Millionen Dosen. Doch die Hausärzte sehen der neuen Impfkampagne skeptisch entgegen.

Spritzen mit Impfstoff werden für die Corona-Impfaktion vorbereitet.
Es kann geimpft werden: Baden-Württemberg erhält in den nächsten beiden Wochen 1,8 Millionen Dosen des an die Omikron-Variante angepassten Impfstoffes. Foto: Marcus Brandt/dpa

Die Hausärzte in Baden-Württemberg sehen keine Probleme, in diesem Herbst und Winter im Alleingang die Menschen im Südwesten mit dem neuen Corona-Impfstoff zu impfen, der an die Omikron-Variante angepasst wurde.

In den Jahren vor Corona hätten die Ärzte jede Saison 17 Millionen Bundesbürgerinnen und –bürger gegen Grippe geimpft – „und zwar ohne Unterstützung von staatlichen Impfzentren, Apothekern oder anderen Gesundheitsdienstleistern“, sagte die Vorsitzende des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg, Nicola Buhlinger-Göpfahrth aus Pforzheim, gegenüber unserer Redaktion.

Zudem habe der ambulante Sektor bundesweit über 90 Millionen Impfungen gegen Covid-19 vorgenommen. „Wir haben also inzwischen Routine.“

Empfehlung der Ständigen Impfkommission steht noch aus

Nach Angaben des baden-württembergischen Sozialministeriums werden voraussichtlich bereits in der kommenden Woche die neuen Impfstoffe der Hersteller Biontech und Moderna zur Verfügung stehen, die die Europäische Arzneimittelagentur EMA am Donnerstag genehmigt hat.

Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut steht allerdings noch aus. Das Bundesgesundheitsministerium erwartet in den nächsten beiden Wochen rund 14 Millionen Dosen, Baden-Württemberg erhält davon rund 1,8 Millionen Dosen für die Auffrischungsimpfung.

Hausärzte sehen neuer Corona-Impfkampagne skeptisch entgegen

Die Hausärzte sehen allerdings der neuen Impfkampagne skeptisch entgegen. „In diesem Herbst wird es deutlich schwieriger werden, die Menschen zu einer weiteren Impfung zu motivieren“, sagte die Pforzheimer Professorin Buhlinger-Göpfarth. Die Hausärzte würden alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Menschen gut zu beraten. „Es muss aber klar sein, dass sich die Politik dabei nicht aus der Verantwortung stehlen darf“, sagte sie den BNN.

Die Bevölkerung müsse weiter informiert werden. So habe das von SPD-Minister Karl Lauterbach geführte Bundesgesundheitsministerium zwar schon vor längerem den Start einer neuen Impfkampagne angekündigt, dennoch gebe es noch immer kein genaues Startdatum für diese Aktion. „Es wäre aus meiner Sicht sinnvoll gewesen, die Zulassung der neuen Impfstoffe und den Start der Impfkampagne aufeinander abzustimmen. Das ist nun offensichtlich nicht der Fall“, kritisierte die Vorsitzende des Hausärzteverbandes.

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