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25.000 Euro Spenden gesammelt

Charity-Boxkampf: Pforzheimer Stadtrat Hück hält acht Runden durch

In seinem Charity-Kampf gegen den Top-Boxer Firat Arslan hat Ex-Porschebetriebsratschef und Ex-Thaibox-Europameister Uwe Hück trotz seiner 57 Jahre nicht nur acht Runden durchgehalten und ein Remis erkämpft. Zudem kann man nun über 25.000 Euro für soziale Zwecke spenden.

Zusammen gekämpft haben der Pforzheimer Stadtrat und Ex-Thaibox-Europameister Uwe Hück (rechts) und Top-Boxer Firat Arslan in Pforzheim für die gute Sache. Foto: Rubner

Die Schmerzensschreie, die Uwe Hück nach seinem Charity-Kampf gegen Firat Arslan ausstieß, hörte kaum noch jemand. Als die meisten der rund 1 500 Zuschauer die Bertha-Benz-Halle bereits verlassen hatten, wurde der frühere Europameister im Thai-Boxen, Porsche-Betriebsratschef und aktuelle Stadtrat (SPD) von seinem Arzt zusammengeflickt, und das nicht gerade zimperlich.

Hück erleidet Cut an der Stirn

Grund dafür war ein Cut, den er sich an der Stirn in der achten und letzten Runde gegen Ex-Box-Europameister Firat Arslan am Samstag zugezogen hatte. Nach dem ersten provisorischen Tackern ging Hück zwar gleich wieder in seine Ecke, riss die Fäuste hoch und holte sich „Uwe, Uwe“-Fangesänge ab, nur um zu zeigen: Hier ist noch lange nicht Schluss. Direkt nach dem Kampf frotzelte er sogar noch „ich brauche das“. Doch harmlos war das wohl nicht.

Hück verhinderte Kampf-Abbruch

„Der Ringarzt wollte gar nicht, dass er weitermacht. Das war wohl schon tief“, berichtete Hück-Gegner Arslan nach dem Kampf, der dem 57-Jährigen die Wunde nicht bewusste hatte zufügen wollen, wie er beteuerte. „Uwe hat dann gesagt: Wir machen weiter.“ Die Wunde wurde später mit fünf Stichen genäht.

Arslan möchte ältester Weltmeister der Box-Geschichte werden

Arslan (49 Jahre alt, 95,2 Kilo Kampfgewicht) boxt im Februar um die Weltmeisterschaft, könnte dann der älteste Boxweltmeister aller Zeiten aller Gewichtsklassen werden. „Man muss erst einmal gegen mich acht Runden in den Ring steigen“, betont Arslan Hücks Leistung anerkennend, auch wenn sich der Champion vornehm zurückhielt und der 57-jährige Pforzheimer deutlich aggressiver auftrat. Entsprechend endete der Kampf remis.

Arthur Abraham. Foto: Rubner

25.000 Euro zum Spenden für soziale Zwecke

Aber darum ging es ja auch nicht wirklich. Im Zentrum des Abends standen die Spenden für die gute Sache, also Hücks Lernstiftung und das Projekt „Menschen in Not“. Veranstalter war der Verein „Blaue Flecken für gute Zwecke“ und dessen Vorsitzender Markus Geiser – der vor allem als Vorsitzender des 1. CfR Pforzheim bekannt ist. „Es ist weitestgehend so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben“, zog Geiser noch in der Halle Bilanz. Mindestens 100 000 Euro habe man eingenommen, verkündete Geiser am Sonntag in einer ersten Schätzung. Davon könne man nach Abzug aller Kosten und Steuern mindestens 25 000 Euro spenden. Durch die aufgestaute Hitze in der Bertha-Benz-Halle – wie bereits beim DHB-Pokalspiel der TGS Pforzheim im August – sei zudem der Getränkeverkauf sehr erfolgreich gelaufen. „Wir mussten dreimal nachbestellen.“

Hück über Pforzheim: "Wir können uns selbst helfen!"

Hück selbst hatte direkt vor seinem Kampf noch lautstark verkündet: „Wir haben in Pforzheim bewiesen: Wir können uns selbst helfen. Darauf bin ich richtig stolz.“ Und Zugpferd Arslan bilanzierte schließlich: „Die Stimmung in der Halle war gut.“

Schlangestehen für Arthur Abraham

Ein kleiner Makel allerdings offenbarte sich in der kurzen Pause vor dem großen Kampf, als Ex-Box-Weltmeister Arthur Abraham aus dem Vip-Bereich in Ringnähe auftauchte. Sofort bildeten sich lange Schlangen von Selfie- und Autogrammjägern, wie sonst nirgendwo an diesem Abend. Zwar hatten viele Promis Videobotschaften geschickt. Zusätzlichen Glanz konnten sie der Veranstaltung aber nur bedingt verleihen. Eher schon gelang dies dem von Anja Öttinger moderierten Vorprogramm, bei dem etwa Merlin Woods seinen Titel als deutscher Meister gegen Bashir Ghassemi verteidigen konnte (Thai-Boxen Mittelgewicht). Zudem bezwang Lorenz Tabertzhofer im Thai-Box-Schwergewicht Tarik El Berkani. Deniz Sür setzte sich gegen Michael Klempert per K.o. durch wie auch Leonardo Di Stefano Ruiz gegen Jovica Jovanovic.

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