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Betreiberfirma ist zuversichtlich

Impfen im Drive-in: Pforzheimer planen neues Angebot

An manchen Tagen hat der Andrang auf die Pforzheimer Impfambulanz das Angebot schon überschritten. Das Land verspricht jetzt mehr mobile Teams. Und es soll weitere Abhilfe geben: eine Impfstraße auf dem Messplatz.

Jeden Tag zeigt sich vor der Impfambulanz in der Bahnhofstraße ein ähnliches Bild. Der Bedarf an einem Schutz gegen Corona ist groß. Foto: Roland Wacker

Vor der Impfambulanz in der Bahnhofstraße stehen täglich so viele Impfwillige, dass schon Leute nach Hause geschickt worden sein sollen. Dies sei nach Möglichkeit nicht der Fall, erklärt die Pressestelle des Gesundheitsamts im Enzkreis, der das niederschwellige Angebot zusammen mit der Stadt Pforzheim und Ärzten betreibt. Es würden alle Menschen geimpft, die sich bis 19 Uhr in die Schlange einreihen – was dazu führe, dass meist bis 20 Uhr in der Ambulanz gearbeitet werde.

Arbeiten über die Kapazitätsgrenzen hinaus müssen auch Arztpraxen, die gegen Covid-19 impfen. „Die Leute rennen uns die Bude ein. Wir impfen täglich von 9 bis 11.30 Uhr ohne Termin“, bestätigt die Pforzheimer Hausärztin Nicola Buhlinger-Göpfarth, dass auch der ambulante Sektor an der Belastungsgrenze arbeite – und darüber hinaus.

Zusätzlich zur Regelversorgung und unzähligen Infekt-Patienten kämen im Schnitt 50 Impfwillige pro Tag, die meisten zur Auffrischung, nur etwa fünf Personen für Erst-und Zweitimpfungen.

Täglich lange Schlangen vor der Impfambulanz

Gut sechs Wochen, nachdem die Kreisimpfzentren geschlossen wurden, denkt man in der Region über eine Erweiterung des Angebots nach. Die Impfambulanz hat die Öffnungszeiten verlängert. „Allein vergangenen Mittwoch wurden dort mehr als 220 Menschen geimpft“, berichtet Jürgen Hörstmann von der Pressestelle des Enzkreis-Landratsamtes. An den Tagen danach seien die Zahlen ähnlich hoch gewesen.

Pforzheim und Enzkreis planen, eine Impfstraße auf dem Messplatz einzurichten. Das Gesundheitsamt sei auf den Betreiber des Testzentrums zugegangen, habe diesen dazu ermutigt und Unterstützung angeboten, teilt die städtische Pressestelle mit. Bei den Verantwortlichen rennt man damit offene Türen ein.

Marcus Mürle und Robin Stephan sind Geschäftsführer der Betreiber-Firma M & S Trading. Mürle nennt den 27. November als Startdatum. Zwei der acht Teststraßen wolle man fürs Impfen umrüsten. Angedacht sei ein Betrieb von Freitag bis Sonntag. „Alle halbe Stunde könnten 40 Menschen geimpft werden.“ Mithilfe eines bereits fürs Testen installierten digitalen Programms könnten Termine per Internet gebucht und somit Schlangen auf dem Messplatz vermieden werden.

Mürle rechnet mit steigendem Bedarf an Testungen

Neben dem Standort Messplatz bauten Mürle und seine Mitstreiter 16 weitere Teststellen in Pforzheimer Ortsteilen und Enzkreisgemeinden auf. Als Testungen kostenpflichtig wurden, schloss man zwischenzeitlich vier. Nachdem diese Entscheidung inzwischen vom Bund zurückgenommen wurde, sind laut Mürle alle wieder geöffnet. Er rechnet nun mit einem deutlich größeren Bedarf an Testungen, die im Zentrum auf dem Messplatz zuletzt auf 50 bis 80 herunter gegangen seien. Bei den anderen Teststellen seien nur noch zehn bis 15 Personen täglich gekommen.

Genug Testmaterial sei vorhanden, sagt Mürle, dank des selbst organisierten Imports unter anderem über die Pforzheimer Firma Rutronik. „Wir werden auch Selbsttests anbieten, zu einem günstigeren Preis als die Discounter“, verspricht er.

Pforzheim ist mit Impfquote weiter Schlusslicht

Mit ihrer Impfquote von 56 Prozent vollständig Immunisierter hinkt die Stadt Pforzheim nach Angaben des Sozialministeriums nach wie vor dem Landesschnitt von 63,2 Prozent hinterher, der Enzkreis steht mit 59,1 Prozent nur wenig besser da. Ziel sei weiter, die Impfquote in der Region zu erhöhen, sagt Hörstman und betont, dass eigentlich das Land für Impfangebote zuständig sei, insbesondere angesichts der derzeit stark steigenden Inzidenzen, der wachsenden Nachfrage nach Booster-Impfungen sowie der drohenden Alarmstufe.

Man sei in enger Abstimmung mit Ärzteschaft, Gemeinden und weiteren Beteiligten, um weitere Impfangebote zu organisieren, teilt die Pressestelle im Enzkreis mit. Die Stadt Mühlacker etwa will ein Angebot mit der dortigen Klinik einrichten.

Das Sozialministerium hatte vergangene Woche zusätzliche Mobile Impfteams bewilligt, die ab sofort eingesetzt werden könnten, so Sprecher Florian Mader. Angedockt seien sie an den Klinikstandorten. Das Klinikum Karlsruhe etwa, zuständig unter anderem für Pforzheim und Enzkreis, könne nun 15 Mobile Teams einsetzen. „Nur die Behörden vor Ort können frühzeitig auf besondere Situationen vor Ort reagieren und Bedarfe anmelden“, erläutert Mader. Bilde sich an einem Tag eine lange Schlange vor einem Impf-Angebot, könne die Kommune am ehesten sehen, dass ein Angebot verlängert werden müsse.

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