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Tiefschlag auf den letzten Metern

Kostenexplosion beim sechsspurigen Ausbau der A8 an der Enztalquerung

Die letzten 4,8 Kilometer zwischen den Anschlussstellen Pforzheim-Nord und -Süd sollen jetzt 340 Millionen Euro kosten. Das ist mehr als doppelt so viel wie geplant. Bislang genehmigt sind 150 Millionen Euro.

Tiefschlag auf den letzten Metern: Mehr als doppelt so viel wie geplant soll der Ausbau an den letzten 4,8 Kilometern zwischen den Anschlussstellen Pforzheim-Nord und -Süd kosten. Konkret geht es an dem unfallträchtigen Autobahnabschnitt um eine Abflachung des starken Gefälles. Foto: Daniel Streib

Konsequenz daraus ist, dass über die ohnehin schon verzögerte Ausschreibung der wesentlichen Arbeiten erneut auf Bundesebene gesprochen werden und das zusätzlich benötigte Geld freigegeben werden muss. Darüber informierte das Regierungspräsidium Karlsruhe am Donnerstag in einer Pressemitteilung.

Die Nachricht ist ein Tiefschlag auf den letzten Metern eines heiß umkämpften Projekts, den die Baubehörde jetzt eingestehen muss. Er zeichnete sich bereits im vergangenen Jahr ab, schien aber dann lange Zeit bewältigbar zu sein, wie bei zahlreichen Nachfragen im Regierungspräsidium immer wieder versichert wurde.

Während in früheren Mitteilungen auch von Schwierigkeiten mit den beauftragten Planungsbüros gesprochen wurde, heißt es jetzt: „Die Steigerung ist auf die äußerst komplexen Zusammenhänge der einzelnen Bauphasen im engsten bebauten Umfeld zurückzuführen und schlägt sich insbesondere in den Bereichen Ingenieurbau, Erdbau einschließlich Wasserschutz und provisorische Verkehrsführung während der Bauzeit nieder.“

Ringen um Lärmschutz sorgte für erhebliche Verzögerungen

Konkret geht es an dem unfallträchtigen Autobahnabschnitt um eine Abflachung des starken Gefälles. Außerdem ist eine 380 Meter lange Einhausung geplant, die die Lärmbelästigung für die Anwohner in Niefern und im Pforzheimer Osten verringern soll. Für den Schutz der Pforzheimer Wasserquellen in dem Gebiet ist eine Spezialabdichtung der Trasse geplant, das Oberflächenwasser soll nach Fertigstellung überdies gebündelt und gereinigt werden. Allein das Ringen um mehr Schutz vor Lärm und für die Wasserquellen hat zu erheblichen Verzögerungen und zusätzlichen Bauleistungen geführt.

Der Spatenstich für die Beseitigung dieser letzten Engstelle an der A8 im Bereich des Regierungspräsidiums Karlsruhe war im April 2018. Im Folgenden ging es zunächst um eine neue Kreisstraßenbrücke. Sie soll bis in einem Jahr fertig sein.

Außerdem laufen die Arbeiten an der bereits eingepassten neuen Eisenbahnbrücke über die Autobahn. Diesen Sommer solle der eigentliche sechsspurige Ausbau beginnen. Dass der Termin nicht zu halten sein wird, teilte das Regierungspräsidium im Mai mit.

Beginn des sechsspurigen Ausbaus verzögert sich

Es wird September werden bis klar ist, ob und wie die Arbeiten für den Autobahnbau ausgeschrieben werden. Laut Regierungspräsidium soll es kommenden Monat ein „finales Abstimmungsgespräch zwischen Bund und Land“ geben. Angaben dazu, wann dann tatsächlich gebaut wird an der als „Jahrhundertprojekt“ bezeichneten Autobahnverbreiterung, macht das Regierungspräsidium nicht.

Ursprünglich waren für den Ausbau vier bis fünf Jahre veranschlagt. Aber das sind Berechnungen aus der Zeit, als noch von 150 Millionen Euro die Rede war und nicht von 340 Millionen.

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