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„Herbst in der Stadt“

Mini-Mess in Pforzheim kommt bei Schaustellern und Besuchern gut an

Die Fahrgeschäfte beim Pforzheimer „Herbst in der Stadt“ bieten vor allem Spaß für Kinder. Die Schausteller freuen sich über die „Mini-Mess“: Ein Betreiber hat zum ersten Mal seit Weihnachten wieder ein Fahrgeschäft in Betrieb.

Eine Runde Spaß: Grüppchen erfreuter Menschen bilden sich vor allem an den Kinder-Fahrgeschäften der Mini-Mess in Pforzheims Innenstadt. Foto: Susanne Roth

Das passt der vierjährigen Isabella eigentlich gar nicht: dass Mama Melanie und Papa Matthias Krug sich noch von einer neugierigen Reporterin aufhalten lassen. Zu laut trötet das Kinderkarussell in der Pforzheimer Fußgängerzone, zu verführerisch blinken die Lichter auch am hellen Tag. Und schon wieder fährt der Schwan vorbei, den Isabella für ihre Fahrt auserkoren hat.

Er ist einer von mehreren Spaßfaktoren auf der „Mini-Mess“, die sich „Herbst in der Stadt“ nennt. Und eigentlich am Wochenende, an dem sie startet „Sommer in der Stadt“ heißen müsste.

Aber das interessiert die junge Pforzheimerin auch nicht, deren Eltern den Einkaufsbummel in der Innenstadt mit der Mess verbinden. Und dann geht es endlich los für Isabella. Auch wenn sich Menschentrauben bilden an den Fahrgeschäften, ist es kein heilloses Durcheinander. Die Menschen haben sich inzwischen an Richtungspfeile, Desinfektionsständer und Abstand halten gewöhnt, was auch die Schausteller bestätigen.

Mess-Angebot nach dem Motto: Weniger ist besser als nichts

Mini bezieht sich im Übrigen nicht nur auf den Umfang der Mess, die sich auf Höhe des Kaufhauses bis hin zum Alten Rathaus hinzieht, sondern auch auf die Fahrgeschäfte, die hauptsächlich den „Minis“, also den Kindern, Vergnügen bereiten sollen. Dazwischen findet dann die ganze Familie Waffeln, Pizza, Reibekuchen und Maiskolben zur Stärkung.

Für mich ist es die erste Veranstaltung seit dem Weihnachtsmarkt in Stuttgart.
Tobias Wölfle, Schausteller

Nicht nur Isabellas Eltern sind dankbar, dass wenigstens eine kleine Ausgabe der großen Mess-Schwester dank des Engagements des hiesigen Schaustellerverbands in Zusammenarbeit mit der Stadt auf die Beine gestellt wurde. „Für mich ist es die erste Veranstaltung seit dem Weihnachtsmarkt in Stuttgart“, sagt Tobias Wölfle, der besagten Schwan seine Runden drehen lässt. „Von Null auf ein bisschen“ sei besser als nichts.

Mit dem Verkauf von gebrannten Mandeln auf dem Parkplatz eines Supermarkts, so berichtet der Schausteller weiter, habe er versucht, sich über Wasser zu halten. „Die Hilfe vom Land hat natürlich Früchte getragen, aber einen Kredit musste ich trotzdem aufnehmen.“ Der Mann, der alle zwei Jahre auf der Pforzheimer Mess zu Gast ist, sagt es ohne Bitterkeit. Und weist auf seine Eintrittskarten, die er von der Papierrolle abreißen muss. Auch das, so sagt Tobias Wölfle, seien Kosten, die man neben den „teuren Desinfektionsmitteln“ bezahlen müsse. Plastik-Chips darf er derzeit nicht verwenden. Und er hat vor allem an dem sonnigen Samstag einiges zum Abreißen.

Nebenan drehen Lisa Schneider und ihr Lebensgefährte Pascal Kaiser die Reibekuchen um. Und lächeln. „Normalerweise sind wir mit der Schneider-Mühle auf der Mess“, sagt Lisa Schneider. „Aber jetzt ist aus der Mühle eben eine Hütte geworden.“ Das ganze Reibekuchen-Angebot könne man aus Platzgründen nicht bieten, aber auch hier gilt: Wenig ist besser als nichts.

Die Pforzheimer, das muss man sagen, sind sehr verbunden mit ihrer Mess.
Julius Kritz, Schausteller

Die ersten Tage haben gezeigt, dass das die Gäste auch so sehen. Und die freuen sich auch über ein Wiedersehen, oft sind es alte Bekannte. „Die Pforzheimer, das muss man sagen, sind sehr verbunden mit ihrer Mess“, stellt auch „Mais-Man“ Julius Kritz fest, der gerade einen Reibekuchen mit Apfelmus verzehrt. „Das ist ja auch Werbung für die normale Mess, dass wir nicht vergessen werden“, stuft er die Mini-Mess in der Innenstadt ein. Die diese ganz nebenbei bemerkt ja auch belebe.

Mini-Mess für Groß und Klein

Natürlich sind sich die Schausteller bewusst, dass drei Wochen „Herbst in der Stadt“ am besten regenfrei wären, zudem nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind. „Aber wir sind sehr dankbar, dass wir wieder rausdürfen und unseren Beruf ausüben dürfen.“ Sagt Julius Kritz und die Reibekuchen-Anbieter nicken. Auch das hat gefehlt: den Menschen Freude bringen zu können. Die kann man in der Tat beobachten.

Familie Fink aus Pforzheim winkt der zweijährigen Alisa zu, die mit Tante Jennifer in einer kleinen Kugel-Kabine eine luftige Runde dreht. „Wir haben schon fast alles durch. Dann noch eine Bratwurst und das war´s dann für heute“, heißt es. Auch die Rentner, die unter den Platanen am Marktplatz sitzen, erfreuen sich an der Mini-Mess. „Das ist einfach schön, den Kindern zuzuschauen, was für eine Freude die haben“, sagt einer.

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