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Enzpegel sinkt

Pforzheim will mit Starkregen-Management gegen Hochwasser kämpfen

Mit einem Starkregen-Management will Pforzheim Überschwemmungen und vollgelaufenen Kellern vorbeugen. Die Stadt plant Strategien für unterschiedlich schwere Hochwasser-Szenarien.

Der Enzpegel im Eutinger Rattach gehört zu den bereits vorhandenen Frühwarnsystemen bei Hochwassergefahr nach langen Regenfällen Foto: Jürgen Peche

Noch stuft die Feuerwehr die Hochwasserlage in Pforzheim als unproblematisch ein. Aber die andauernden Regenfälle führen vor Augen, dass die Stadt Vorsorge leisten muss, damit mögliche Folgen nicht gravierend werden.

„Wir sollten das Thema dringend angehen“, sagte Markus Schnepf vom Grünflächen- und Tiefbauamt in der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses am Mittwoch.

Er verwies auf die Topografie Pforzheims, die bei Starkregen wie derzeit schnell zu vollgelaufenen Kellern und Überschwemmungen führen könne.

Zur Prävention und zum Schutz der Bevölkerung will die Stadt ein sogenanntes Starkregen-Management einführen. Die Verwaltung weist darauf hin, dass aufgrund des Voranschreitens des Klimawandels vermehrt mit solchen Starkregenereignissen zu rechnen sei.

Diese stellten heute schon eine lokal spürbare und weitreichende Folge des Klimawandels dar und bedürften einer Anpassungsstrategie. Dies geschehe mit dem Starkregen-Management.

Land trägt 70 Prozent der Kosten für Starkregen-Management in Pforzheim

Nach dem einhelligen Willen des Ausschusses soll das Management von einem Ingenieurbüro erarbeitet werden. Das Land Baden-Württemberg hat dazu einen Leitfaden erstellt und fördert das Starkregen-Management mit 70 Prozent der Gesamtkosten, also mit geschätzt 300.000 Euro.

Das Ziel ist eine hydraulische Gefährdungsanalyse, die in Starkregen-Gefährdungskarten münden soll. Diese weisen drei Szenarien aus, mit unterschiedlich starken Regenfällen und entsprechenden Abflüssen. Nach einer Risikoanalyse soll schließlich ein Handlungskonzept entwickelt werden.

Vergangene Hochwasser in Pforzheim hatten schwere Folgen

Vor wenigen Tagen stieg die Enz nach starken Regenfällen über das Ufer, ohne weitere Schäden zu verursachen. Derzeit ist der Pegel wieder fallend. Dennoch gab es in den Jahrzehnten zuvor Ereignisse mit eklatanten Folgen.

2013 etwa ging ein Starkregen in Pforzheim nieder, mit Schwerpunkt über dem Gebiet Hagenschieß/Seehaus. Dies führte am Seehaus und unterhalb im Bereich der Würmbrücke zu Überflutungen – der Lettenbach führte soviel Wasser und Schwemmgut, dass es zum Verschluss der Durchlässe kam.

Die Würmtalstraße war tagelang unbefahrbar, nachdem der Pegel in kürzester Zeit auf die Rekordmarke von 1,64 Meter anstieg. Erschwerend kam damals noch ein Hangrutsch hinzu.

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