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Corona-Hotpot Pforzheim

Helios fast am Limit, Siloah baut Plätze aus: So ist die Covid-Situation an den Pforzheimer Kliniken

Das Pforzheimer Helios-Klinikum musste sich kurzzeitig beim Rettungsdienst abmelden. Am Mittwochabend gab es keine intensivmedizinischen Kapazitäten mehr. Angespannt ist die Lage auch am Siloah St. Trudpert.

Das Helios-Klinikum in Pforzheim musste die Zahl der Intensivbetten reduzieren. Der Grund laut einer Sprecherin: Covid-Patienten sind besonders betreuungsintensiv. Foto: Herbert Ehmann

Die hohen Corona-Fallzahlen in den Hotspots Pforzheim und Enzkreis schlagen sich immer stärker in den Kliniken nieder. Das Pforzheimer Helios-Klinikum meldete sich am Mittwochabend beim Rettungsdienst ab, weil die Intensivkapazitäten erschöpft waren. „Als Akutkrankenhaus der Schwerpunktversorgung melden wir uns extrem selten ab“, ordnet Sprecherin Silke Bentner die Lage ein.

Im Siloah St. Trudpert wurden gerade erst neue Plätze für die Versorgung von Covid-19-Patienten geschaffen. Ljerka Pap, Leiterin der Unternehmenskommunikation, bezeichnet die Lage dennoch auch dort als angespannt.

Helios: Fünf Patienten werden beatmet

Stand Donnerstagmittag war das Helios zwar wieder aufnahmebereit. Wenn Plätze frei werden, ist das aber nicht zwingend eine gute Nachricht. So meldete das Gesundheitsamt am Donnerstag, dass ein 90-Jähriger aus Pforzheim in einer Klinik im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben ist. Damit erhöht sich die Zahl der Todesfälle in der Stadt auf 26.

Insgesamt sind im Bezirk des Enzkreis-Gesundheitsamtes, zu dem auch die Stadt Pforzheim gehört, seit dem Ausbruch der Pandemie 75 Menschen im Zusammenhang mit Corona verstorben.

Im Helios waren am Donnerstagmittag sechs Covid-Patienten auf der Intensivstation, davon wurden fünf beatmet, einer an der Lungenersatzmaschine. Weitere 20 Covid-Patienten befanden sich auf der Isolierstation. Außerdem gab es acht Verdachtsfälle, deren Abstrich-Ergebnisse noch nicht vorlagen.

Klinikum muss Zahl der Intensivbetten reduzieren

Das Helios musste laut Bentner die Zahl der Intensivbetten von 20 auf 17 reduzieren. „Das hat personelle Gründe, weil Covid-Patienten sehr viel intensiver zu betreuen sind“, erklärt die Sprecherin. Betreut werden nach wie vor auch andere Intensivpatienten.

So befinden sich acht schwerkranke Patienten (nach großen operativen Eingriffen, Verletzungen oder Interventionen) auf der Intensivstation. Man tue „weiterhin alles mögliche, um alle Patienten adäquat zu versorgen“, so Bentner.

Im Siloah St. Trudpert werden aktuell 41 Covid-Patienten und 17 Verdachtsfälle behandelt, wie Sprecherin Ljerka Pap mitteilt. Neun Patienten befinden sich demnach auf der speziellen Intensivstation, die aktuell zwölf Plätze bereithält.

Siloah schafft neue isolierte Station

„Die steigenden Infektionszahlen drücken sich bei uns natürlich auch in kontinuierlich steigenden Patientenzahlen aus. Dies zeigt sich auf der Covid-19-Station, vor allem aber auf den isolierten Covid-19-Stationen“, schreibt Pap. Man habe in den vergangenen Tagen eine vierte isolierte Station geschaffen, um nicht-intensivpflichtige Covid-19-Patienten zu versorgen.

Wir haben unser OP-Programm weiter reduziert und Personal verschoben, um Kapazitäten für die Patientenversorgung zu schaffen.
Ljerka Pap / Sprecherin Siloah St. Trudpert

Die angespannte Pandemie-Situation sei im Haus aber immer noch gut beherrschbar. „Wir haben unser OP-Programm weiter reduziert und Personal verschoben, um Kapazitäten für die Patientenversorgung zu schaffen“, erklärt Pap. Notfälle und medizinisch notwendige Eingriffe würden selbstverständlich weiterhin behandelt und versorgt.

Noch gäbe es Reserven. Auf der Covid-19-Intensivstation kann die Zahl der Beatmungsplätze auf bis zu 30 Plätze erhöht werden, so Pap. Sollten weitere nicht-intensivpflichtige Covid-Patienten kommen, könne man auch hier weitere Stationen entsprechend für die Patientenversorgung isolieren.

Sollten auch diese weiteren Plätze im Krisenfall nicht ausreichen, werden Patienten in andere Häuser verlegt, die noch ausreichend Kapazitäten haben.

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