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Fleischfabrik bei Pforzheim

Müller-Fleisch muss bei Pandemieplan nachbessern - Zoff zwischen Mast und Krichbaum

Auf die Quarantäne folgen rund um den Coronabefall bei Müller-Fleisch die politischen Debatten. Während das Landratsamt mit dem Pandemieplan des Birkenfelder Unternehmens noch nicht einverstanden ist, zoffen sich die ranghöchsten Pforzheimer Bundestagsabgeordneten in Berlin.

Verladestation Foto: Fix

Vorbildlich möchte der Birkenfelder Fleischproduzent Müller gerne dastehen. Fristgerecht hat das Unternehmen am vergangenen Freitag seinen „Pandemieplan 2.0“ eingerecht, nachdem sich insgesamt 399 Mitarbeiter an Covid-19 angesteckt hatten. Doch obwohl man die positive Gesprächsatmosphäre mit Landrat Bastian Rosenau hervorhebt, gab es nun eine Abfuhr: Müller-Fleisch muss bei seinem Plan nachbessern. „Bei dessen Prüfung und Bewertung hat sich herausgestellt, dass noch (ein paar) Nachbesserungen nötig sind“, teilt das Landratsamt auf Nachfrage dieser Redaktion mit.

Corona-Krise: Behörden nehmen Müller-Fleisch am Mittwoch unter die Lupe

Um welche Punkte es genau geht, dazu wollte man sich am Dienstag nicht im Detail äußern. Schließlich hatte Müller bis Dienstag Zeit zum Nachbessern, am Mittwoch ist eine Begehung mit Gesundh2eitsamt Pforzheim/Enzkreis, Veterinäramt, Landesgesundheitsamt und der Gewerbeaufsicht geplant. Dabei solle „neben der Einhaltung bestehender Regelungen überprüft werden, ob die von Müller-Fleisch im Pandemieplan 2.0 vorgesehenen Regelungen konkret umsetzbar sind und entsprechend kontrolliert werden können um die Virusausbreitung nachhaltig zu verringern.“

Mast (SPD) wirft Kirchbaum (CDU) mangelnde Haltung vor

Die Debatte um das richtige Umgehen mit der Fleischindustrie kocht derweil auch im politischen Berlin wieder hoch. So scheiterte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil am Montag zunächst mit einer Initiative, die Fleischindustrie stärker zu sanktionieren. Das kritisierte die Pforzheimer Bundestagsabgeordnete Katja Mast (SPD) scharf: „CDU und CSU brauchen eine klare Haltung – die vermissen wir aktuell. Und ich vermisse sie auch bei meinem CDU-Kollegen Gunther Krichbaum.“

Krichbaum zeigt sich irritiert über Masts "Rundumschlag"

Der reagierte postwendend: „Die Kollegin Mast steht scheinbar zunehmend durch ihren Konkurrenten Uwe Hück unter Druck. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass sie zu einem solchen Rundumschlag ansetzt, ohne die Fakten darzustellen“, teilt Krichbaum. „Gerade wenn ein Eckpunktepapier innerhalb weniger Tage erstellt wird, braucht eine solide Lösung die notwendige Zeit.“

Auch Landesregierung erntet Kritik von Mast

Auch in der Landespolitik teilte Mast aus. So kritisierte sie Agrarminister Peter Hauk (CDU), nachdem der bei einem Termin verkündet habe, „keine Regelverstöße bei Schlachthöfen im Südwesten“ gesehen zu haben. „Das ist unverantwortlich – und der grüne Ministerpräsident lässt das immer noch laufen und nimmt seine Richtlinienkompetenz nicht wahr.“

28 Genesene sollen Hohenwart-Forum verlassen

Derweil scheint man bei Müller-Fleisch das Gröbste überstanden zu haben. Zwei der drei Quarantänestationen sind bereits geräumt, die in Niefern-Öschelbronn und Schömberg. Und im Hohenwart-Forum sollen am Mittwoch 28 der 60 infizierten Bewohner entlassen werden. Zwar gebe es keine neuen Infizierte, teilt das Landratsamt mit, doch gehe man von weiteren Tests aus, „je nach Entwicklung“.

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